Produkte für PKW / Van / 4x4

Das Continental-Werk in Korbach (Hessen)

09/10/2015
  • Rund 30.000 Sommer- oder Winterreifen Pkw, Van- und SUV-Reifen täglich
  • Auch Reifen für Zweiräder und Industrieanwendungen im Programm
  • Rund 3.400 Mitarbeiter, 146 Auszubildende
  • ContiTech produziert rund 185.000 Meter Schlauch täglich
  • High Performance Technology Center wird im Juli 2016 fertig

Korbach in Hessen steht für Gummi. Hier entstehen im Werk von Continental täglich 30.000 Pkw-, SUV- und Vanreifen. Direkt daneben wird es sportlich: Im einzigen Fahrradreifenwerk in Deutschland werden unter anderem Reifen für die Tour de France-Profis hergestellt. In Handarbeit nähen versierte Mitarbeiter die Spezialdecken fürs Rennen. Natürlich zieren die Reifen der Grand-Prix-Serie auch Rennräder von Freizeitsportlern. Und: Wenn von Zweirädern die Rede ist, sind auch die Motorradfahrer gemeint. Der Grip für ihre Bikes kommt ebenfalls aus Korbach – zumindest dann, wenn die Reifen mit dem Continental-Schriftzug bestückt sind. Hohe Traglasten und Unverwüstlichkeit sind die Stärken der Industriereifen, die beispielsweise an Gabelstaplern ihren Dienst verrichten und ebenfalls in Korbach „gebacken“ werden. In weiteren Hallen stellt ContiTech Schläuche her, die in Automobilen und in der Industrie für den Transport von Flüssigkeiten und Gasen sorgen. Ohne das Werk des größten europäischen Gummispezialisten Continental würden viele Fahrzeuge gar nicht erst aus den Produktionshallen fahren können.

Continental Reifen-Werk in Korbach, Hessen

Continental Reifen-Werk in Korbach, Hessen

Höchste Flexibilität und Kompetenz

Wenn von Reifen aus Korbach die Rede ist, spricht man zuallererst von der Produktionsbreite. Egal, was auf ihnen rollen soll, (fast) alle Arten von Pneus werden im Continental-Werk gemacht. Vom Kleinwagen bis zum schweren Gabelstapler, vom SUV bis hin zum Klapprad – die Reifen aus Korbach sorgen für Fahrspaß und für Sicherheit. Nicht nur in Deutschland: Die seit Jahren gerühmte Kompetenz der Mitarbeiter hat dazu geführt, dass im Waldeckischen Land auch Reifen gefertigt werden, die auf heimischen Straßen streng verboten sind. Reifen mit Spikes gehören zu den „Spezialitäten“ der Korbacher Gummiküche. Dabei werden sie so fachmännisch entwickelt und hergestellt, dass sie die kritischen skandinavischen Fachjournalisten immer wieder von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugen. Zugegeben: Winterreifen der Marken Viking und Gislaved kennen nur Eingeweihte – doch in Schweden, Norwegen, Finnland sowie in Nordosteuropa sind sie echte Renner, ohne die auf den vereisten skandinavischen Straßen kaum etwas geht. Damit die Autofahrer in Europa im Winter sicher fahren können, herrscht im Reifenwerk „verkehrte Welt“: Wenn die Sonne im Hochsommer mit 30 Grad auf die Werkshallen brennt und die Mitarbeiter neben ihren 120 Grad heißen Heizpressen schwitzen, denken sie an Schnee und Eis – und fertigen dabei die Winterreifen mit den Spezialspikes.

Das High Performace Technology Center (HPTC)

Auf einer Fläche von ca. 12.000 qm entsteht dort bis Mitte nächsten Jahres die Halle für eine neue Produktionsanlage, quasi eine „Fabrik in der Fabrik“. Das Gebäude soll Ende Mai 2015 fertig gestellt sein. In der neuen Anlage werden voraussichtlich ab Juli 2016 nicht nur Hochleistungsreifen für besonders sportliche, technologisch besonders anspruchsvolle hoch motorisierte Pkw hergestellt. Auch die Entwicklung und Optimierung von Produktionsprozessen soll von Korbach aus vorangetrieben und anschließend in anderen Continental-Reifenwerken eingeführt werden. Mit dem HPTC verlängert Continental die Forschungs- und Entwicklungsabteilung ins Reifenwerk Korbach. Dazu investiert der Reifenhersteller mehr als 45 Millionen Euro. Dadurch rüstet Continental nicht nur die Produktion von Ultra High Performance-Reifen technologisch auf, sondern signalisiert auch den Erstausrüstungskunden, dass in ihrem Interesse der technologischen Fortschritt für noch bessere zukünftige Produkte vorangetrieben wird. Das dabei gewonnene Prozess-Know-how wird in alle Reifen-Werke wie Produktlinien transferiert werden.

In der neuen Anlage werden rund 60 Mitarbeiter beschäftigt sein, der Investitionsumfang liegt bei mehr als 45 Mio. Euro. Das HPTC ist Teil der „Vision 2025“, in der Continental festgeschrieben hat, weltweit profitabel zu wachsen. Eine der Grundvoraussetzungen ist es, neben der Erhöhung von Kapazitäten im Bereich technologisch besonders anspruchsvoller Reifen verstärkt in Forschung und Entwicklung zu investieren.

High Performance Technology Center (HPTC)

Rennreifen für Motorräder kommen aus Korbach

Ein weiterer Pneu sorgt ebenfalls derzeit mehr für Aufsehen: Ein waschechter Rennreifen für Motorräder wird in diversen deutschen Rennklassen der Seriensport-Läufe gefahren. Natürlich ist auch er von Continental – und wird sogar im Werk entwickelt. Dort ist direkt neben der Produktion die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Zweirad-Spezialisten untergebracht. Auch ihre Erzeugnisse werden in der Erstausrüstung und im Ersatzgeschäft benötigt, um maximalen Grip und Sicherheit auf den Asphalt zu bringen.

ContiTech – 185.000 Meter Schlauch täglich

Unter der Motorhaube und unter dem Wagen sind die Produkte von ContiTech Schlauch zu finden, die im Waldecker Land produziert werden. Hier entstehen Schläuche und Schlauchkrümmer, ohne die kein Kraftstoff, keine Bremsflüssigkeit und kein Abgas in Auto und Motor zirkulieren könnte. Dazu müssen diese flexiblen Leitungen extrem hitzebeständig und druckfest sein. Schon ihre Menge fasziniert: Über 185.000 Meter Schlauch werden täglich produziert – eine Strecke, die vom Werkstor in Korbach bis nach Köln reicht. Hinzu kommen Schläuche für die Lebensmittelindustrie, die Flugzeugbetankung und den Gartenbau. Außerdem werden Schlauchbögen und Zusammenbauteile produziert, die dem Zusammenbau der diversen Leitungen und Schläuche im Auto dienen.

Das Werk in Korbach mit seinen gut 24.000 Einwohnern ist der wichtigste Arbeitgeber und mit aktuell rund 146 Auszubildenden einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region.