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Helden des Schlamms

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10/11/2016
 

Teil 1 der neuen GripWorld-Serie "Verrückte Läufe": Beim "World’s Toughest Mudder"-Wettkampf in der Wüste bei Las Vegas geht jeder Teilnehmer an seine Grenzen – beim 24-Stunden-Kampf durch Schlamm und Staub.



Halfpipe für Läufer? Egal, was sich als Hindernis anbietet, beim Tough Mudder muss man überalldrüber, drunter oder durch… Foto: Tough Mudder

 

Über meterhohe Wände klettern, unter Stacheldraht durch Schlamm robben, durch herunterhängende Kabel von Elektroschocks malträtiert werden und nebenbei noch 18 Kilometer laufen – das ist Tough Mudder, der Hindernislauf für, nun ja, mild verrückte Läufer. Was 2010 im US-Staat Pennsylvania mit 4.500 Teilnehmern beim ersten Event dieser Art begann, hat sich mittlerweile zu einem regelrechten Hype entwickelt. Über 50 Tough-Mudder-Läufe (zur Deutsch bedeutet Tough Mudder in etwa: "Schlamm für Hartgesottene") dieser Art gibt es mittlerweile jährlich weltweit. 2015 haben mehr als zwei Millionen Menschen einen Tough Mudder absolviert. Den Gründern Will Dean und Guy Livingstone ging es jedoch nicht darum, die Verrücktesten der Verrückten durch Zeitmessung und Platzierungen zu küren. Teamgeist und Spaß sollen an erster Stelle stehen. Es ist physische und psychische Stärke, die richtige Taktik und eine optimale Ausrüstung gefragt, um die rund 20 Hindernisse erfolgreich zu meistern auf der meist 16 bis 18 Kilometer langen Strecke. Und wem das noch nicht genug an Herausforderungen und zu wenig Wettkampf ist, der darf sich seit 2014 auf den Tough-Mudder-Jahresabschluss im November freuen. Denn dann steht einer der wohl epischsten Extrem-Hindernisläufe der Welt an: der World’s Toughest Mudder.

Handschuhe und ein Neoprenanzug sind in der Wüste von Nevada bei Las Vegas unerlässlich beim Tough Mudder. Foto: Tough Mudder

 

Wie der Name schon verrät, ist dies kein normaler Tough Mudder. Am Lake Las Vegas in der Wüste Nevadas gehen die Menschen jedes Jahr weit über ihre Grenzen. Ein acht Kilometer langer Parcours mit 20 Hindernissen muss innerhalb von 24 Stunden so oft wie möglich absolviert werden. Wer am Ende die meisten Runden für sich verbuchen kann, wird als Sieger gekürt. Prämiert werden drei verschiedene Kategorien: Frauen, Männer und Teams. Derzeitiger Rekordchampion ist der Kanadier Ryan Atkins, der die sagenhafte Marke von 160 Kilometern in 24 Stunden gemeistert hat. Alle 300 Meter wartet ein Hindernis, und auch das Wetter leistet seinen Beitrag: Ist es im November tagsüber gemütliche 19 Grad warm, kann es des Nachts auch mal gen Gefrierpunkt gehen. Bei diesem Event muss man auf wirklich alles vorbereitet sein. Doch auch wenn es einen Sieger gibt, der Mudder-Teamgeist wird nicht vergessen. In einem Interview nach seinem WTM-Sieg 2013 erzählte der Champion Atkins: „Das ganze Rennen über habe ich diese Gemeinschaft gespürt. Es war einfach cool, ein Teil davon gewesen zu sein und die Momente mit all meinen Mudder-Freunden teilen zu können.“

Bei den 20 Hindernissen lassen sich die Veranstalter des Tough Mudder immer wieder etwas Neues einfallen. Zum Beispiel eine Hand-Seilbahn… Foto: Tough Mudder

 

Mitmachen kann jeder, der will. Die Gemeinschaft ist für alle offen, eine Qualifikation gibt es nicht. Doch man sollte gewarnt sein: Der Lauf ist wirklich nur etwas für die Hartgesottenen. Körperliche Topform und mentale Ausgewogenheit sind Grundvoraussetzungen, um überhaupt ansatzweise bestehen zu können. Daneben spielt eine optimale Vorbereitung eine große Rolle: Utensilien wie mehrere Paare eingelaufene Laufschuhe, ein Neoprenanzug, Handschuhe und eine Stirnlampe für die Nacht sind Gold wert. Das Trainieren der Griffstärke, ein definierter Muskelaufbau und ein zuverlässiges Team zur Unterstützung unabdinglich. Bei diesem Lauf ist also weit mehr gefragt als ein bärenstarker Wille und Kondition. „Wie lässt sich der World’s Toughest Mudder mit anderen Events vergleichen?“, wurde Ryan Atkins gefragt. Die Antwort des lauferfahrenen Champions: „Gar nicht."

Ab durch die Röhre – und bei Gleichgewichtverlust droht das Schlammbad. Szene vom World’s Toughest Mudder, der jeden November bei Las Vegas startet. Foto: Tough Mudder