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So läuft's: 10 Tipps für den Laufschuhkauf

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30/11/2016
 

Wie und wo kauft man am besten Laufschuhe? Für 20 oder für 200 Euro? Morgens oder abends? Stephan Weinrich, Sportschuhexperte beim Fachanbieter Lunge, gibt zehn Tipps zum Schuhkauf.


1. Ohne Schuhe läuft's nicht

Laufanfänger machen oft den Fehler, uralte Jogging-Schuhe aus vergangenen Tagen aus dem Schrank zu kramen – und haben später vielleicht Probleme in den Knien oder Fußgelenken. Die Bedeutung von guten Schuhen ist nicht zu unterschätzen. Schuhe sind schließlich das einzige und damit entscheidende Accessoire, das man wirklich zum Laufen benötigt. Ein guter Schuh bietet Schutz vor Stoßbelastungen, schont den Bewegungsapparat und verhindert Fehlbelastungen. Je nach Modell kann ein Schuh sich außerdem positiv auf die Laufleistung auswirken.

Continental und Adidas entwickeln in enger Zusammenarbeit Laufschuhe mit besonders guten Grip-Eigenschaften. Foto: Adidas

Stephan Weinrich, 43, ist Betriebsleiter des Laufschuh-Anbieters „Lunge Der Laufladen“. Das Unternehmen der Brüder Ulf und Lars Lunge unterhält auch eine eigene Schuhmanufaktur in Düssin in Mecklenburg und stellt seit 30 Jahren Laufschuhe her.

 

2. Keine Schuhe vom Discounter

Ob Anfänger oder Fortgeschrittener: Laufschuhe vom Discounter machen nicht wirklich Sinn. Auch wenn der preiswerte Schuh bei der ersten Anprobe bequem wirkt und passt – auf Dauer können sich diese Modelle, die sich teils im Preisbereich von zwanzig Euro bewegen, negativ auf die Gesundheit auswirken. Fehlbelastungen zeigen sich aber noch nicht nach dem ersten Lauf, sondern meist erst später. Da der Körper Fehlbelastungen kurzfristig ausgleichen kann, treten die Beschwerden, die durch das falsche Schuhwerk hervorgerufen werden, oft erst nach Wochen auf.

 

3. Lassen Sie sich beraten

Wer Laufschuhe kauft, sollte sich dabei beraten lassen. Im Fachgeschäft drückt einem der Verkäufer nicht einfach ein paar Schuhe in der richtigen Größe in die Hand, sondern beurteilt auch den individuellen Laufstil des Kunden. In vielen Fachgeschäften wird eine Laufanalyse durchgeführt, um individuell passende Schuhe im Einklang mit dem Körpergewicht sowie der Bein- und Fußstellung zu finden – das kann auch eine halbe Stunde in Anspruch nehmen. Derzeit gibt es jeweils etwa 900 verschiedene Schuhmodelle für Männer und Frauen. Ohne fachliche Beratung findet man sich da gar nicht mehr zurecht.

 

4. Entscheiden Sie auch nach Gefühl

Ein Fachberater kann zwar individuell passende Schuhe anbieten – er kann dem Kunden aber nicht die Entscheidung abnehmen. Es gibt keine Faustregel, wie sich ein Schuh anfühlen muss. Der eine mag einen etwas festeren Sitz, der andere mag es ein wenig befreiter. Grundsätzlich gilt natürlich: Der Schuh sollte nicht drücken, den Fuß nicht einengen, aber dennoch ausreichend Halt bieten. Letztlich entscheidet das persönliche Gefühl, ob der Schuh gut ist oder nicht.

 

5. Gut gedämpft und gut gefedert

Ein guter Schuh zeichnet sich durch einige technischen Eigenschaften aus: Wichtig ist das Rückstoßpotenzial des Materials, insbesondere der Schuhsohle. Würde ein Schuh zu einhundert Prozent dämpfen, würde man am Boden kleben bleiben, der Schuh würde die Energie komplett absorbieren. Daher ist es wichtig, dass das Material der Sohle die Kraft beim Aufkommen des Schuhs auf den Boden absorbiert, aber einen Teil dieser Energie eben auch speichert und beim Heben des Fußes wieder abgibt. Das Verhältnis zwischen Dämpfung und Abfederung ist entscheidend. Wie hoch die Dämpfung eines Laufschuhes sein sollte, hängt vom Laufuntergrund, aber auch vom eigenen Körpergewicht und vom Laufstil ab. Tendenziell setzen etwa 90 Prozent aller Läufer zuerst mit der Ferse auf und benötigen in diesem Bereich mehr Dämpfungsmaterial. Vorfußläufer hingegen setzen den Fuß weiter vorne auf – sie sollten eher mit einem flacheren und festeren Schuh laufen.

 

6. Schuhe etwas größer kaufen – und abends

Laufschuhe kauft man am besten eine Nummer größer als normale Schuhe. Während man läuft, schwillt der Fuß etwas an und braucht mehr Raum. Insbesondere im vorderen Bereich sollten etwa zwei Zentimeter Luft sein. Auch in der Breite sollte der Schuh genügend Raum bieten, da sich die Zehen beim Aufkommen spreizen und sich somit die Fußfläche vergrößert. Ist der Schuh zu eng, macht sich das schnell schmerzhaft bemerkbar. Außerdem sollte man den Schuh immer abends kaufen, da der Fuß dann etwas größer ist. Kauft man hingegen morgens einen Schuh, der ideal passt, könnte er bereits am Abend zu klein sein.

Laufen wie ein Profi dank Continental-Technologie: Der Schuh "Adidas Adizero Adios 2" ist mit einer Sohle von Continental ausgerüstet, die besonders guten Grip bietet. Foto: Adidas

 

7. Es muss nicht der teuerste Schuh sein

Wie viel Geld man für einen Schuh ausgibt und wie viel Hightech in ihm stecken sollte, hängt davon ab, welche Art von Läufer man ist. Gerade für Anfänger oder Normalläufer muss es nicht der absolute High-End-Schuh sein. Wer aber regelmäßig an Marathons und anderen Laufwettkämpfen teilnimmt, sollte schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Ein vernünftiger Laufschuh sollte etwa zwischen 100 und 150 Euro kosten. Unter 100 Euro wird es schwer, einen guten Laufschuh zu finden. Nach oben ist natürlich alles offen, es gibt auch Schuhe für 250 Euro, die dann gut sind, wenn es etwa bei Ultraläufern auch noch auf das letzte Gramm Gewicht ankommt. Beim Kauf von Laufschuhen muss man nicht nur zu den Marken greifen, die man aus der Werbung kennt. Es gibt einige Hersteller, die sich einzig auf die Produktion von Laufschuhen spezialisiert haben und die den meisten Kunden unbekannt sind, weil man ihre Produkte eben nicht so oft in der Fußgängerzone, im Büro oder an der Uni sieht. Hersteller wie zum Beispiel Brooks oder Saucony produzieren auch sehr gute Laufschuhe und sind inzwischen feste Größen am Markt.

Der Klassiker unter den Laufschuhen von Lunge, die in einer eigenen Schuhmanufaktur produziert werden: Das Modell Classic Run wird seit 2008 verkauft und zeichnet sich durch eine besonders gut gefederte Mittelsohle aus. Foto: Lunge

 

8. Vielläufer sollten mindestens zwei Paar Schuhe besitzen

Wer mehr als drei Mal in der Woche läuft, sollte sich ein zweites Paar Schuhe zum Wechseln in den Schrank stellen. Allerdings sollten es zwei unterschiedliche Modelle sein. Das hat zwei Gründe: Auch Schuhe benötigen Pausen – so wie Läufer. Dann kann sich beispielsweise das Dämpfungsmaterial regenerieren und der Schuh hält länger. Zweitens bieten zwei verschiedene Modelle unterschiedliche Belastungsszenarien für den Bewegungsapparat – das sorgt für Ausgewogenheit, der Körper wird nicht zu einseitig belastet.

 

9. Nehmen Sie Ihre alten Schuhe mit ins Geschäft

Es empfiehlt sich, alte Laufschuhe, so vorhanden, mit ins Schuhgeschäft zu nehmen. Die Experten können dann aufgrund der Abnutzungserscheinungen des Schuhs Rückschlüsse ziehen, die bei der Wahl der neuen Schuhe helfen können. Auch wenn man bestimmte Laufsocken bevorzugt, kann man diese gerne mitbringen, um zu sehen, ob man damit in die Schuhe passt. Das gleiche gilt auch für Läufer, die orthopädische Einlagen nutzen.

 

10. Schuhe regelmäßig wechseln wie Autoreifen

Schuhe verhalten sich zum Teil wie Autoreifen: Durch den ständigen Kontakt zum Untergrund nutzt das Laufflächenprofil, also die Sohle, ab. Wenn diese irgendwann ganz blank ist, kann man den Schuh eigentlich nur noch entsorgen. Da die modernen Außensohlen allerdings sehr abriebfest sind, ist die innere Dämpfung des Schuhs meist sogar vorher verschlissen. Oft sieht man dem Schuh deswegen von außen nicht an, dass er nicht mehr intakt ist. Daher sollte man, ähnlich wie beim Reifen, regelmäßig das Profil überprüfen – und zudem die innere Ausstattung in Augenschein nehmen. Als Faustregel gilt, anders natürlich als bei Reifen: Nach etwa 1000 gelaufenen Kilometern sollte man an neue Schuhe denken.