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Continental startet lokale Produktion von Fahrsicherheitstechnologien ABS und ESC in Indien

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21/01/2016
 
  • ABS und ESC für Pkw werden vor Ort am Standort Gurgaon, Haryana von Continental Automotive Brake Systems hergestellt
  • Auslieferung von den ersten lokal gefertigten ABS/ESC-Produkten bis Ende 2016

Mit steigendem Bewusstsein für Fahrzeugsicherheitstechnologien und deren zunehmender Akzeptanz, entwickelt sich Indien zu einem Schwerpunktmarkt für Airbags, Antiblockiersysteme (ABS) und Elektronischer Stabilitätskontrolle (ESC). Die Division Chassis & Safety des internationalen Automobilzulieferers Continental beginnt im Jahr 2016 mit der Produktion von ABS- und ESC-Einheiten in Indien. Im Werk von Continental Automotive Brake Systems in Gurgaon, Haryana ist eine neue Montagelinie geplant, auf der ABS und ESC für Personenkraftwagen und später auch ABS für Zweiräder hergestellt werden sollen. Die lokale Produktion für die Elektronischen Steuergeräte ist für das Jahr 2018 in Bangalore geplant. Das Unternehmen liefert Ende 2016 die ersten in Indien produzierten ABS/ESC-Einheiten an einen führenden Fahrzeughersteller.

„Der indische Markt ist einer der größten Märkte für Kompaktwagen und Zweiräder weltweit. Durch die lokale Produktion dieser Systeme passen wir unser Portfolio an die Bedürfnisse der dortigen Kunden an.“, sagte Felix Bietenbeck, Leiter des Geschäftsbereichs Vehicle Dynamics bei Continental.

Die MK 100 ABS Entry wurde für die Fahrzeugsegmente A, B und C in den Wachstumsmarkten entwickelt.

„Indien weist von allen Ländern die größte Anzahl an Verkehrstoten auf. Eine verbreitete Nutzung von ABS, Airbags und ESC in Fahrzeugen kann maßgeblich dazu beitragen, die Zahl der Schwerverletzten und Todesopfer auf den Straßen Indiens zu senken“, so Claude d’Gama Rose, Managing Director von Continental Automotive Components India. „Dank unserer jahrzehntelangen Erfahrung in diesem Bereich bietet Continental ein Portfolio leistungsstarker fortschrittlicher Produkte an, mit deren Hilfe die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht werden kann.“

Die Aufgabe eines Antiblockiersystems (ABS) besteht darin, die Bremsstabilität und das Lenkvermögen bei allen Fahrbahnbeschaffenheiten aufrechtzuerhalten. Mit ABS-Systemen kann die maximale Bremswirkung erreicht werden, ohne dass dabei die Gefahr blockierender Räder besteht. Das ABS verbessert somit die Stabilität und Lenkbarkeit des Fahrzeugs. Zu diesem Zweck erfasst das elektronisch gesteuerte Bremssystem die Geschwindigkeit an allen vier Rädern und berechnet für jedes Rad die optimalen Schlupfverhältnisse. Die ABS-Lösung von Continental ist modular und skalierbar und kann individuell an verschiedene Regelungsstrategien angepasst werden, nicht nur bei Pkw, sondern auch bei Zweirädern.

Die MK 100 basiert auf einer modularen Produktfamilie und lässt sich beliebig skalieren. Mit der MK 100 ESC lassen sich bereits Sicherheits- und Assistenzfunktionen darstellen.

Die Elektronischen Stabilitätskontrolle (ESC) unterstützt dabei, kritische Fahrzeugzustände zu verhindern. Permanent wertet das System die Messdaten von Raddrehzahlsensoren, Lenkwinkelsensor sowie Gierraten- und Querbeschleunigungssensoren aus und vergleicht die Vorgaben des Fahrers mit dem tatsächlichen Fahrzeugverhalten. Wird ein instabiler Zustand erkannt, zum Beispiel als Folge einer plötzlichen Ausweichbewegung, reagiert ESC innerhalb von Millisekunden und stabilisiert das Fahrzeug durch radindividuelle Bremseneingriffe und Anpassen des Motormoments. Gleichzeitig ist ESC die Voraussetzung für weitere Sicherheitstechnologien wie Fahrerassistenzsysteme. Auf der Grundlage von ESC kann die Sicherheit im Straßenverkehr durch neue vorausschauende Fahrerassistenzsysteme auf Basis von Umfeldsensoren wie Radar, Kamera oder Lidar noch weiter erhöht werden.

Ein Blick in die Statistik zeigt, wie wichtig ABS-Systeme allein für Motorräder sind. In Indien haben Zweiradunfälle 2014 zu 32.524 Toten und über 127.000 Verletzten geführt.Entscheidend für die Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr sind die Sensibilisierung und die Durchsetzung von entsprechenden Maßnahmen. In einem jüngsten Gesetzesentwurf des indischen Verkehrsministeriums (Ministry of Road Transport and Highways) wird festgelegt, dass alle ab dem 1. April 2017 gefertigten Zweiräder, deren Hubraum 125 Kubikzentimeter überschreitet, über Antiblockiersysteme verfügen müssen. Alle bereits vorhandenen Zweiräder mit einem Hubraum von mehr als 125 Kubikzentimeter müssen ab dem 1 April 2018 mit Antiblockiersystemen ausgestattet sein. Damit wurden die ersten konkreten Schritte unternommen, um auf den Straßen Indiens das Ziel der „Vision Zero“, der Vision vom unfallfreien Fahren, zu erreichen.