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Auch der DVR hat sich der Vision Zero verschrieben

Warum Vision Zero

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22/10/2015
  • Es gibt immer noch viel zu viele Verkehrstote – in Deutschland, Europa und weltweit, sagt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), Bonn, und beschloss, die Vision Zero zur Grundlage seiner Verkehrssicherheitsarbeit zu machen

Die „Nullvision“ ist das Bild einer Zukunft, in der niemand mehr im Straßenverkehr getötet oder so schwer verletzt wird, dass er lebenslange Schäden davonträgt. Dabei geht die Vision Zero von vier Grundsätzen aus:

1. Das Leben ist nicht verhandelbar

Kein anderes Gut kann so wichtig sein, dass es gegen das menschliche Leben aufgerechnet werden darf. Angesichts der vielfältigen verfügbaren Möglichkeiten und dem in Nachbarländern wie Schweden erreichten Niveau der Verkehrssicherheit kann man durchaus kritisch hinterfragen, ob das grundgesetzlich verbriefte Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit in Deutschland und vielen der EU-Staaten mit ähnlichen Verfassungsregelungen wirklich mit allen Mitteln geschützt wird.

2. Der Mensch ist fehlbar

Es ist evident, dass in Geschwindigkeitsbereichen, in denen sich unsere motorisierte Verkehrsteilnahme überwiegend abspielt, Fehlentscheidungen des Menschen nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel sind. Doch unser heutiges Strassenverkehrssystem ist viel zu selten an diese Tatsache angepasst.

3. Die tolerierbaren Grenzen liegen inder physischen Belastbarkeit des Menschen

Das gesamte System Straßenverkehr muss an den Menschen angepasst werden, nicht umgekehrt. Gradmesser und Kriterium für die Gestaltung des Verkehrssystems ist die biologische Toleranz des Menschen, also das, was er aushält. Dafür liefert die Unfallforschung wissenschaftlich belegte Grenzwerte. Aktiven und passiven Sicherheitssystemen kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu.

4. Die Menschen haben ein Recht auf ein sicheres Verkehrssystem

Im Straßenverkehrsrecht wird primär der einzelne Verkehrsteilnehmer in die Pflicht genommen. Nach Auffassung von der Vision Zero ist der einzelne Mensch jedoch nur für die Einhaltung von Gesetzen und Bestimmungen verantwortlich, während die Systemgestalter dafür zu sorgen haben, dass das System als Ganzes sicher ist. Zu diesen Systemgestaltern gehören in erster Linie die Behörden, die für Bau und Unterhaltung der Straßen zuständig sind, die Fahrzeughersteller, die Transportunternehmer, die Politiker, die Gesetzgebung, die Rechtsprechung und die Polizei.
www.dvr.de