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Reifenwissen

Allgemeine gesetzliche Anforderungen und Montage von Gebrauchtreifen

Allgemeine gesetzliche Anforderungen

In den meisten europäischen Ländern ist für Pkw eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm gesetzlich vorgeschrieben. Als Hinweis für den Verbraucher befinden sich in den Hauptprofilrillen des Reifens Abnutzungsindikatoren, die bei einer Restprofiltiefe von ca. 1,6 mm auf gleicher Ebene wie die restliche Lauffläche liegen.

Darüber hinausgehend empfehlen wir, alle Pkw- Reifen im Straßengebrauch bereits bei folgenden Restprofiltiefen zu ersetzen:

• Sommer-/Hochgeschwindigkeitsreifen, Ganzjahresreifen = 3 mm

• Winterreifen = 4 mm 

Diese Empfehlungen basieren auf unseren Testergebnissen sowie auf Erkenntnissen aus der alltäglichen Praxis, die zeigen, dass Fahrer die Leistungsmerkmale (z. B. Verhalten bei Nässe) ihrer Reifen besser aufrechterhalten können, wenn sie diese ersetzen, bevor die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm erreicht ist. Dies gilt insbesondere für Winterreifen unter winterlichen Bedingungen, deren Leistungsmerkmale wie z. B. Traktionsvermögen auf Schnee bei Profiltiefen unter 4 mm deutlich herabgesetzt sind. 

Montage von Gebrauchtreifen

Sobald Reifen an einem Fahrzeug montiert und in Betrieb genommen werden, sind sie als „gebraucht“ zu betrachten.

Mit dem Kauf von gebrauchten Reifen, deren Vorgeschichte ungewiss oder unbekannt ist, sind gewisse Risiken verbunden.  Gebrauchtreifen können unsachgemäß betrieben worden sein und Schäden aufweisen, die schließlich zum Ausfall des Reifens führen.

Nicht alle Reifenbeschädigungen oder Bedingungen, die zu einem Reifenausfall führen, sind leicht zu erkennen. So können beispielsweise unsachgemäße Reparaturen oder Beschädigungen der inneren Deckschicht eines Reifens nur durch eine Inspektion der Innenseite des Reifens im abmontierten Zustand festgestellt werden. Vor der Verwendung eines gebrauchten Reifens sollten Sie den inneren und äußeren Zustand durch eine qualifizierte Reifenfachwerkstatt sorgfältig prüfen lassen. Beim Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs mit unbekannter Vorgeschichte der Reifen wird empfohlen, die Reifen von einer Reifenfachwerkstatt untersuchen zu lassen; dabei sollten die Reifen abmontiert werden, um auch das Reifeninnere untersuchen zu können. Dabei ist auf die folgenden Merkmale zu achten.

EMPFEHLUNGEN:

Kaufen, verkaufen oder montieren Sie KEINE Gebrauchtreifen, die eines der folgenden Merkmale aufweisen:

• Stichverletzungen oder andere Durchschläge, auch wenn diese repariert wurden.

• Anzeichen für Ablösungserscheinungen der Lauffläche oder des Gürtels (z. B. Ausbeulungen, lokaler Abnutzung der Lauffläche, Vibrationen, ungewöhnliche Reifengeräusche usw.)

• Anzeichen für Schäden durch Pannen, Minderluftdruck bzw. Überlastung (z. B. Abrieb der inneren Deckschicht, Delamination oder Verfärbung; übermäßige Abnutzung der Profilschulter usw.) 

• Schnitte, Risse, Beulen, Kratzer, Ozonrisse/Wettereinflüsse, Stoßbrüche usw. oder Schäden bzw. Abnutzungserscheinungen, die zur Freilegung des Reifenunterbaus geführt haben. 

• JEGLICHE Beschädigungen der inneren Deckschicht oder des Wulstes.

• JEGLICHE Hinweise auf einen kontinuierlichen Reifendruckverlust, der eine häufige Neubefüllung mit Luft erforderte.

• Unkenntliche oder entfernte DOT-Reifenidentifikationsnummer (TIN) auf der Seitenwand des Reifens.

• Reifen mit einem Datumscode, der älter als 10 Jahre ist. Der Datumscode – die letzten drei oder vier Ziffern der DOT/TIN-Kennzeichnung – gibt die Woche und das Jahr der Reifenherstellung an. Für den Fall, dass die Fahrzeughersteller basierend auf dem erwarteten spezifischen Einsatzgebiet eines Fahrzeugs ein anderes chronologisches Alter für den Reifenaustausch empfehlen, schließt sich Continental diesen Empfehlungen grundsätzlich an.

• Einbeziehung in ein Rückruf- oder Ersatzprogramm.

• Ungeeignete Profiltiefe für dauerhaften Betrieb (d. h. fast abgefahren). Reifen, die an irgendeinem Punkt eine Profiltiefe von 1,6 mm oder weniger aufweisen, sind abgefahren.

• Ursprüngliche oder aktuelle Montage auf einer Felge, die verbogen, verbeult, gerissen oder anderweitig beschädigt ist.

• Schäden durch Chemikalien, Feuer, übermäßige Hitze oder sonstige Umwelteinflüsse.

• Bezeichnung als „Altreifen“ oder aus anderem Grund nicht für kontinuierlichen Straßeneinsatz vorgesehen.

• Verwendung von Dichtmittel oder Auswucht-/Füllmaterial in der Vorgeschichte.

• Reifen, die so verändert wurden, dass sie wie Neureifen aussehen (z. B. nachgeschnittenes Profil).

• Folgende Kennzeichnungen auf der Seitenwand: „Not For Highway Use“ oder „NHS“ (darf nicht auf öffentl. Straßen eingesetzt werden), „For Racing Purposes Only“ (nur für den Einsatz im Rennsport), „Agricultural Use Only“ bzw. „SL“ (nur für landwirtschaftlichen Einsatz) oder ein anderer Hinweis, dass der Reifen nicht für öffentliche Straßen zugelassen ist.