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Stange: Ende in Singapur – Stielike: Erfolg in Korea

AFC Asia Cup

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05/04/2016

Bernd Stange, der ehemalige Trainer der DDR-Auswahl, hat seine Tätigkeit bei der Nationalmannschaft von Singapur beendet. (Foto: Imago) 

Bernd Stange kämpft nach drei Jahren als Nationaltrainer von Singapur um die Deutungshoheit seiner Arbeit. Erfolg oder Misserfolg, das ist die Frage. Stange legte Ende vergangenen Monats sein Amt nieder. Unter seiner Leitung zog der Stadtstaat ohne den Umweg über die Playoffs direkt in die dritte Runde der Qualifikation zur Asienmeisterschaft 2019 ein. Sollte auch die letzte Hürde genommen werden, wäre es die erste Teilnahme des Landes am Kontinentalturnier nach 1984. Damals war Singapur als Gastgeber gesetzt. Die Weltmeisterschaft 2018 in Russland findet erwartungsgemäß ohne das Land statt.

 

„Ergebnisse sind entscheidend und die Platzierung in der Weltrangliste ist wichtig. Aber wir sollten nicht vergessen, dass unsere Mannschaft aus Spielern aus dieser Stadt besteht. Keiner von ihnen hat im Ausland Erfahrung gesammelt“, sagte Stange. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er Singapurs Fußball im Asiatischen Fußball-Verband (AFC) einen Schritt nach vorn gebracht habe.

 

Manch einer beurteilt die Entwicklung aber auch etwas kritischer und kommt angesichts der Bilanz des 68-Jährigen zu dem Schluss, dass Stange sein Versprechen von einer Weiterentwicklung nicht eingelöst habe. Kritiker werfen ihm das Vorrundenaus bei der ASEAN-Meisterschaft südostasiatischer Länder 2014 vor, als Singapur als Titelverteidiger ohne Punkte blieb. Obwohl Stange damals den Mut hatte, 14 von 22 Spielern zu berufen, die unter 24 Jahre alt waren.

Uli Stielike, der früher bei der deutschen Nationalelf arbeitete, beim 1:1 seiner Südkorea-Mannschaft gegen Japan beim Ostasien-Cup in Wuhan (China) im August 2015. (Foto: Getty Images)

 

Ein anderer Vorwurf lautet, es sei Stange nicht gelungen, ein moderneres Spielsystem mit seiner Mannschaft zu entwickeln. Seine Bilanz hingegen ist mit 14 Siegen aus 34 Spielen besser als die seines Vorgängers. Doch auch hier melden sich Kritiker: Siege gegen große asiatische Teams gelangen nicht. Dennoch bleibt ein Duell mit dem WM-Dauergast Japan als Höhepunkt der Ära Stange in Erinnerung, als Singapur im vergangenen Sommer in Saitama ein sensationelles 0:0 erreichte.

Das Singapur-Team des deutschen Trainer Bernd Stange nach dem sensationellen 0:0 gegen Japan in Saitama im Juni 2015. (Foto: Getty Images) 

 

Einen Rückzug vom Fußball schloss der Fußballlehrer aus. Wo es vor dem Ruhestand im australischen Perth noch hingeht, weiß er bislang nicht. In seiner Laufbahn trainierte er unter anderem auch die Nationalmannschaften der DDR, des Oman, des Irak und Weißrusslands. Das vorerst letzte Länderspiel unter seiner Führung verlor Singapur in Afghanistan 1:2.


Dort feierte der neue Trainer Petar Segrt, einst Jugendtrainer beim VfL Bochum und dem MSV Duisburg, seinen zweiten Sieg im dritten Pflichtspiel. Segrt hatte im Herbst den Deutsch-Bosnier Slaven Skeledzic abgelöst, der früher den Nachwuchs von Eintracht Frankfurt und Hannover 96 trainiert hatte. Skeledzic war im Februar 2015 in Afghanistan mit großen Zielen angetreten. Doch Geduld hatte der Verband nicht mit ihm und entließ ihn nur neun Monate später.

 

Stielike mit Südkorea auf Kurs zur WM 2018

Sicher im Sattel sitzt derweil Uli Stielike als Trainer in Südkorea. Der Finaleinzug bei der Asienmeisterschaft 2015 wird als Erfolg gewertet, auch wenn im Endspiel gegen Gastgeber Australien eine Mannschaft die Oberhand behielt, die im Fifa-Ranking hinter den Koreanern platziert ist. Der Fifa-Rangliste wird in Asien wesentlich mehr Aussagekraft beigemessen als in Europa. Doch gegen einen Turnier-Gastgeber kann ein Endspiel eben auch mal verloren gehen. Es blieb die einzige Niederlage Stielikes im Jahr 2015.


Die WM-Qualifikation verläuft für Südkorea reibungslos. Sieben Siege aus sieben Spielen mit einer Bilanz von 24:0 Toren ließen in der zweiten Runde keinen Zweifel daran, dass die Roten Teufel das Ticket nach Russland fest eingeplant haben. Stielike verlangt aber nicht nur Siege gegen schwächer eingestufte Teams. Er will, dass seine Mannschaft ihre Gegner dominiert. So geschehen vergangenen Monat, als Südkorea 90 Minuten lang gegen destruktive Libanesen anrannte und erst in der Nachspielzeit den Siegtreffer markierte. „Das war nur gerecht, weil wir die gesamte Spielzeit auf dieses Tor hingearbeitet haben“, sagte der Europameister von 1980.

Der für die TSG Hoffenheim in der Bundesliga spielende Südkoreaner Jin-Su Kim (rechts) im Duell gegen Adnan Haidar beim 1:0-Sieg gegen die Libanon-Auswahl im März 2016. (Foto: Getty Images)

 

Er gönnte sich den Luxus, den früheren Leverkusener Heung-Min Son, der jetzt für die Tottenham Hotspur stürmt, nicht zu berufen. Die Schonung soll Tottenham gewillt stimmen, Son im kommenden Sommer für die Olympia-Auswahl des Landes freizugeben. Stielike ist bereit, einen Eckpfeiler seiner Mannschaft auf die Medaillenjagd in Rio zu schicken, obwohl kurz danach die heiße Phase in der WM-Qualifikation beginnt.