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Titelverteidiger scheitert in Vorrunde: K.o. für Evergrande

AFC Asia Cup

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02/05/2016
 

Aus in der Vorrunde: Titelverteidiger Guangzhou Evergrande muss den Traum von einem erneuten Triumph in der asiatischen Champions League vorzeitig begraben. Dem Finalerfolg im Vorjahr folgte das böse Erwachen in der Gruppenphase der neuen Saison. 


Mit fünf Punkten aus fünf Begegnungen kann Guangzhou am letzten Spieltag der Gruppe H nach Punkten allenfalls noch gleichziehen mit dem zweitplatzierten, früheren Titelgewinner Urawa Red Diamonds aus Japan. Doch der direkte Vergleich spricht gegen die Chinesen, was das Ende aller Hoffnungen besiegelt. Mit Shandong Luneng und Shanghai SIPG schafften bislang zwei Klubs aus der Chinese Super League die vorzeitige Qualifikation für die nächste Runde. Chinas Profiliga genießt nach einem Transferwahnsinn im Winter mit Ausgaben in Höhe von mehreren Hundert Millionen Dollar erhöhte Aufmerksamkeit – vor allem auch in der Champions League. Das neue Starensemble von Jiangsu Suning um den Rekordtransfer Alex Teixeira und Mittelfeldstar Ramires, der vom FC Chelsea kam, muss dagegen noch bangen, kann aber mit einem Sieg bei Jeonbuk Hyundai Motors in Korea am letzten Spieltag auch noch Gruppensieger werden.

Der Brasilianer Paulinho (Mitte) mit Evergrande in der AFC Champions League gegen Urawa Red Diamonds aus Japan. Chinas Meister verlor 0:1 nach einem 2:2 im Hinspiel. (Foto: Getty Images) 

 

Vorzeitig in der nächsten Runde stehen aus der Ostasien-/Ozeanienregion neben den Urawa Red Diamonds auch der FC Seoul und die Debütanten des FC Sydney. In den vier Vorrundengruppen Zentralasiens stehen bereits zwei iranische Vertreter in der Runde der letzten 16. Vizemeister Tractorsazi Tabriz und Pokalsieger Zob Ahan Esfahan FC, der 2010 schon einmal im Finale der Champions League stand, machten ihr Weiterkommen am fünften Spieltag klar. Für Tractorsazi ist es das erste Weiterkommen im vierten Anlauf. Auch der katarische Klub Lekhwiya SC steht im Achtelfinale.


 

Evergrande entließ nicht den Trainer, sondern den Präsidenten 

Die meisten Schlagzeilen nach dem fünften Vorrundenspieltag lieferte jedoch das Ausscheiden des chinesischen Serienmeisters aus Guangzhou. Das Scheitern bedeutet den größten Rückschlag des Vereins in der Amtszeit von Startrainer Luis Felipe Scolari. „Das ist sehr enttäuschend. Jetzt müssen wir uns auf die Titelverteidigung in der Super League konzentrieren. Das wird schwierig genug“, sagte der Brasilianer. Scolari war nach seiner Inthronisierung im Juni 2015 bis in den Dezember hinein ungeschlagen geblieben, gewann die nationale Meisterschaft und die Champions League. Erst bei der Klub-WM im Dezember verlor Guangzhou im Halbfinale sein erstes Pflichtspiel mit Scolari an der Linie – 0:3 gegen den FC Barcelona.

Luis Felipe Scolari, Weltmeister-Trainer von 2002, musste nach dem Titelgewinn von 2015 das Vorrunden-Aus von Evergrande Guangzhou verkraften. (Foto: Getty Images)

 

Scolari hatte den Gewinn der Vereins-WM als nächsten großes Ziel der Südchinesen ausgerufen. Die enttäuschenden Resultate der neuen Saison lassen aber vermuten, dass Guangzhou von der Weltkrone des Klubfußballs noch ein großes Stück entfernt ist. Die steinreichen Klubbesitzer ließen ihren Ärger jedoch nicht an dem Weltmeistertrainer von 2002 aus, sondern an Präsident Liu Yongzhou, der von seinen Aufgaben vor wenigen Tagen entbunden wurde. Liu hatte die Titelverteidigung in der Champions League zum Saisonziel erklärt, und war vor allem für den Verkauf von Torjäger Elkeson für 22 Millionen Dollar an den Vizemeister Shanghai SIPG verantwortlich.

Elkeson wird bei Evergrande vermisst. Der Brasilianer schießt nun Tore für Shanghai SIPG. Beim 3:1 gegen Melbourne Victory wurde er von Leigh Broxham (rechts) einmal gestoppt. (Foto: Getty Images)

 

Dessen Abgang schmerzt die Mannschaft offenbar sehr, weil die Tore des Brasilianers Guangzhou in der Vorrunde fehlten. Elkeson hatte stattdessen mit vier Treffern maßgeblichen Anteil am vorzeitigen Weiterkommen seines neuen Vereins, der vom früheren englischen Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson betreut wird. Elkeson bildet gemeinsam mit dem Argentinier Dario Conca das Herz und die Seele der Shanghaier. Auch Conca spielte bis 2013 für Guangzhou. Beide trafen beim entscheidenden 3:1 über Melbourne Victory zum Einzug in die nächste Runde. „Seit vergangenem Jahr träumt Shanghai vom Gewinn der Champions League und bis jetzt schlagen wir uns gut“, sagte Eriksson nach dem Sieg. „Ich bin stolz auf die Mannschaft und auf den Klub. Unsere Spieler haben exakt das umgesetzt, über was wir vor dem Spiel gesprochen haben“, so der Schwede.

Trotz des mächtigen Sprungs von Ziyad al-Shhafi erreichte Al Ittihad aus Saudi-Arabien gegen das Emirate-Team Al Nasr mit Luis Garces (rechts) nur ein 1:3 und ein 0:0. (Foto: Getty Images)

 

Zittern muss noch der zweimalige Champions-League-Sieger Al Ittihad FC aus Saudi-Arabien, der als bislang einziger Verein den Titel in diesem Wettbewerb erfolgreich verteidigen konnte. Der letzte Triumph liegt zwar bereits mehr als zehn Jahre zurück. Doch Ittihad verfolgt immer den Anspruch ganz oben mitzuspielen, national wie international. Doch für ein Weiterkommen benötigt Ittihad nicht nur einen eigenen Sieg gegen das iranische Team aus Sepahan sondern auch Schützenhilfe im anderen Gruppenspiel des Abends.