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Ex-Schalker als Held in Asiens Champions League

AFC Asia Cup

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30/05/2016
 

Die Nachspielzeit lieferte in den Achtelfinal-Rückspielen der asiatischen Champions League ausreichend Stoff, aus dem Helden sind. Für die chinesischen Klubs Shandong Luneng und Shanghai SIPG sowie den FC Seoul aus Südkorea wendete sich das Blatt erst in der Nachspielzeit, zum Leidwesen von Klubs aus Australien und Japan, zwei führende Fußball-Nationen des Kontinents, die mit keinem Vertreter in den Viertelfinals vertreten sind.

 

In Sydney war der Ex-Schalker Hao Junmin auf Seiten von Shandong Luneng der gefeierte Mann des Abends, der in der 91. Minute unter einer Spielertraube begraben wurde. Für seinen Klub Shandong Luneng war Hao mit einem Schuss aus 25 Metern der Ausgleich zum 2:2-Endstand gegen den FC Sydney gelungen. Zuvor hatte der Nationalspieler 79 Minuten lang auf der Reservebank gesessen. Hao schoss seinen Klub erstmals seit 2005 wieder unter die besten acht Klubs des Wettbewerbs. „Uns war klar, dass das hier eine spannende Angelegenheit wird. Ich freue mich wahnsinnig für meine Spieler“, sagte Trainer Mano Menezes, der bis 2012 die brasilianische Nationalmannschaft trainierte.

Der Ex-Schalker Hao Junmin (rechts), hier im Spiel gegen Sanfrecce Hiroshimo mit Hiroki Mizumoto, führte mit seinem Tor gegen Sydney sein Team Shandong Luneng ins Achtelfinale. (Foto: Imago)

 

Sein Amtskollege Graham Arnold vom FC Sydney war trotz des Ausscheidens stolz auf seine Mannschaft und erinnerte an die Starbesetzung der finanzstarken Ostchinesen. „Man sieht einfach den Unterschied bei hochklassigen Spielern wie Diego Tardelli und Walter Montillo. Immer wenn die den Ball haben, wird es gefährlich“, sagte Arnold. Tardelli, der allerdings einen Foulelfmeter verschoss (77.), ist aktueller brasilianischer Nationalspieler. Montillo lief sechs Mal für Argentinien auf. Er hatte das zwischenzeitliche 1:1 erzielt (12.).

 

Eine argentinisch-brasilianische Achse gehört auch zum Erfolgsrezept bei Shanghai SIPG, trainiert vom früheren englischen Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson. Zwar blieben sowohl Mittelfeldspieler Dario Conca als auch Stürmer Elkeson ohne Treffer, doch Eriksson stellte nach dem 1:0 und dem Weiterkommen gegen den FC Tokio fest: „Natürlich waren wir insgesamt gesehen die bessere Mannschaft, sodass wir verdientermaßen in die nächste Runde eingezogen sind.“ Doch es bedurfte wie in Sydney eines Treffers in der Nachspielzeit, den Wu Lei per Abstauber nach einem abgewehrten Schuss seines Sturmpartners Elkeson markierte.

Wu Lei (rechts) setzt sich gegen Yuhei Tokunaga durch. Er schoss den 1:0-Siegtreffer für Shanghai SIPG gegen den FC Tokio. (Foto: Imago)

 

Für die Urawa Red Diamonds aus Japan nahm das Drama in Seoul in der 121. Minute seinen Lauf, als Go Yo-han mit einem leicht abgefälschten Verzweiflungsschuss das 3:2 für die Koreaner erzielte und das Elfmeterschießen erzwang. Im Asiatischen Fußball-Verband (AFC) wird die Auswärtstore-Regelung in K.o.-Runden nur nach 90 Minuten angewendet. In Europa hätte Seoul ein viertes Tor benötigt, um das Viertelfinale noch zu erreichen. So retteten sich die Gastgeber ins Elfmeterschießen. Die Japaner verschossen dreimal und schieden aus.

Schmerzhafter Passversuch: Kim Won-Sik (rechts) vom FC Seoul versucht, vor Shinzo Koroki von den Urawa Red Diamonds an den Ball kommen. Die Südkoreaner siegten im Elfmeterschießen. (Foto: Imago)

 

In Katar 5.300 Zuschauer, im Iran 65.000

In der Region Zentralasien schlitterte der katarische Klub Lekhwiya SC knapp an einer faustdicken Überraschung vorbei. Im Stadtduell in Katars Hauptstadt Doha bei El Jaish SC lag Lekhwiya in Unterzahl schon 4:1 in Führung und benötigte nur noch einen Treffer, um die 0:4 Heimpleite aus dem Hinspiel wettzumachen. Das Tor lag in der Luft, fiel aber auf der anderen Seite und bescherte El Jaish die erste Viertelfinalteilnahme der Vereinsgeschichte. Enttäuschend war vor allem die Zuschauerzahl. 5.300 Besucher sahen die Begegnung im Land des WM-Gastgebers 2022.

Gefährliches Spiel von Chico Fiores (Mitte). Mit Lekhwiya schied er im Katar-Duell aus. El Jaish SC mit Abdulrahman Mohammad (rechts) und Khaled al-Zigri kam ins Viertelfinale. (Foto: Imago)

 

Volle Stadien serviert hingegen der Iran. Doch über 65.000 Fans hofften vergebens auf das nötige vierte Tor für Vizemeister Tractorsazi Tabriz gegen Al-Nasr aus den Emiraten. Nach dem 4:1 im Hinspiel überstanden die Gäste die Drangperiode der Perser in den letzten 20 Minuten des Rückspiels und verteidigten ein 1:3, das ihnen zum erstmaligen Einzug ins Viertelfinale genügte. Auch im zweiten Duell Iran gegen Emirate behielten die Araber die Oberhand. Irans Pokalsieger Zob Ahan Esfahan FC, der 2010 schon einmal im Finale der Champions League stand, verspielte nach einem Remis im Hinspiel gegen Al Ain die große Chance aufs Weiterkommen vor den eigenen Fans und verlor 0:2.

 

Die Viertelfinalspiele, die erst im September ausgespielt werden, komplettieren die Jeonbuk Hyundai Motors, die nach einem 1:1 vergangene Woche bei Melbourne Victory im Rückspiel mit 2:1 den nötigen Sieg einfuhren, und Lokomotiv Tashkent BK. Die Usbeken setzen sich gegen Al Hilal aus Saudi-Arabien durch (0:0, 2:1).

 

Titelverteidiger Guangzhou Evergrande aus China war bereits in der Vorrunde gescheitert. Vorjahresfinalist Al Ahli FC aus Dubai hatte gar die erneute Teilnahme an der Champions League verpasst.