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Favorit Japan mit Kagawa ausgeschieden

AFC Asia Cup

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26/01/2015
 

Der große Favorit Japan schied aus und verpasste die Titelverteidigung. Mit 4:5 im Elfmeterschießen nach einem 1:1 (1:1, 0:0) über 120 Minuten unterlag der Asienmeister von 1992, 2000, 2004 und 2011 überraschend im Viertelfinale dem Team aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Vor 20.000 Zuschauern im Australia Stadium von Sydney war der Dortmunder Shinji Kagawa der Pechvogel der „Blue Samurai“, denn der Mittelfeldspieler vergab den entscheidenden Elfmeter. Ein Treffer hätte die Japaner ins Halbfinale geführt. Anschließend verwertete Ismail Ahmed für die Emirate seinen Schuss vom Strafstoßpunkt und machte die Sensation perfekt. Das VAE-Team trifft im Halbfinale in Newcastle auf Gastgeber Australien. Die „Socceroos“ hatte im Viertelfinale vor 46.000 Zuschauern in Brisbane China mit 2:0 (0:0) bezwungen. Beide Tore erzielt der 35-jährige Tim Cahill, der in der Major League Soccer für Red Bull New York spielt.

Shinji Kagawa schießt auf das Tor der Vereinigten Arabischen Emirate. Später vergab der Dortmunder den entscheidenden Elfmeter. Favorit Japan schied beim Asien-Cup aus. (Photo: Getty Images)

Heung-Min Son erzielt ein Tor gegen Usbekistan. Dank zweier Treffer des Leverkusener in der Verlängerung zog Südkorea mit 2:0 ins Halbfinale ein. (Photo: Getty Images)

 

Südkorea gegen Irak - zu diesem Duell kommt es im zweiten Halbfinale im Stadion von Sydney, das als Hauptarena einer der Schauplätze bei den Olympischen Spielen 2000 war. Die Südkoreaner setzten sich im Viertelfinale in Melbourne vor 23.500 Zuschauern mit 2:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung gegen Usbeakistan durch. Beide Tore erzielte Heung-Min Son von Bayer Leverkusen. Die Iraker gewannen ihr Viertelfinale gegen den Nachbarn Iran nach einem extrem spannenden Match. 10:9 lautete das Gesamtresultat für den Irak. Nach einem 3:3 (1:1, 0:1) nach der Verlängerung musste auch diese Partie durch ein Elfmeterschießen entschieden werden. Mit 7:6 behielt der Irak, der Asienmeister von 2007, die Oberhand über den Iran, den Teilnehmer der WM 2014.

 

Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Salam Shakir, nachdem zuvor Vahid Amiri für den Iran nur den Pfosten getroffen hatte. In der sich steig zuspitzenden Verlängerung waren die Iraker durch Tore von Younis Mahmoud (93.) und Dhurgham Ismail (116., Foulelfmeter) zweimal in Führung gegangen. Aber der dreimalige Asienmeister Iran konnte trotz Unterzahl (Platzverweis für Mehrdad Pouladi von katarischen Club Al-Shahaniya / 43. Minute) durch Morteza Pouraliganji (103.) und Reza Ghoochannejhad (119.) jeweils ausgleichen. Auch um den Menschen in der von schweren Krisen betroffenen Heimat ein kleines Glücksgefühl zu vermitteln, hoffen die Iraker auf den Einzug in das Endspiel. „Unser Land kann diese Freude gebrauchen. Wir werden hart arbeiten für den Sieg“, sagte Waleed Salim Al-Lami. Auf dem Papier sind die Südkoreaner aber Favorit. Die „Taegeuk Warriors“ liegen in der Weltrangliste auf Platz 69 und somit 45 Ränge besser als das Irak-Team. In der Rangliste des asiatischen Verbandes (AFC) steht Südkorea auf Platz drei, Irak auf Rang 13.

Der Iraner Vorya Ghafouri (links) im Zweikampf mit Justin Hikmat Azeez aus dem Irak. In dem dramatischen Viertelfinale setzte sich der Irak nach Elfmeterschießen durch. (Photo: Getty Images)

 

Südkoreas Trainer Stielike: „Chancen auf den Titelgewinn“

Die Halbfinalspiele mit Australien und Südkorea werden in einigen Vereinen in Deutschland und England mit besonders hohem Interesse verfolgt werden. Neben Son, der wegen einer Klasseleistung gegen Usbekistan als „Sonaldo“ gefeiert wurde, spielt in Joo-Ho Park vom 1. FSV Mainz 05 ein weiterer Bundesliga-Profi in den Reihen des zweimaligen Asienmeisters (1956 / 1960). Und Di-Ru Cha, der in Frankfurt/Main geborene Sohn von Südkoreas Ex-Star Bum-Kun Cha, trat vor seinem aktuellen Engagement beim FC Seoul für Düsseldorf, Freiburg, Koblenz, Mainz, Frankfurt und Bielefeld an. Im Viertelfinale standen Son, Park und Cha in der Startelf von Uli Stielike, dem deutschen Trainer der Südkoreaner. Seit dem 1. Oktober amtiert der inzwischen 60-jährige Ex-Star von Borussia Mönchengladbach und Real Madrid als Nationalcoach. „Wenn wir ins Finale kommen, haben wir Chancen auf den Titelgewinn, aber das müssen wir erstmal schaffen“, sagte Stielike, der Ende der 1990er Jahre als Assistent von Erich Ribbeck bei der deutschen Nationalmannschaft gearbeitet hatte.

Bei den Australiern ist Robbie Kruse von Bayer Leverkusen ein Stammspieler, der im Club nur zu wenigen Einsatzzeiten kommt. Ebenso gehört Matthew Leckie vom Zweitliga-Spitzenreiter FC Ingolstadt zur Startformation. Von englischen Clubs standen Jason Davidson (West Bromwich Albion), Mile Jedinak (Crystal Palace) und Massimo Luongo (Swindon Town) in der Startelf gegen China an. Trotz der bisherigen Erfolge ist Trainer Ange Postecoglou verärgert, allerdings nicht wegen der Auftritte seiner größtenteils jungen Mannschaft. Es sind die Spekulationen, dass er seinen Job verliere, wenn er das Endspiel nicht erreicht, die ihn nerven. „Die schwierigste Aufgabe, die ich habe, ist, dass ich mich immer rechtfertigen muss. Das frustriert mich unglaublich“, sagte der 49-jährige, aus Griechenland stammende Coach. Die Fans glaubt er aber hinter sich zu haben. „Die Zuschauer verstehen, dass wir ein enorm starkes Team haben. Sie schätzen die Arbeit, die wir leisten. Wir können uns zu einem tollen Team entwickeln.“ Der kommende Gegner VAE versucht, zum zweiten Mal nach 1996 ins Finale zu kommen. 1990 nahm die Nationalmannschaft des Golf-Staates zum bisher einzigen Mal an einer WM teil. Das aktuelle Team rangiert auf Platz 80 der Weltrangliste und liegt damit 20 Plätze Ränge besser als Australien bei seiner zweiten Teilnahme am Asien-Cup (2013 Platz vier).

Verteidiger Mark Milligan (Melbourne Victory) klärt eine Situation beim 2:0 im Viertelfinale der Australier gegen China. (Photo: Getty Images)

 

Während die Profis aus Australien und Südkorea ihren englischen und deutschen Vereinen an den Spieltagen am 31. Januar/1. Februar fehlen werden, löste das überraschende Ausscheiden der Japaner bei einigen Bundesliga-Teams eine gewisse Erleichterung aus. Sechs in Deutschland beschäftigte Spieler stehen bei fünf Bundesligisten unter Vertrag, die sie nun zum Rückrundenauftakt eingesetzt werden könnten. Es sind Makoto Hasebe und Takashi Inui von Eintracht Frankfurt, Gotoku Sakai vom VfB Stuttgart, Shinji Kagawa von Borussia Dortmund, Hiroshi Kiyotake von Hannover 96 sowie Shinji Okazaki vom 1. FSV Mainz 05. Der Mainzer Stürmer hatte gegen VAE nach einer Stunde den Platz verlassen müssen, was schon böse Befürchtungen bei seinem deutschen Club ausgelöst hatte. Aber die Verletzung erwies sich als nicht so schwer. Die leichten muskuläre Probleme im Oberschenkel sollten schnell behoben sein. Insgesamt war die Enttäuschung groß in Japan, nachdem das Team schon bei der WM 2014 mit dem K.o. nach der Vorrunde die Erwartungen nicht erfüllt hatte. Der Mexikaner Javier Aguirre, der im August die Nachfolge des Italieners Alberto Zaccheroni angetreten hatte, soll aber seinen Job behalten, wie der Verbandspräsident erklärte.