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Australien reif für eine WM-Ausrichtung

AFC Asia Cup

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09/02/2015
 

Die große Freude der sportbegeisterten Nation Australier nach dem ersten Gewinn des Asien-Cups wurde noch gesteigert durch eine Äußerung von Joseph Blatter, dem Präsidenten des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA). „Es wird mehr als verdient sein, wenn Australien dereinst die Fußball-WM durchführen darf“, ließ der FIFA-Chef verlauten. Es sei ein „Missverständnis der Sportgeschichte“, dass Australien der einzige Kontinent sei, der bisher noch keine Weltmeisterschaft ausgerichtet habe, abgesehen von Junioren-Turnieren. Bei der Vergabe der WM 2022, die an Katar ging, hatte Australien im Jahr 2010 nur eine Stimme erhalten.

Großer Jubel bei der Nationalmannschaft von Australien, nachdem sie mit 2.1 gegen Südkorea erstmals beim Asien-Cup den Titel gewann. (Photo: Getty Images)

 

Mit dem 2:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung gegen Südkorea vollzog der australische Fußball einen großen Schritt. Zehn Jahre nach ihrer Aufnahme in den Asiatischen Fußball-Verband (AFC) gewannen die „Socceroos“ erstmals den Titel des Asienmeisters. Nicht nur die Enttäuschung über das frühe Ausscheiden bei der WM 2014 in Brasilien konnte damit abgehakt werden. Die Zuversicht, bald wieder den Anschluss an die Weltspitze zu finden, erhielt in der Euphorie einen großen Schub. „Das ist einer der größten Momente des australischen Sports, denn es war extrem schwierig das Turnier zu gewinnen. Niemand von uns hätte das vermutet“, sagte Ange Postecoglou. „Hoffentlich werden wir nun die Welt erobern“, erklärte Australiens Trainer.

76.385 Zuschauer im Australia Stadium in Sydney hatten den Triumph bejubelt, Millionen von Fans im ganzen Land waren aus dem Häuschen nach einemextrem spannenden Finale. Down under stand bereits kopf und bereitete sich ab der 90. Minute auf den Titelgewinn vor, denn die Mannschaft führte nach dem Tor von Massimo Luongo vom englischen Drittligisten Swindon Town in der 44. Minute mit 1:0. Die Nachspielzeit hatte schon begonnen auf dem Schauplatz der Olympischen Spiele von 2000, als der Jubel jäh verstummte und ein kollektiver Schreck eintrat. Heung-Min Son, der Stürmer von Bayer Leverkusen, traf doch noch zum 1:1 (91. Minute).

 

Die Taeguk Warriors hatten es in die Verlängerung geschafft und hofften mit ihrem deutschen Trainer Uli Stielike auf ihren dritten Asien-Titel nach 1956 und 1960. Aber dann folgte doch noch australische Riesen-Party nach 120 Spielminuten. Der Treffer von James Troisi in der 105. Minute entschied die dramatische Partie. Der 26-Jährige vom belgischen Club SV Zulte Waregem war in der 71. Minute von Postecoglou für Robbie Kruse eingewechselt worden.

 

Der offensive Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen hatte sich so schwer verletzt, dass er nicht mehr weiter spielen konnte und gestützt auf eine Krücke an der Siegerehrung teilnahm. Der 27-Jährige erlitt, wie sich am Tag darauf herausstellte, einen mehrfachen Bänderriss im Sprunggelenk.

„Das ist bitter für uns und vor allem für Robbie. Er war wieder nahe an seiner Topform“, sagte Leverkusens Trainer Roger Schmidt. Drei bis vier Monate wird Kruse ausfallen. „Das einzig Positive ist, dass es erst im Finale passiert ist und nicht im Halbfinale. So kann Robbie sich als richtiger Asien-Cup-Gewinner fühlen“, sagte Schmidt. Im Halbfinale hatte Australien 2:0 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gewonnen, das die Partie um Platz drei mit einem 3:2 (1:2) gegen den Irak gewann.

 

Kruses Verletzung konnte die große Freude der Australier nicht trüben. „Das ist das beste Tor meiner ganzen Karriere, das definitiv in die Geschichte eingehen wird. Es ist großartig für den australischen Fußball. Diese Nacht wird niemand vergessen“, jubelte Matchwinner Troisi, der von 2005 bis 2008 bei Newcastle United unter Vertrag stand. Als Favorit auf den Turniersieg war vor dem Beginn am 9. Januar eigentlich Japan eingeschätzt worden, das aber im Viertelfinale am VAE-Team scheiterte. Vor vier Jahren hatten die Japaner den Asien-Cup durch ein 1:0 im Endspiel gegen Australien zum vierten Mal gewonnen und wurden damit zum Rekordsieger des seit 1956 ausgetragenen Wettbewerbs.

Südkorea-Coach Stielike: Wir sind Champions der Herzen

Sehr große Enttäuschung herrschte bei den Südkoreanern, nachdem nach dem 2:0 im Halbfiale gegen den Irak bei der sechsten Endspielteilnahme der erste kontinentale Titel nach 55 Jahren verpasst wurde. Als Spieler hat Trainer Uli Stielike 17 Titel gewonnen, unter anderem mit Borussia Mönchengladbach und Real Madrid. Doch der erste ganz große Erfolg als Trainer blieb dem 60-Jährigen, der 1980 mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister wurde,  untersagt. „Wir haben vielleicht nicht den Cup, aber unsere Spieler sind Champions der Herzen. Das Beste für dieses Spiel wäre ein Unentschieden gewesen und jedes Team bekommt den Pokal für zwei Jahre mit nach Hause“, sagte Stielike nach der Rückkehr in Seoul.

 

Vor dem Endspiel hatte sein Team alle fünf Spiele gewonnen, darunter mit 1:0 auch das Gruppenspiel gegen Australien. Das 0:1 im Endspiel war der erster Gegentreffer, den die Mannschaft mit den drei Bundesliga-Profis Son und Jin-Su Kim (TSG 1899 Hoffenheim) und Joo-Ho Park (FSV Mainz 05) sowie dem früher in Deutschland spielenden Di-Ru Cha kassierte. Das Quartett gehörte im Finale der Startelf an. Aus der Premier League war Sung-Yueng Kim (Swansea City) dabei. Und auch bei den Siegern standen Profis, die in Deutschland und England beschäftigt sind. Neben Luongo waren dies Jason Davidson (West Bromwich Albion) und Mile Jedinak (Crystal Palace) aus der Premier League. Außer Kruse spielt auch Mathew Leckie bei einem deutschen Club, dem Zweitliga-Spitzenreiter FC Ingolstadt. Stammspieler bei Australien war auch Matthew Spiranovic, der einige Jahre für den 1. FC Nürnberg spielte.

Nachdem die Weltmeisterschaft 2014 völlig enttäuschend für die vier teilnehmenden Asien-Mannschaften verlaufen war, bot der Asien-Cup teilweise hochklassigen Fußball. Australien holte bei der WM keinen einzigen Punkt, Japan, Südkorea und Iran kamen jeweils nur auf einen Zähler, alle Teams schieden als Tabellenletzter nach der Vorrunde aus. Beim Asien-Cup präsentierten sich die Mannschaften wieder in besserer Verfassung. China, das um den Anschluss an die  kontinentale Leistungsspitze kämpft, befindet sich im Aufschwung, was durch drei Siege in den drei Gruppenspielen dokumentiert wurde. Die Konkurrenzsituation in Asien spitzt sich zu, Iran (dreimal Asienmeister) und Irak (einmal Asienmeister) gehören ebenso zur Spitze wie Südkorea und Japan. Als beste Mannschaften aus den arabischen Ländern scheint sich das VAE-Team zu etablieren, während Saudi-Arabien (Dreimal Asienmeister) etwas an Niveau verloren hat. Erstmals am Asien-Cup nahm die Auswahl Palästinas teil. Ab 2019 wird die Anzahl der Teilnehmer am Turnier im die Kontinentalkrone von 16 auf 24 Mannschaften angehoben. das Ausrichterland steht noch nicht fest.