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Titeltraum auf Mandarin

AFC Asia Cup

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10/11/2014
 

Shanghai. Chinas Staatschef träumt vom Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft. Der Weg dorthin ist weit, aber nicht völlig aussichtslos. Genug Potenzial steckt in einem 1,4 Milliarden-Volk. Die Profiklubs des Landes beginnen, Talente schon im Kindesalter zu sichten. Unterstützung erhält der chinesische Fußball-Verband (CFA)von Continental, die Ende September den Beginn einer vierjährigen Kooperation mit dem CFA bekannt gab.

Bei der WM 2002 verlor China gegen den späteren Weltmeister Brasilien das Gruppenspiel in Seogwipo/Korea mit 0:4. Ronaldo (vorne) setzte gegen Junzhe Zhao durch. (Photo: GES/Augenklick)

 

Die einzige WM-Teilnahme führte zu drei Niederlagen

Wenn Chinas Staatspräsident Xi Jinping öffentlich über den „chinesischen Traum“ philosophiert, dann spricht er nicht vom Fußball. Stattdessen geht es ihm um die Identität und die Zukunft der Nation. Der ganz persönliche Traum des Präsidenten jedoch hat sehr wohl mit Fußball zu tun und ist ziemlich konkret: Weltmeister China. Das klingt abenteuerlich. Bislang hat sich die Volksrepublik nur ein einziges Mal überhaupt für eine Endrunde qualifiziert. 2002 war das: drei Spiele, drei Niederlagen, kein Tor. Aber wer vor 30 Jahren prophezeite, dass China heute die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sein würde, wurde genauso als ahnungslos bezeichnet wie Xi Jinping heutzutage von den allermeisten Fußballexperten dieser Welt. Wie realistisch ist es also, dass das Land den internationalen Fußballthron stürmt?

 

Nationaltrainer aus Frankreich mit noch unerfahrenem Kader

Potential ist im aktuellen Kader des neuen Nationaltrainers Alain Perrin durchaus vorhanden. Der Franzose, der in der Vergangenheit unter anderem Olympique Marseille und Olympique Lyon trainierte, hat seit Februar das Sagen und setzt bewusst auf die Jugend. Er stellte zum Beginn seiner Arbeit einen Kreis aus 50 Anwärtern auf einen Kaderplatz zusammen. Keiner von ihnen war älter als 29 Jahre. Perrin richtet seine Personalplanung konsequent auf die Weltmeisterschaft 2018 in Russland aus. Einen wichtigen Baustein in der Entwicklung der Mannschaft soll die Asienmeisterschaft im kommenden Januar in Australien liefern. Perrin geht bewusst die Gefahr ein, mit seinem Haufen unerfahrenen Burschen früh zu scheitern. Den Erfolg von 2004 zu wiederholen, wird ein hartes Stück Arbeit. Damals schafften es die Chinesen das erste und letzte Mal ins Finale der Kontinentalmeisterschaft (1:3 gegen Japan).

Einer der zentralen Eckpfeiler in Perrins Planung ist Verteidiger Zhang Linpeng. Er ist der charismatische Spielführer, dem auch eine Laufbahn in Europa zugetraut wird. Zhang hat mit Guangzhou Evergrande die vergangenen drei Jahre in der Chinese Super League diktiert und marschiert gerade auf den vierten Meistertitel in Serie zu. 2013 gewann er zusammen mit dem früheren Dortmunder Stürmer Lucas Barrios sogar die asiatische Champions League. Aber Zhang macht nicht nur in der Defensive eine entschlossene Figur, er tritt auch in der Öffentlichkeit entschieden auf.

Der frühere Lyon- und Marseille-Trainer Alain Perrin (rechts) ist seit Februar 2014 Nationalcoach Chinas. Der Franzose hat anspruchsvolle Ziele. China träumt vom WM-Titel. (Photo: Getty Images)

 

Kürzlich gab er Details aus dem Kreis der Nationalmannschaft bekannt, die nicht dafür bestimmt waren. Er kritisierte, dass die Mannschaft am Tag des Qualifikationsspiels für die Asienmeisterschaft Ende Dezember gegen Saudi Arabien (0:0) insgesamt drei Stunden im Besprechungsraum verbringen musste. Zahlreiche Funktionäre hatten sich an das Team gewandt, nicht einmal alle sprachen über das Spiel. Zhang fand es „kompliziert und unprofessionell“ sich unter solchen Bedingungen auf ein wichtiges Länderspiel einzustellen.

Noch besitzt Basketball einen höheren Stellenwert

Wenig andere im Team hätten sich die klaren Worte erlauben können. Einen vergleichbaren Stellenwert genießt allenfalls noch Stürmer Wu Lei, mit zehn Treffern für Shanghai FC in der aktuellen Saison der erfolgreichste chinesische Angreifer der CSL. Bereits mit 14 Jahre und zehn Monaten bestritt er sein erstes Profispiel in der zweiten Liga. „Chinas Maradona“ tauften sie ihn. Mit 18 stand er erstmals für die A-Nationalmannschaft auf dem Rasen. Dennoch blieb ihm eine Karriere in den Spitzenligen der Welt bislang verwehrt. Doch es gibt Spekulationen, ihn über einen skandinavischen Verein für die englische Premier League fitmachen zu wollen.

Der Weg für China zum WM-Titel ist zweifellos weit, aber kategorisch ausgeschlossen ist er nicht, zumal das Land Fußball begeistert ist wie kein anderer asiatischer Staat. Außerdem hat eine Nation mit fast 1,4 Milliarden Menschen genug Talente, um Weltklasse zu produzieren. Doch die Talente müssen eben gefunden und dann auch entsprechend gefördert werden. Daran hapert es noch. Junge Leute spielen sehr gerne Basketball, weil ihr Landsmann Yao Ming in der NBA viele Jahre für Furore sorgte. Selbst in abgelegenen Winkeln des Landes haben die Kommunen im Soge von Yaos Prominenz Freiluftcourts gebaut. Doch Bolzplätze sind rar.

Der Paraguayaner Silvio Torales (rechts) versucht Chinas Topstar Wu Lei am Torschuss zu hindern. Das Testspiel am 14. Oktober 2014 in Changsha gewann China gegen Paraguay mit 2:1. (Photo: Getty Images)

 

Der schwedische Erfolgstrainer Sven-Göran Eriksson, der eine Weile in China gearbeitet hat, sieht hier eines der Kernprobleme. Zu viele Jugendliche begännen zudem zu spät mit dem Fußball. Doch Besserung ist in Sicht. Immer mehr Erstligaklubs rufen private Fußballschulen ins Leben, um Abhilfe zu schaffen. Die Vereine setzen dabei gerne auf Kooperationen mit renommierten europäischen Vereinen. Das System ist erst jung und hat bislang noch keine Früchte abgeworfen für die Nationalmannschaft. Aber das wird sich bald wohl ändern, wenn die Vereine entschlossen an ihrem Konzept festhalten. Denn die Nachfrage nach Plätzen in den Camps ist groß und wächst jedes Jahr. Mehrere Tausende Kinder sind bereits gesichtet worden, jenseits der sonst üblichen staatlichen Talentsuche. Vielleicht sind dort bereits die Jungs dabei, die aus dem träumenden Staatschef einen Propheten machen.

„Neues Kapitel im Fußball-Sponsorings von Continental

Jay Dhillon, General Manager Continental Tires Trading (Shanghai) Co. Ltd, erläuterte bei der feierlichen Unterzeichnung der Vereinbarung mit dem Fußball-Verband Chinas die Hintergründe dieser Entscheidung: "Continental investiert erstmals in Nationalteams in der Region APAC. Eine so weitreichende und fundierte Zusammenarbeit ist der Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte des Fußball-Sponsoring bei Continental. Die Kooperation ist eine weitere wichtige Marketing-Initiative von Continental im Bereich Fußball, zusätzlich zum Sponsoring des 2015 AFC Asien Cup, der im Januar nächsten Jahres in Australien ausgetragen wird. Die Sponsoring-Aktivitäten unterstreichen sowohl die Begeisterung bei Continental für Fußball als Sportart als auch unsere langfristigen Bestrebungen, unsere Präsenz in der gesamten APAC-Region auszubauen."