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Sambatanz um Asiens Krone

AFC Asia Cup

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09/11/2015
 

Es geht um die Fußballkrone Asiens. Doch es sind fast ausnahmslos Brasilianer, die den beiden Finalspielen der AFC Champions League ihren Glanz verleihen. Beim 0.= im Hinspiel am 7. November zwischen Al-Ahli Dubai FC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem chinesischen Serienmeister Guangzhou Evergrande FC Taobao trafen große Namen einer großen Fußballnation aufeinander, die mit dem Kontinent eigentlich nichts zu tun haben.

Die Mannschaft von Evergrande Guangzhou, dem Serienmeister Chinas, vor dem 0:0 im Hinspiel des asiatischen Champions-League-Finales in Dubai gegen Al Ahli am 7. November. (Photo: Imago)

 

Everton Ribeiro, mit Cruzeiro zweimaliger Spieler der Saison in Brasilien, und Lima dos Santos, der 70 Tore in 144 Spielen für Benfica Lissabon erzielte, sollen die Finaldebütanten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte führen. Das verhindern wollen auf Seiten der Gäste Ex-Tottenham-Star Paulinho, der beim Confederations Cup 2013 zu einem der Top-3-Spieler des Turniers gewählt wurde, Stürmerstar Elkeson, der 59 Tore in 72 Ligaspielen für Guangzhou erzielte, und Ricardo Goulart, Toptorjäger des laufenden Wettbewerbs mit acht Treffern. Doch im ersten Endspiel traf niemand. Das zweite, dann entscheidende Finale wird am 21. November ausgetragen.

Über all den spielenden Stars thront sowieso ein anderer: Luiz Felipe Scolari. Der Weltmeistertrainer der Selecao hat das Traineramt bei den Südchinesen erst im Juni vom Italiener Fabio Cannavaro übernommen und ist seitdem in 22 Pflichtspielen ungeschlagen. Am ersten November-Wochenende führte Scolari den Klub durch ein 2:0 bei Beijing Guo'an zum Gewinn der fünften nationalen Meisterschaft in Serie.

Trainer Luiz Felipe Scolari, der Brasilien zum Weltmeister 2002 formte, trat bei Evergrande die Nachfolge von Marcelo Lippi an, dem Weltmeister-Coach der Italiener 2006. (Photo: Imago


 

Es ist der erste Teil eines Versprechens, das Scolari nie abgegeben hat, aber das man von einem Mann mit seinem Namen erwartet. Nämlich die Fortsetzung einer beispiellosen Erfolgsserie, die in Guangzhou einst unter Trainer Marcello Lippi begann und im erstmaligen Gewinn der Champions League 2013 gipfelte. Der zweite Anlauf von Evergrande auf den kontinentalen Titel soll endgültig den Beginn einer chinesischen Ära in Asien einläuten.

„Vergesst die fünf Meisterschaften. Jetzt geht es um die Champions League“, sagte Scolari gleich nach seinem Premierentriumph in der Chinese Super League, um die Euphorie zu bremsen. Er lobte und dankte vor allem seinen chinesischen Spielern, um denen das Gefühl zu vermitteln, dass sie genauso wichtig sind wie die brasilianischen Torfabriken. Denn auch in Asien stellt sich Erfolg dauerhaft nur mit einer geschlossenen Mannschaft ein. Und tatsächlich bilden die Chinesen den gesunden Kern des Teams.

„Evergrande ist ein echter Kraftprotz“

Guangzhou hat das Kunststück vollbracht, nicht nur den Abgang von Trainer Lippi sondern auch einer ganzen Reihe ausländischer Stars zu verkraften. Es gelang scheinbar mühelos, die neuen Brasilianer ins Gefüge zu integrieren. Finanziell hat der Verein sowieso alle Möglichkeiten. Klubchef und Bauunternehmer Xu Jiayin und sein schwerreicher Gönner Jack Ma, Gründer der weltgrößten Online-Handelsplattform Taobao, haben sich fest zum Ziel gesetzt, mit allen Mitteln einen Topklub zu etablieren. Selbst den Trainerwechsel steckte die Mannschaft problemlos weg, nachdem Scolaris Vorgänger Cannavaro sich mit dem Verein auf eine Vertragsauflösung geeinigt hatte. In Italien ist der Weltmeister von 2006 wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe verurteilt.

Elkeson mit Fallrückzieher beim 0:0 von Evergrande Guangzhou gegen Al Ahli im ersten Finale der Champions League. Abdulaziz Haikal (links) sah später die Rote Karte. (Photo: Imago)

 

Am Dienstagabend (3. November) machte sich der Tross aus Guangzhou in zwei Privatjets von Klubchef Xu auf den Weg nach Dubai. Dort wartete ein Team, das sich im Halbfinale in einem arabischen Thriller gegen Al-Hilal in letzter Minute für das Endspiel qualifizierte. Al-Ahli ist perfekt in die neue Saison der Profiliga im Arabischen Golf gestartet: fünf Spiele, fünf Siege. Der örtliche Verband hat eigens zwei Meisterschaftsspiele von Al-Ahli rund um die beiden Endspiele verschoben, um dem Klub eine bestmögliche Vorbereitung zu garantieren. Für die Araber ist es das erste Aufeinandertreffen mit Guangzhou in der Historie. Man hat eine Menge Respekt vor dem Gegner. „Evergrande ist ein echter Kraftprotz in Asien. Darauf müssen wir vorbereitet sein“, sagte Trainer Cosmin Olaroiu. Im Rückspiel muss er auf Abdulaziz Haikal verzichten, der in der Schlussphase des ersten Finales eine Rote Karte sah.

Auch für den Rumänen ist das Trainerduell mit dem großen Scolari eine riesige Herausforderung. Er selbst ist auch kein unbeschriebenes Blatt, führte 2006 Steaua Bukarest zur Meisterschaft in seiner Heimat und ins Halbfinale der UEFA Europa League. Seit 2007 trainiert Olaroiu arabische Mannschaften und heimste seitdem elf Titel ein.

Viele Fans von Evergrande Guangzhou begleiteten ihre Mannschaft nach Dubai zum Final-Hinspiel der asiatischen Champions League gegen Al Ahli. (Photo: Imago)

 

Mehrere Hundert Millionen Menschen verfolgten das Hinspiel um 19.45 Uhr Ortszeit (16.45 Uhr MEZ/23.45 Uhr chinesische Zeit) an den Fernsehschirmen. Die meisten von ihnen in China, wo geschätzte 100 Millionen zuschauen werden. Mit noch größerer Spannung wird nun das Rückspiel am 21. November in Guangzhou erwartet.