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Top-Stars für Rekordsummen nach China

AFC Asia Cup

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09/02/2016
(photo: Getty)

Rekordtransfer der CSL: Alex Teixeira wechselt für 50 Millionen Euro von Schachtjor Donezk zu JS Suning. (photo: Getty)

 

Die chinesische Liga boomt – und gibt unglaublich viel Geld aus. Bereits 250 Millionen Euro haben die Vereine in diesem Winter investiert. Unter anderem in prominente Spieler wie Alex Teixeira (Schachtjor Donezk/50 Millionen Euro Ablöse), Jackson Martinez (Atlético Madrid/42 Millionen), Ramires (FC Chelsea/28 Millionen) und den Ex-Leverkusener Renato Augusto (acht Millionen/Corinthians).

 

Die Fußball-Welt blickt momentan gebannt nach China. Nirgendwo sonst auf dem Planeten werden auf dem Transfermarkt beinahe täglich solche Summen umgesetzt wie in der Chinese Super League (CSL), die in einen wahren Kaufrausch verfallen ist und Stars aus den europäischen Ligen astronomischen Ablösen und Gehältern anlockt. Knapp 270 Millionen Euro wurden bereits in neue Spieler investiert, damit ist die CSL schon über dem Niveau der englischen Premier League. Und die Summe wird noch steigen – das Transferfenster ist in China noch bis zum 26. Februar geöffnet. Danach beginnt die neue Saison.

Die Liste der spektakulären Einkäufe ist lang. Sie beinhaltet im Gegensatz zu früheren Zeiten – und anderen sportlich eher weniger attraktiven Ligen - einige Top-Spieler im besten Alter. Für die zahlen die Klubs allerdings auch Preise weit oberhalb des Marktwerts. So zahlte JS Suning für den Brasilianer Alex Teixeira (26) – noch ohne Länderspiel – die CSL-Rekordablöse von 50 Millionen Euro an Schachtjor Donezk. „Ich wäre gern in die Premier League gewechselt. Aber als nichts Konkretes kam, kam dieses seriöse Angebot auf den Tisch. Natürlich habe ich es angenommen“, sagte Teixeira. Zuvor hatte sein neuer Klub schon mit der Verpflichtung des Brasilianers Ramires (28) für 28 Millionen Euro vom FC Chelsea für Aufsehen gesorgt. Im Ranking der teuersten Transfers reichte der Deal aber nur für Platz drei, den zweiten Rang belegt Guangzhou Evergrande, der 42 Millionen Euro für den Kolumbianer Jackson Martinez (29) bezahlt hat. Der Stürmer war erst im Sommer für rund 35 Millionen Euro vom FC Porto zu Atlético Madrid gewechselt und auch von anderen Top-Klubs umworben – im Gehaltspoker waren die europäischen Konkurrenten aber chancenlos gegen den vom früheren brasilianischen Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari gecoachten Klub.

(photo: Imago)

Anthony Ujah (links) hat sich in den Fokus der chinesischen Liga gespielt - bleibt aber bei Werder Bremen in der Bundesliga. (photo: Imago)

 

Zweite Liga Chinas holte Spieler für 48 Millionen Euro

Ebenfalls nach China wechselten unter anderem der Ex-Leverkusener und mittlerweile 27-jährige Renato Augusto (für 8 Millionen Euro von Corinthians zu Beijing Guoan), AS-Rom-Star Gervinho (28/Elfenbeinküste) – für den HB China Fortun rund 18 Millionen Euro bezahlte – sowie der 29-jährige Kolumbianer Fredy Guarin (für 13 Millionen Euro von Inter Mailand zu Shanghai Greenland Shenhua). Millionen-Angebote bekamen auch Nationalspieler Lukas Podolski (30/Galatasaray) und sein Istanbuler Teamkollege Burak Yilmaz (30), der noch immer von Bejing Guoan umworben wird. Zudem verpflichtete sogar die zweite chinesische Liga Spieler für insgesamt 48 Millionen Euro – das sind mehr Ausgaben im Winter als in den ersten Ligen Spaniens und Frankreichs.

„Das ist natürlich Wahnsinn, was da abgeht. Das war das erste Mal überhaupt, dass sich die chinesischen Klubs auch in Europa verstärkt nach Spielern umgeschaut haben“, sagt Christian Heidel, Manager des Bundesligisten 1. FSC Mainz 05. Die Klubs aus der CSL werden zu ernstzunehmenden Rivalen für die großen Vereine aus Europa und konkurrieren nun direkt miteinander, nachdem sich chinesische Vereine zuvor verstärkt auf dem afrikanischen und südamerikanischen Markt bewegt hatten. So lag Werder Bremen ein Angebot aus China im zweistelligen Millionen-Bereich für Stürmer Anthony Ujah vor.

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Vorstellung bei Beijing Guoan: Renato Augusto (links) spielt nun in China. (photo: Imago)

 

Die Transferoffensive wird durch den neuen TV-Vertrag ermöglicht, der in den kommenden Jahren rund 1,15 Milliarden Euro in die Kassen der Clubs spült. Das entspricht etwa 230 Millionen Euro pro Saison und einer Steigerung von 3.000 Prozent. „Das ist ein historischer Tag, der uns zuversichtlich stimmt, dass wir aus der CSL eine der Top-Ligen der Welt machen“, sagte Verbandsvize Zhang Jian nach der Unterzeichnung.

Nationalcoach Perrin entlassen

Parallel zur CSL soll auch das Niveau im Nachwuchsbereich verbessert werden – um langfristig Erfolge mit der Nationalmannschaft zu erzielen. Momentan bangt das Team um die Qualifikation für die dritte Runde der kontinentalen WM-Qualifikation. Nach enttäuschenden Ergebnisse wurde im Januar Nationaltrainer Alain Perrin (59/Frankreich) entlassen, ein Nachfolger steht noch nicht fest. Die internationalen (Fern-)Ziele aber schon. Der fußballbegeisterte Staatspräsident Xi Jinping (62) möchte, dass sich China „für die WM qualifiziert, dass China eine WM ausrichtet und dass China eine WM gewinnt“. Ex-Bundesliga-Profi Zvjezdan Misimovic (33), der beim chinesischen Club Beijing Renhe spielt, glaubt an einen direkten Zusammenhang zwischen der momentanen Transfer-Offensive und der Fußball-Begeisterung des Staatspräsidenten: „Xi Jinping ist ein großer Fußballliebhaber. Viele Milliardäre legen sich privat Vereine zu, auch um ihm zu imponieren. Dafür nehmen sie viel Geld in die Hand“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Die neu eingekauften Stars aus den europäischen Top-Ligen helfen zudem dabei, eine landesweite Euphorie zu entfachen. Und die Transferoffensive ist laut Misimovic noch nicht vorbei: „Ich glaube, dass das Ende noch lange nicht erreicht ist.“

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Kehrt Atlético Madrid den Rücken und trifft statt auf den Stadt-Rivalen Real in Zukunft auf die Teams der chinesischen Liga: Jackson Martinez. (photo: Getty Images)