Produkte für PKW / Van / 4x4

New content item

DFB-Pokal spannender als die Bundesliga

DFB-Pokal

 Votes Print
 
19/10/2015
 

Der DFB-Pokal-Wettbewerb 2015/16 wird zum Profiteur der Dominanz des FC Bayern. Nach dem Startrekord in der Bundesliga mit neun Siegen aus neun Spielen ist den Münchnern der Meistertitel schon nach nicht einmal einem Drittel der Saison so gut wie sicher. So ist der Pokal zum spannendsten Wettbewerb im deutschen Profi-Fußball geworden. In einem Spiel ist eine vermeintlich unbesiegbare Mannschaft nun einmal eher zu bezwingen als sie über einen Zeitraum von 34 Partien auszustechen. Und im Vorjahr gelang Borussia Dortmund das Kunststück ja bekanntlich – allerdings belohnte sich der BVB nicht dafür, sondern ermöglichte letztendlich dem VfL Wolfsburg den ersten Pokaltriumph. Ein Erfolg, der in der Ära der Super-Bayern gar nicht hoch genug zu bewerten ist.

Robert Lewandowski erzielte beim 5:1 im Bundesligaspiel des FC Bayern gegen Wolfsburg am 22. September fünf Tore zwischen der 51. und 60. Minute. /Foto: GES/Augenklick)

 

In der zweiten Runde des Wettbewerbs in der laufenden Saison steht der VfL nun selbst vor der Aufgabe, dem großen Favoriten wenigsten einen der beiden nationalen Titel zu entreißen. Das direkte Duell zwischen Pokalsieger und Meister am 27. Oktober (20.30 Uhr) ist das Topspiel der zweiten Runde. Ski-Star Felix Neureuther bescherte den Fußball-Fans bei der Auslosung aber weitere mit Spannung erwartete Erstliga-Duelle. Ebenfalls am Dienstag empfängt Spektakel-Aufsteiger SV Darmstadt 98 den zunächst schwach in die Saison gestarteten Konkurrenten Hannover 96, der sich aber zuletzt gefangen hat. Und am Mittwoch, dem 28. Oktober (20.30 Uhr), folgen die Partien zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln sowie der West-Hit zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach.

Alle Klubs, die zumindest heimlich von einer weiteren Trophäe in der Vereinsvitrine hoffen, werden aber vor allem nach Wolfsburg blicken. In der Hoffnung, dass der VfL den Wettbewerb schon frühzeitig entscheidend verändert und den großen Dominator aus dem Pokal kegelt. Für die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking steht viel auf dem Spiel, nach dem mäßigen Start in die Bundesliga und bereits zwölf Punkten Rückstand auf den FC Bayern würde ein frühes Aus im Pokal für allgemeine Ernüchterung sorgen - auch wenn der Klub in der Champions League noch eine dritte Chance auf einen Titel besitzt. Aber diese Chance ist nicht realistisch. Hoffnung aber auf den Einzug ins Achtelfinale des nationalen Pokals schürt das bislang letzte Heimspiel gegen die Bayern im Januar dieses Jahres, als die Wolfsburger den Meister mit 4:1 demütigten. Und außerdem besiegte der VfL im Supercup die vermeintlich übermächtigen Bayern durch ein 5:4 im Elfermeterschießen.

Schalker Fans träumen leise wieder von einem Titel

Doch der deutsche Rekordpokalsieger schlug gnadenlos zurück. Die unglaubliche Lewandowski-Gala mit fünf Toren in zehn Minuten beim kürzlichen Münchner 5:1-Erfolg gegen den VfL ist noch schmerzlich in die Erinnerung eingebrannt. Unabhängig vom Ausgang des Topspiels dürfen die Fans auf ein spektakuläres Wettschießen hoffen. In der jüngeren Vergangenheit endeten die Duelle beider Klubs regelmäßig mit Kantersiegen. So auch im Pokal-Halbfinale 2013, als die Bayern den Rivalen mit 6:1 aus der Allianz Arena schossen.

 

Auch Darmstadt 98 und Hannover 96 sind in ihrer langen Geschichte schon im DFB-Pokal aufeinandergetroffen. Allerdings bloß einmal und mit anderen Vorzeichen: Vor 23 Jahren gewannen die Lilien das Duell zweier Zweitligisten vor 3.000 Zuschauern in Hannover mit 4:0. Bei der Neuauflage – dieses Mal in Darmstadt – werden mehr Fans erwartet. Und auch ein ausgeglicheneres Spiel der Klubs. Zwar hat sich der in der Bundesliga als „größter Außenseiter alles Zeiten“ gestartete Gastgeber durch den fulminanten Saisonstart mit bereits 13 Punkten für viele Beobachter sogar die Favoritenrolle erkämpft, das 2:2 zwischen beiden Teams am ersten Spieltag der Bundesliga-Saison zeigte aber, dass er für beide Vereine eine schwere Aufgabe werden wird, das Achtelfinale zu erreichen. Zumal sich Hannover in den vergangenen Wochen deutlich stabiler präsentierte als zuvor.

Im August 2015 trennten sich Darmstadt und Hannover in der Bundesliga mit einem 2:2. Der Ex-Sechsundneunziger Konstantin Rausch (rechts) lieferte sich Duelle mit Miiko Albornoz. (Foto: GES/Augenklick)

 

Noch besser ist die Entwicklung von Borussia Mönchengladbach. Aus der Schockstarre nach dem bizarren Rücktritt von Lucien Favre ist grenzenlose Euphorie geworden, seitdem Interims-Lösung André Schubert einen Erfolg nach dem anderen einfährt und der Borussia neues Selbstvertrauen einhauchte. Nach vier Bundesliga-Siegen in Serie steht Mönchengladbach bereits wieder auf dem zehnten Tabellenplatz und darf durchaus darauf hoffen, beim FC Schalke 04 einen weiteren Stimmungsaufschwung herbeizuführen. Allerdings steht auch beim Pokalgegner der Trainer im Mittelpunkt – und das nach vielen Jahren ausnahmsweise mal wieder in positiver Hinsicht. André Breitenreiter hat den Klub neu ausgerichtet und auf Rang drei der Tabelle geführt. Schöner und erfolgreicher Fußball, gespielt von einer Vielzahl Talenten aus der eigenen Jugend – der Coach hat bislang alle Erwartungen übertroffen und die Träume wiederbelebt, in naher Zukunft vielleicht doch mal wieder um Titel spielen zu können. Ein Erfolg gegen Mönchengladbach wäre ein wichtiger Schritt dorthin.

Mit 3:1 gewann Gladbach mit Marco Reus (Mitte) das Pokalduell im Dezember 2011 gegen Schalke mit Christian Fuchs (links) und Joel Matip. (Foto: Firo/Augenklick)

 

Für Bremen und Köln geht es im Pokal primär um finanzielle Erfolge, der Weg nach Berlin ist für beide Klubs beschwerlich. Der glorreich in die Saison gestartete Geißbock-Klub aus der Domstadt erreichte 1991 das letzte Mal das Endspiel in der Hauptstadt, verlor nach großem Kampf aber 4:5 im Elfmeterschießen – gegen Werder. Die Bremer wiederum konnten den Pokal zwar auch noch 1994, 1999, 2004 und 2009 gewinnen, die letzte Final-Teilnahme liegt aber auch schon fünf Jahre zurück: 2010 unterlag Werder in Berlin 0:4 - und zwar dem FC Bayern. Somit werden auch Viktor Skripnik und seine Spieler ganz genau beobachten, was der VfL am Dienstagabend gegen die Münchener zustande bringt. Vielleicht sieht vor dem Anstoß des Spiels Bremen gegen Köln am Mittwoch der Weg nach Berlin für beide Mannschaften dann ja schon ein wenig einfacher aus.