Produkte für PKW / Van / 4x4

New content item

Hertha träumt vom Pokalfinale in Berlin

DFB-Pokal

 Votes Print
 
11/02/2016
 

In den Viertelfinals des DFB-Pokals konnten sich vier Bundesligisten durchsetzen. In der Vorschlussrunde treffen nun Hertha BSC Berlin auf Borussia Dortmund und der FC Bayern München auf Werder Bremen. Vor allem in der Hauptstadt elektrisiert der Wettbewerb Fans, Spieler und Verantwortliche.

Claudio Pizarro (l.) und seine Mitspieler des SV Werder Bremen bejubeln den Erfolg in Leverkusen. (Foto: Imago)

 

Schon nach dem ersten gezogenen Los brandete in Berlin Jubel auf – der sich nach dem zweiten Los noch verstärkte. Bei der Handball-Nationalheld Andreas Wolff vorgenommenen Auslosung gingen für Hertha BSC gleich zwei Wünsche in Erfüllung: Ein Heimspiel und eine Partie gegen ein anderes Team als den FC Bayern. So führt der Weg der Berliner über Berlin nach Berlin: Es fehlt bloß noch ein Heimsieg gegen Borussia Dortmund (das mit 3:1 in Stuttgart gewann), um den großen Traum vom erstmaligen Einzug in das daheim ausgetragene Pokalfinale zu verwirklichen. An der enormen Bedeutung des Pokal-Wettbewerbs für die Berliner ließ Trainer Pal Dardai keine Zweifel: „Das Finale im eigenen Stadion ist mir wichtiger als die Champions League.“ In der zweiten Paarung spielen in München der FC Bayern (3:0 in Bochum) und Werder Bremen (3:1 bei Bayer 04 Leverkusen) um den Einzug ins große Endspiel. Die Halbfinals finden am 19. und 20. April statt.

Durch den 3:2-Sieg beim imponierenden Zweitligisten Heidenheim haben die Berliner aber bereits Historisches erreicht: Erstmals seitdem das Finale im Jahr 1985 fest in die Hauptstadt verlegt wurde, konnten sich die Profis von Hertha BSC für das Halbfinale qualifizieren. Der bislang letzte Einzug in die Vorschlussrunde gelang 1981 – dort unterlag Berlin Eintracht Frankfurt 0:1. Eine Ausnahme gelang allerdings der mittlerweile legendären Hertha-Amateur-Mannschaft um den späteren Vize-Weltmeister Carsten Ramelow, die 1993 ins Finale stürmte. Im Olympiastadion unterlagen die Amateure, die auch als Hertha II bezeichnet wurden, Bayer 04 Leverkusen durch ein Tor von Ulf Kirsten dann allerdings 0:1. So blieb es bis heute dabei: Noch nie konnte der 124 Jahre alte Verein Hertha BSC Berlin den Pokal, der seit 1935 ausgetragen wird, gewinnen.

Auch vom VfB Stuttgart nicht aufzuhalten: Pierre-Emerick Aubameyang traf auch im Viertelfinale für den BVB. (Foto: Imago)

 

Im aktuellen Kader steht mit Vedad Ibisevic – der Hertha durch einen Doppelpack zum Erfolg in Heidenheim schoss – aber ein Spieler, der zumindest das Finale schon einmal erreicht hat. Im Jahr 2013 unterlag er mit dem VfB Stuttgart 2:3 gegen den FC Bayern. Trotz der Niederlage war die Finalteilnahme ein prägendes und motivierendes Ereignis: „Das war ein einzigartiges Erlebnis. Es lohnt sich, dafür zu kämpfen“, sagte er an seine Mitspieler gerichtet.

Tuchel will den ersten Titel

Auch für den Halbfinal-Gegner Dortmund besitzt der Pokal einen großen Stellenwert. Für Thomas Tuchel bietet er aufgrund des Rückstands in der Bundesliga neben der Europa League die Chance, im ersten Jahr gleich einen Titel zu holen. Entsprechend glücklich war der Coach nach dem überzeugenden 3:1-Sieg beim im Jahr 2016 wiedererstarkten VfB Stuttgart, den der überragende Pierre-Emerick Aubameyang mit einem Tor und zwei Vorlagen sicherte. „Ich bin vorbehaltlos zufrieden. Wir haben unter absolut schwierigen Bedingungen gegen einen sehr starken Gegner 90 Minuten lang überzeugt. Das war von uns ein perfektes Spiel mit einem perfekten Ergebnis."

Vedad Ibisevic sichert Hertha mit zwei Toren in Heidenheim das Heim-Halbfinale gegen Dortmund. (Foto: Imago)

 

Ein selten großes Lob für seine Mannschaft, die nach 18 Minuten und 21 Sekunden kurz in ihrem Spieltrieb unterbrochen wurde, als die BVB-Fans Unmengen von Tennis-Bällen auf den Rasen warfen, um so gegen die Erhöhung der Ticketpreise zu protestieren. Beiden Clubs droht nun eine Geldstrafe.

Frust über Doppelbestrafung

In den Spielen zwischen Leverkusen und Bremen sowie Bochum und Bayern gab es nur durch Spieler Proteste. In beiden Fällen sorgten die Schiedsrichter mit ihren Entscheidungen auf Elfmeter und Rote Karte dafür. Bei Bayer 04 traf es Wendell nach 41 Minuten nach einem Foul an Fin Bartels, beim VfL musste Jan Simunek nach 43 Minuten und einem Vergehen an Arjen Robben vom Platz. Nach der Gala von Robert Lewandowski (zwei Tore) war Bochums niederländischer Trainer Gertjan Verbeek sauer auf seinen Landsmann Robben: „Das ist für mich eine Schwalbe. Vielleicht war ein bisschen Kontakt da, aber Robben sucht das Bein. Er ist ein Holländer, aber wir kennen das von Robben. Es ist sicher keine Rote Karte, hör mal auf. Es ist ein Kontakt da, aber es ist kein Foul. Fußball ist noch immer ein Kontaktsport. Er lässt sich fallen, das ist eine Schwalbe und Freistoß für die andere Seite.“ 

Zwei Tore beim 3:0 in Bochum: Bayerns Top-Stürmer Robert Lewandowski. (Foto: Imago)

 

In Leverkusen überwog der Ärger über die eigene Leistung den Frust über die Doppelbestrafung. Sportdirektor Rudi Völler fand klare Worte: „Die Enttäuschung ist riesengroß. Normalerweise bin ich immer sehr kritisch mit den Schiedsrichtern, aber diesmal lag es nicht daran. Wir haben es einfach schlecht gemacht und waren uns nach dem 1:0 zu sicher. Da haben wir zu behäbig gespielt. In der ersten Halbzeit haben wir es verschlafen. Werder hat es dann aber auch geschickt gemacht.“

So dürfen nun die Bremer in München antreten und versuchen, eine mäßige Saison noch zu veredeln. Claudio Pizarro – der in Leverkusen zum 2:1 traf – will als 37-Jähriger noch einmal nach Berlin: „Wir sind sehr zufrieden. Alles ist so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Jetzt geht es weiter im Pokal. Als Mannschaft sind wir eine Einheit.“