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Vereint in der Sehnsucht nach dem DFB-Pokal

DFB-Pokal

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04/04/2016
 

Bayern München empfängt Werder Bremen, Hertha BSC trifft auf Borussia Dortmund – die vier im DFB-Pokal verbliebenen Teams treten unter verschiedenen Vorzeichen im Halbfinale (Dienstag/Mittwoch, 19./20. April) an. Bremen will die Saison retten, Bayern hofft auf das Triple, Hertha träumt vom ersten Heimfinale in Berlin und Dortmund will eine überragende Saison nicht ohne Trophäe beenden. Spannende Spiele sind garantiert.


Berlin, Bayern, Bremen, Borussia – vier Mannschaften kämpfen noch um den nationalen B-Titel. Die Trophäe aus der A-Kategorie, die Meisterschale, ist dem FC Bayern wohl kaum noch zu nehmen. Doch im DFB-Pokal rechnen sich die drei verbliebenden Konkurrenten Hertha BSC, Werder und Dortmund noch Chancen aus, den Münchnern das nationale Double zu zerstören – und die Saison selbst mit einem Titelgewinn zu beenden.

Bereit für den nächsten Kampf im DFB-Pokal: Arjen Robben (r.) und der FC Bayern München. (Foto: Imago)

 

Die Vorzeichen der vier Halbfinal-Teilnehmer sind dabei grundverschieden. Der FC Bayern, der am 19. April (20.30 Uhr) Werder Bremen empfängt, will in den letzten Wochen unter Trainer Pep Guardiola doch noch das vom Spanier anvisierte Triple erreichen, bevor er im Sommer zu Manchester City weiterzieht. In der Bundesliga sieht es angesichts von fünf Punkten Vorsprung auf den BVB gut aus, das Viertelfinal-Los Benfica Lissabon sorgt auch in der Champions League für gute Aussichten – und das Halbfinale gegen Werder zu Hause absolvieren zu dürfen, passte den Bayern auch ganz gut. Insofern herrscht trotz der Verletztenproblematik Zuversicht vor dem Duell, das über die Finalteilnahme entscheidet. Im vorigen Jahr endete das Halbfinale mit der riesigen Enttäuschung gegen Dortmund, als im heimischen Stadion das Elfmeterschießen verloren wurde, weil keiner der vier Bayer-Schützen seinen Schuss verwandeln konnte. „Es wird ein schwerer Schritt bis zum Finale. Wir brauchen eine super Leistung gegen sie“, sagte Arjen Robben nach der Auslosung. Gewarnt sind die Bayern allemal – zudem das Frauenteam die fest eingeplante Finalteilnahme sensationell verpasste: Der ungeschlagene Tabellenführer unterlag beim SC Sand 1:2. Das Pokalfinale der Frauen wird übrigens am gleichen Tag wie das Männer-Endspiel ausgetragen, allerdings einige Stunden zuvor in Köln. 

Pizarro freut sich auf Bayern und will nach Berlin

Will über München nach Berlin: Bremens Stürmer Claudio Pizarro. (Foto: Imago)

 

In Bremen hätten sich Spieler dennoch einen anderen Gegner gewünscht – oder zumindest ein Heimspiel. Claudio Pizarro freut sich zwar auf das Spiel in seiner alten Heimat und ist aufgrund der Bremer Auswärtsstärke zuversichtlich, das große Ziel des Peruaners heißt aber Berlin – und nicht München. „Bayern ist natürlich Favorit, aber wir spielen auswärts bisher sehr gut. Ich will nach Berlin, ich will ins Finale“, sagte Pizarro, der aber wegen bei einem Länderspiel erlittenen Verletzung möglicherweise ausfallen wird. Während die Münchner sich einzig um angestrebte Titelgewinne sorgen, herrscht im Bremer Bundesliga-Alltag noch der sportliche Überlebenskampf. Werder steckt tief im Abstiegskampf und benötigt Konzentration und Kraft eigentlich für den Klassenverbleib. Doch der Halbfinal-Einzug soll sich nicht nur finanziell auszahlen, es winkt die Chance, eine verkorkste Spielzeit durch zwei Partien gehörig aufzupolieren – und Selbstvertrauen für den Liga-Endspurt zu tanken.

In Feierlaune: Die Mannschaft von Hertha BSC will unbedingt das historische Heimfinale. (Foto: Getty Images)

 

Auch bei den beiden anderen Halbfinalisten Berlin und Dortmund, die am 20. April (20.30 Uhr) aufeinandertreffen, herrschen verschiedene Vorzeichen. Hertha BSC träumt nach einer weitestgehend grandiosen Saison noch immer von der ersten Final-Teilnahme im heimischen Olympia-Stadion, die von Trainer Pal Dardai sogar über das Erreichen der Champions League gestellt wurde. Gelingt den Berlinern beides, wäre es die erfolgreichste Saison der jüngeren Vereinsgeschichte – und die Hauptstadt würde wohl in kollektiven Freudentaumel verfallen. Eine durch die Hertha eher selten ausgelöste Gefühlslage. Doch bereits im Halbfinal-Duell wird das Olympiastadion brodeln. Erstmals seit der festen Verlegung des Endspiels nach Berlin tragen die Hertha-Profis ein Heim-Halbfinale aus – und werden alles dafür tun, am 21. Mai wieder ins vollbesetzte Stadion einlaufen zu dürfen. 

„Borussia Rekordmund“ auf Trophäen-Jagd

Der Trainer und sein Spitzenteam: Thomas Tuchel möchte in Berlin wieder feiern – und in die Hauptstadt zurückkehren. (Foto: Imago)

 

Mit dem BVB hat Berlin allerdings einen Gegner zugelost bekommen, der sich nicht nur in Berlin äußerst wohl fühlt – 2012 gewann Dortmund hier das Finale gegen die Bayern – sondern auch extrem formstark bei der Hertha antreten wird. In der K.o.-Phase der Europa League feierten die Dortmunder vier beeindruckende Siege gegen die namhaften Teams FC Porto und Tottenham Hotspur. In der Bundesliga ist der BVB auf Rekordkurs – durch die Übermacht der Bayern allerdings nur in Bezug auf die eigenen Bestmarken und die der Zweitplatzierten Teams. „Borussia Rekordmund“ titelte die Bild-Zeitung zuletzt und unterlegte die Zeile mit einigen imposanten Fakten zu „besten Tabellenzweiten aller Zeiten“: Dortmund hat die direkte Qualifikation für die Champions League bereits sicher und wäre mit seinem aktuellen Punktestand (67) in der Saison 2001 bereits vorzeitig Deutscher Meister geworden: Damals holte sich der FC Bayern am Ende mit 63 Zählern den Titel. Nach 28 Spielen hatte weder eine zweitplatzierte Mannschaft noch der BVB jemals mehr Punkte als das Tuchel-Team, das im Jahr 2016 noch ungeschlagen ist und von 16 Pflichtspielen 14 gewinnen konnte. Die beste Rückrunden-Mannschaft der Bundesliga möchte am Saisonende aber nicht bloß für schönen Fußball und viele Punkte gelobt werden – auch der BVB hat das Double noch im Visier: Triumphe im DFB-Pokal und der Europa League wären herausragende Erfolge für Thomas Tuchel in seinem ersten Jahr beim BVB.

Die Sehnsucht nach dem DFB-Pokal vereint die vier im Wettbewerb verbliebenden Teams – und wird die Intensität in den Duellen nochmals erhöhen. Die Fans dürfen sich auf packende Partien freuen.