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BVB fordert Bayern in vierter Final-Auflage

DFB-Pokal

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21/04/2016
 

Zum vierten Mal heißt die Paarung im Endspiel des DFB-Pokals Bayern München gegen Borussia Dortmund. Die beiden mit Abstand besten deutschen Mannschaften dieser Saison treffen zum Höhepunkt und Abschluss eines großen Jahres im deutschen Vereinsfußball am 21. Mai in Berlin erneut aufeinander. Rekordpokalsieger FC Bayern gewann das Halbfinal-Heimspiel mit 2:0 gegen Werder Bremen, der BVB setzte sich am Berliner Finalort gegen Hertha BSC mit 3:0 durch. 

Intensiver Kampf um den Ball zwischen den Bremern Claudio Pizarro, Zlatko Junuzovic und den Bayern Philipp Lahm und Xabi Alonso (von links). (Foto: Imago)

 

Verhaltener Jubel gepaart mit großer Erleichterung herrschte am Abend des 20. April im Berliner Olympiastadion bei den Dortmundern, die mit einem souveränen Sieg gegen den Bundesliga-Vierten aus Berlin ihre letzte Chance wahrten, eine insgesamt ausgezeichnete Saison mit einem Titel zu krönen. Dem BVB gelang der Endspiel-Hattrick, denn auch 2014 und 2015 war er beim Festtag des deutschen Fußball dabei. Im vorigen Jahr verlor Dortmund gegen den VfL Wolfsburg (1:3). Gegen den Rivalen aus München traten die Westfalen dort schon 2008, 2012 und 2013 an. Aber nur 2012 schafften die Dortmunder die Bayern zu schlagen, aber dieser denkwürdige 5:2-Erfolg ging die Geschichtsbücher ein. „Gegen die Bayern im Endspiel anzutreten, ist eine der größten Aufgaben im Weltfußball“, sagte Kapitän Mats Hummels zum neuen Duell am 21. Mai. „Würden wir gegen Vestenbergsgreuth spielen, hätten wir eine größere Chance.“


Der BVB verarbeitete seinen Liverpool-Schock 

In Berlin bot der BVB wieder ein ausgezeichnete Leistung, was nicht unbedingt erwartet worden war. Denn noch immer steckte der Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel die bittere 3:4-Niederlage beim FC Liverpool, die eine Woche zuvor mit dem Viertelfinal-Aus in der Europa League bestraft worden war, in den Knochen. Hummels hatte nach dem K.o.-Schlag, der gegen das neue Team von Ex-Trainer Jürgen Klopp nach einer 3:1-Führung in der zweiten Halbzeit noch hingenommen wurde, sehr mit sich und seinen Mannschaftskollegen gehadert. Nach dem Erfolg gegen die Hertha durch Tore von Gonzalo Castro (20.), Marco Reus (75.) und Henrich Mchitarjan (83.) aber war der 27 Jahre alte Weltmeister wie auch Tuchel wieder sehr zufrieden mit dem Auftritt der Mannschaft.

Hertha-Stürmer Salomon Kalou treibt den Ball an der Auslinie nach vorne, der Dortmunder Mats Hummels befindet sich in Lauerstellung, um ihn zu stellen. (Foto: Imago)

 

„Sehr stark“ habe sie gespielt, so Hummels. Ein „dickes, dickes Kompliment“ verteilte Tuchel für den Auftritt. „Wir haben diese Leistung gebraucht“, fügte der Coach mit Blick auf das Liverpool-Desaster hinzu. Das 3:0 in der Bundesliga gegen den Hamburger SV drei Tage zuvor war keine echte Prüfung für die Verfassung der Schwarz-Gelben gewesen. In Berlin zeigten sie sich beim achten Einzug in das Finale des deutschen Vereinspokals wieder eindrucksvoll ihre Qualitäten. Für das Finale gegen Bayern rechnen sich die Westfalen realistische Chancen aus. „Wir haben die Mittel, sie zu schlagen". meinte Hummels.

Hertha-Profis verpassen wieder das Heim-Endspiel

Aus Sicht der Hertha und der meisten der 76.233 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion war der Abend allerdings ernüchternd. Die Berliner müssen weiter auf die Teilnahme an einem Pokalendspiel in ihrer Stadt warten. Seit 1985 findet das Endspiel immer im Olympiastadion statt. Zuletzt stand die Profimannschaft der Hertha 1979 im Endspiel (0:1 gegen Düsseldorf). Lediglich die Amateure der Hertha zogen 1993 ins Finale zu Hause ein, verloren aber gegen Leverkusen (0:1). Trainer Pal Dardai war gar nicht zufrieden mit der Leistung seines Teams, das in der Bundesliga die beste Saison seit vielen Jahren hinlegt. „Ich habe nie Hoffnung gehabt“, sagte der Ungar zum Spielverlauf. „Wir sind den Dortmundern nur hinterhergelaufen, nicht in die Zweikämpfe gekommen.“ 

Alexander Baumjohann versucht einen Hertha-Angriff einzuleiten, wird aber vom Dortmunder Gonzalo Castro /rechts) gestört. (Foto: Imago)

 

Vidals Schwalbe empört deutsche Fußball-Fans 

Nachdem die Bayern am Tag zuvor bereits zum 21. Mal ihre Endspielteilnahme und damit die Aussicht auf ihren 18. Pokaltriumph perfekt gemacht hatten, beherrschte ein unerfreuliches Thema die Spielaufarbeitung. Nach der 1:0-Führung durch Thomas Müllers Kopfball (30.) kämpften die abstiegsbedrohten Bremer in der zweiten Halbzeit engagiert um den Ausgleichstreffer. In der 70. Minute gerieten dann aber Münchens Mittelfeldspieler Arturo Vidal und Schiedsrichter Tobias Stieler in den Mittelpunkt. Vidal hatte im Strafraum den Ball am grätschenden Janek Sternberg vorbei gelegt und stürzte plötzlich spektakulär. Stieler entschied auf Elfmeter, obwohl der Bremer den in Bayern-Diensten stehenden Chilenen gar nicht berührt hatte.

Schwalbe nennen es die Deutschen, Tauchen die Engländer: Arturo Vidal (rechts) beherrscht den freien Flug perfekt. Der Bremen Janek Sternberg (links) hat den Münchner nicht gefoult. (Foto: Imago)

 

Müller verwandelte den „Nichtfoul“-Elfmeter unbeeindruckt zum 2:0 (71.). Der Nationalspieler erklärte nach dem Spiel mit einem großen Schuss Ironie: „Ich habe gehört, dass es schon Elfmeter gab, die berechtigter waren.“ Trainer Pep Guardiola war Vidals Auftritt peinlich: „Der Elfmeter ist kein Elfmeter, es tut mir leid.“ Deutschlands Fußball-Fans diskutierten den Vorfall, die Medien kommentierten ihn. „Arturo Vidal ist der cleverste Rabauke der Liga“, schrieb „Die Welt“. Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge distanzierte sich von Vidal: „Wir sind nicht dafür bekannt, dass wir Schwalben produzieren. Das ist nicht unbedingt das, was der FC Bayern haben will.“ Das Finale erreichte der FC Bayern letztlich aber recht mühelos. Es steht fest, dass am 21. Mai der Deutsche Meister und der deutsche Vizemeister aufeinandertreffen. Dass Dortmund den Münchnern noch den Meistertitel abjagen kann, gilt als ausgeschlossen. Der Vorsprung mit sieben Punkten bei nur noch vier ausstehenden Bundesligaspielen ist zu groß.