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Hummels beim Pokal-Klassiker BVB gegen Bayern im Fokus

DFB-Pokal

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13/05/2016
 

Mats Hummels wechselt von Vizemeister Dortmund zu Rekordchampion Bayern München. Der Nationalspieler sagt, er habe die „schwerste Entscheidung seines Lebens“ getroffen, den BVB nach acht Jahren zu verlassen. Sein letztes Spiel für Dortmund bestreitet er am 21. Mai in Berlin. Hummels wird den BVB als Kapitän auf das Spielfeld und will seine Elf zum Sieg im DFB-Pokalfinale führen - und das gegen seinen neuen Club, die Bayern. 


Mats Hummels im Jahr 2007 im Trikot des FC Bayern München. 2006 wurde er mit den Bayern deutscher Vizemeister mit der A-Jugend. (Foto: Imago)

 

Es ist das vierte deutsche Pokalendspiel zwischen Dortmund und Bayern, und es ist sicher, dass das Duell der beiden mit Abstand besten deutschen Mannschaften ganz Fußball-Deutschland fesseln wird. Die große, weite Sport-Welt wird ins Berliner Olympiastadion schauen, in fast 200 Länder werden TV-Bilder vom deutschen Klassiker übertragen. Und ein Mann steht dabei ganz besonders im Mittelpunkt: Mats Hummels, 27 Jahre alt, geboren in Bergisch Gladbach bei Köln, in München aufgewachsen, 2007 mit dem Bundesliga-Debüt 2007 im Trikot des FC Bayern. 2008 wechselte er nach Dortmund und hatte sehr großen Anteil daran, dass der Ballspielverein Borussia 09 Dortmund an alte, glorreiche Zeiten anknüpfen konnte. 


Die Schwarz-Gelben wurden 2011 und 2012 Deutscher Meister, Pokalsieger 2012 durch ein 5:2 gegen die Bayern – mit einem Hummels-Tor. Mit dem Ruhrgebietsverein stand Mats Hummels in jenem legendären Champions-League-Finale im Mai 2013, als sich die beiden Teams im Londoner Wembley-Stadion duellierten und die Westfalen, obwohl überragend auftrumpfend, mit 1:2 verloren. Mehrere Titel hat Hummels mit Dortmund gesammelt und dennoch zog es ihn zurück zu seinem Stammverein, den großen Dominator des deutschen Fußballs. Dort, das ist ziemlich sicher, hat er noch bessere Chancen, Titel zu gewinnen als mit Dortmund. Doch diesen einen, den am 21. Mai, will er noch mit BVB erkämpfen. Es wäre seine vierte Trophäe, die er mit dem Klub aus dem Ruhrpott gewinnen würde. 

Mats Hummels mit dem DFB-Pokal m Jahr 2012 nach dem 5:2 gegen den FC Bayern München im Endspiel. (Foto: Imago)

Die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: Beim 5:1 gegen Wolfsburg musste sich Mats Hummels Pfiffe der BVB-Fans gefallen lassen. (Foto: Imago)

Böse und gehässige Kritik für die Rückkehr zum Stammverein

Zum vierten Mal trifft Hummels als BVB-Profi in einem deutschen Pokalfinale auf die Bayern, dem Sieg 2012 stehen die Niederlagen von 2008 und 2014 gegenüber. Mit den BVB-Kollegen hat sich Hummels zum dritten Mal nacheinander für das Pokalendspiel qualifiziert. Im vorigen Jahr verlor Dortmund gegen den VfL Wolfsburg (1:3) - nach dem sensationellen Halbfinalsieg beim FC Bayern, bei dem vier Münchner Schützen im Elfmeterschießen kläglich scheiterten. Hummels hat also viele großen Stunden bei Dortmund erlebt, er steht wie kein anderer Spieler für die Erfolge der letzten Jahre. Doch es zieht ihn hin zu neuen Herausforderungen. 


Weil Mats Hummels wechseln wird, war er böser Kritik ausgesetzt. Viele BVB-Fans nahmen ihm schon die Überlegung, nach München zurückzukehren, so übel, dass sie das vorletzte Saisonheimspiel gegen Wolfsburg (5:1) für ihn zum Spießrutenlauf werden ließen. Da stand noch nicht fest, dass Dortmund rund 35 Millionen Euro Ablöse aus München kassieren würde. Aber der permanente Verlust von Leistungsträgern wie Mario Götze und Robert Lewandowski und nun Hummels ausgerechnet an den großen Rivalen der letzten Jahre nervt natürlich viele Fans.


So gab es auch in Foren und Chats im Internet gehässige Kommentare für Hummels, als wäre es im Profifußball mit einem ausufernden Transferzweig nicht legitim, dass ein Spieler auch einmal den Verein wechselt, zumal wenn er sich wieder dem Klub anschließt, der ihn ausgebildet hat. 

 

Hummels mit Boateng: Das weltbeste Innenverteidiger-Duo

Bei Bayern wird Hummels mit Jerome Boateng die Innenverteidigung bilden – so wie in der Nationalmannschaft beim Gewinn des Weltmeistertitels 2014 in Brasilien. Das Duo ist wahrscheinlich das beste Innenverteidiger-Paar der Welt – wenn beide Teile in guter Form sind. Hummels unterzeichnete einen Fünf-Jahresvertrag bei den Bayern. Als Gehalt pro Jahr wurden bis zu zwölf Millionen Euro kolportiert. 


Auch bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich werden Hummels und Boateng, wenn nichts Besonderes passiert, Seite an Seite spielen. Doch am 21. Mai werden sie Gegner sein, wobei Hummels auf noch mehr Nationalmannschaftskollegen wie Thomas Müller und Manuel Neuer trifft. „Mein Ziel ist es, noch einmal den Pokal mit Dortmund zu holen“, beteuerte Hummels, der auch beim Cup-Finale 2014 in den Fokus geriet. Denn der Verteidiger hatte ein Tor erzielt, das nicht zählte, weil Dante – inzwischen für Wolfsburg spielend - den Ball hinter der Linie wieder im hohen Bogen ins Spielfeld schlug. Dortmund hätte wohl gewonnen, aber in der Verlängerung setzten sich am Ende wieder die Bayern mit 2:0 durch. Hummels nicht gegebener Treffer führte auch dazu, dass im deutschen Fußball die Torlinientechnologie (Hawk Eye) eingeführt wurde. 

Konzentration im Halbfinale: Mats Hummels (rechts) mit Erik Durm (Mitte) und Sokrates vor dem Pokalsieg im Halbfinale in München im April 2015. (Foto: Imago)

 

Für Hummels und die Dortmunder ist Berlin die einzige Titelchance in dieser Saison, für die Bayern die zweite nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft, die zum 26. Mal gewonnen wurde mit dem besten und punktestärksten Verfolger, den es in der Bundesliga seit der Gründung 1963 gab. Für BVB-Trainer Thomas Tuchel wäre es sogar der erste Titel im Profibereich, für den ganzen Verein wäre der Pokal die Krönung eines starken Spieljahrs. Für Pep Guardiola geht es darum, seine dreijährige Amtszeit bei den Bayern mit dem Double zumindest national versöhnlich abzuschließen. Bliebe es bei nur einem Titel – dann wäre die Enttäuschung riesengroß. Denn beide Teams mussten auf internationaler Ebene herbe Rückschläge verarbeiten. Die Münchner verpassten das Finale der Champions League gegen Atletico Madrid (0:1, 2:1), der BVB das Halbfinale der Europa League nach heißen Duellen gegen den FC Liverpool mit Ex-BVB-Coach Jürgen Klopp (1:1, 3:4). Schwarz-gelb oder rot - gefeiert wird in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai nur bei einem der beiden Vereine.