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10 Legenden sollt ihr sein…

DFB-Pokal

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17/05/2016
 

Wenn sich am 21. Mai 2016 Borussia Dortmund und der FC Bayern München zum vierten Mal im DFB-Pokal-Finale gegenüberstehen, dann heißt es im Berliner Olympiastadion mal wieder: Ausverkauft! Pokal-Feste aber werden nicht nur in Deutschland gefeiert. ContiSoccerWorld stellt die 10 legendärsten Pokal-Final-Stadien Europas vor.

Wembley Stadium, London, England

Das Wembley-Stadion im Londoner Stadtteil Brent ist eine Fußball-Legende – nicht nur wegen der Pokal-Dramen, die sich hier abspielten. Nachdem es im Jahre 2000 abgerissen und an selber Stelle neu gebaut wurde, avancierte die Arena mit nun 90.000 Plätzen zum zweitgrößten Stadion Europas hinter Camp Nou in Barcelona. Spätestens durch das „Wembley-Tor“ von der WM 1966 erlangte Wembley weltweite Berühmtheit. Aber auch auf nationaler Ebene hat die Geschichte des Fußball-Tempels viel zu bieten, wie die Finalspiele des FA Cups, dem ältesten Fußball-Pokal-Wettbewerb der Welt (seit 1871). Bereits das erste Finale, das in Wembley im Jahre 1923 zwischen den Bolton Wanderers und West Ham United angepfiffen wurde, entwickelte sich zu einer Legende. Trotz einer Stadionkapazität von damals 127.000 Plätzen drängten sich fast eine viertel Million Fans in der Arena. Die Partie wurde erst 45 Minuten später angepfiffen, da viele Zuschauer auf dem Spielfeld ausharrten. Bolton, das das Spiel mit 2:0 gewann, schoss das erste Tor, während ein Gegenspieler sich noch den Weg zurück durch die Massen bahnte, nachdem er den Ball für einen Einwurf geholt hatte.

Wembley Stadium, London, England. (Foto: Jbmg40)

 

Millenium Stadium, Cardiff, Wales

Als das Wembley-Stadion zwischen 2000 und 2006 abgerissen und neu gebaut wurde, wurden sämtliche englische Entscheidungsspiele in das Millenium Stadium im walisischen Cardiff verlegt, da es zu dieser Zeit mit knapp 75.000 Plätzen mit Abstand das größte Stadion des Vereinigten Königreichs war. Neben dem FA-Cup, der dort einmal von Manchester United, zwei Mal von Liverpool und drei Mal von Arsenal London gewonnen wurde, fanden auch andere englische Pokal-Spiele im Millenium Stadium statt. Kurios: Obwohl keine Mannschaft als Heimmannschaft bezeichnet werden konnte, wurde es bekannt für seinen Auswärts-Fluch. Die ersten elf großen Pokal-Spiele wurden allesamt von jenen Teams gewonnen, die die Kabine der Heimmannschaft belegten. Architektonisches Highlight ist das mobile Dach, das sich innerhalb von 20 Minuten komplett zuziehen lässt. 2017 wird es die erste walisische Spielstätte sein, in der ein Champions-League-Finale ausgetragen wird. Mal sehen, wer dann die Auswärts-Kabine zugelost bekommt.

Millenium Stadium, Cardiff, Wales. (Foto: Ben Salter)

 

Estadio Santiago Bernabéu, Madrid, Spanien

Santiago Bernabéu, einst Spieler, Trainer, erster Sekretär und Präsident von Real Madrid, hatte eine Vision: Er wollte seinen Verein zum Besten der Welt machen. Ein neues Stadion, das den „Königlichen“ würdig ist, sollte es also sein. 1944 begann der Bau im Zentrum von Chamartín, das zu dieser Zeit noch abseits der Innenstadt Madrids lag, sich heute aber mitten im Herzen des Bankenviertels befindet. Als „Nuevo Estadio de Chamartín“ wurde es 1947 eingeweiht. Zwischen 75.000 und 125.000 Fans fanden im Laufe der Jahre in dem Tempel Platz – und die nächsten Umbaumaßnahmen sind schon in Planung: eine neue Fassade, ein ausfahrbares Dach sowie neue Dächer über den Tribünen sind neben einem Einkaufszentrum, einem Hotel und einer Aufstockung auf 90.000 Plätze vorgesehen. Sportlich gab es hier einiges zu sehen: internationale Duelle, Liga-Spiele, das legendäre Clàsico – und natürlich etliche Copa-del-Rey-Finalspiele im spanischen Verbandspokal. Ein Tag bleibt den Madrilenen in besonderer Erinnerung: Am 6. März 2002 stand das Copa-del-Rey-Finale gegen La Coruña an – am selben Tag feierte der Klub sein hundertjähriges Jubiläum. Doch die Nordspanier gewannen 2:0 und verdarben den „Königlichen“ gehörig die Feierlichkeiten.

Estadio Santiago Bernabéu, Madrid, Spanien. (Foto: Nguyentoan)

 

Hampden Park, Glasgow, Schottland

Der Hampden Park in Glasgow hat eine ganz besondere Geschichte. Seit 1873 werden hier überwiegend die Finalspiele des Scottish FA Cups – der zweitälteste Fußballpokal-Wettbewerb der Welt – ausgetragen. Genau genommen sind es drei Stadien, die als Hampden Park bezeichnet werden. Das erste, eröffnet am 9. Juni 1867, galt als das älteste Fußballstadion der Welt. Heimatverein FC Queen’s Park zog später in Hampden Park Nummer 2, und im Jahre 1903 in Hampden Park Nummer 3, den derzeitigen Standort. Am 17. April 1937, beim Länderspiel Schottland gegen England, strömten 149.547 Besucher in die riesige Arena – ein bis heute ungebrochener Zuschauerrekord in Großbritannien. Heute verfügt das Stadion nur noch über knapp 53.000 Plätze. Der FC Queen’s Park ist übrigens Gründungsmitglied der Scottish Football Association und ältester Fußballverein Schottlands. Bis heute lehnt der Verein jede Form von Professionalismus im Fußball ab und ist der einzige Amateurverein in der Scottish Football League. Getreu dem Vereinsmotto: „Ludere causa Ludendi!“ („ Zu spielen um des Spieles Willen!“)

Hampden Park, Glasgow, Schottland. (Foto: Martin Le Roy)

 

Olympiastadion, Berlin, Deutschland

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ – diesen beliebten Schlachtruf hört man jährlich, wenn es heißt: DFB-Pokal-Finale in Berlin. Das war aber nicht immer so. Erst seit 1985 hat sich der Modus geändert, vorher wechselte die Final-Spielstätte jedes Jahr. Wenn am 21. Mai das diesjährige Pokal-Finale Borussia Dortmund gegen FC Bayern München angepfiffen wird, ist das Olympiastadion mit knapp 75.000 Fans wieder ausverkauft. Die Sport-Arena hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Nachdem 1936 im Nazi-Deutschland noch die Olympischen Spiele ausgetragen wurden, war das Stadion nach Ende des Zweiten Weltkrieges von Zerstörung geprägt und wurde zunächst von den Briten besetzt. Erst am 12. Juni 1949 wurde das Stadion wieder übergeben, und ein Jahr später beschloss der Berliner Senat die Umbenennung von Reichssportfeld in Olympiastadion. Dann folgten der Wiederaufbau und zwischen den Jahren 2000 und 2004 eine Komplett-Sanierung. Die historischen Erkennungsmerkmale sind jedoch erhalten geblieben: Der Glockenturm und das imposante Marathon-Tor, durch das schon Papst Benedikt XVI 2011 vor 66.000 Besuchern in seinem Papa-Mobil einfuhr.

Olympiastadion, Berlin, Deutschland. (Foto: JoJan)

 

Stadio Olimpico di Roma, Rom, Italien

Das Olympiastadion in Rom hat nahezu alles erlebt. Die Eröffnungsfeier nach einem Umbau wurde 1960 mit den Olympischen Sommerspielen begangen. Dreißig Jahre später kam die Fußball-Weltmeisterschaft. Fast im Schatten dieser Ereignisse stehen da die brisanten Stadt-Derbys, Champions-League-Duelle oder die Final-Spiele der Coppa Italia, die seit 2008 jährlich in Rom gespielt werden. Die beiden Vereine Lazio Rom und AS Rom teilen sich das Stadion, sodass man nahezu jedes Wochenende Live-Fußball zu sehen bekommen kann. Allerdings hat der AS Rom mittlerweile Pläne für ein eigenes Stadion veröffentlicht, das zur Saison 2017/2018 fertig sein soll: ein 1,5 Milliarden teures Areal mit Einkaufs-und Vergnügungsviertel, Parks und Geschäftsgebäuden. AS Rom wird damit neben Juventus Turin erst der zweite italienische Verein mit einem klubeigenen Stadion sein. Geweiht wurde das Olimpico 1953 auf „Stadio dei Centomila“ – das Stadion der Hunderttausend. Heute verfügt es über 72.698 Sitzplätze. Den Deutschen dürfte das Olimpico in bester Erinnerung sein: 1980 wurde die Nationalmannschaft an diesem Ort Europa-, 1990 Weltmeister.

Stadio Olimpico di Roma, Rom, Italien. (Foto: Doc Searls)

 

Råsundastadion, Stockholm, Schweden

Für atemberaubende Champions-League-Nächte oder weltbewegende Liga-Partien ist der schwedische Fußball zwar nicht bekannt, dennoch: Das 2013 abgerissene Råsundastadion in Stockholm beeindruckte mit schönen Geschichten. In dem schwedischen Nationalmannschafts-Stadion und Austragungsort des Endspiels um den schwedischen Fußballpokal fanden im Laufe der Jahre zwischen 17.000 und 52.000 Fans Platz. Es war eines der wenigen Stadien weltweit, in denen bislang zwei WM-Endspiele ausgetragen wurden: das Endspiel der Weltmeisterschaft 1958 und das der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 1995. Bei der WM 1958 wurde Stockholms Arena zum Geburtsort eines Fußball-Genies. Die Massen staunten nicht schlecht, als der siebzehn Jahre alte Edson Arantes do Nascimento mit seinen Spielkünsten für Furore sorgte. Als er im Halbfinale in Stockholm mit Brasilien gegen Frankreich spielte, erzielte er beim 5:2-Sieg einen Hattrick. Im Finale gegen Gastgeber Schweden war es dann wieder das Råsundastadion, das seine große Bühne werden sollte. Zwei Tore von dem Wunderkind, wieder ein 5:2 Sieg – und Brasilien war zum ersten Mal Weltmeister. Es war der Startschuss für die große Karriere eines Mannes, der fortan nur noch auf einen Namen hören sollte: Pelé.

Råsundastadion, Stockholm, Schweden. (Foto: Arild Vågen)

 

Parc de Princes, Paris, Frankreich

Das Prinzenparkstadion in Frankreichs Hauptstadt war zunächst eine Radrennbahn, die im Zuge des immer größer werdenden Interesses am Fußball umfunktioniert wurde. Bis 1967 markierte das 1897 erbaute Stadion noch den Zieleinlauf der Tour de France, doch schon seit 1899 fanden dort Ligaspiele und ab 1919 auch Pokal-Endspiele statt. 1972 wurde die Radrennbahn abgerissen und ein Fußball- und Rugby-Stadion errichtet. Bis 1998 war es nicht nur Heimstadion von Paris Saint-Germain, sondern auch Nationalstadion sowie häufigster Austragungsort des Endspiels um den französischen Pokal. Und nicht nur das: Drei Begegnungen bei der Weltmeisterschaft 1938, sechs Partien bei der Weltmeisterschaft 1998 oder die Europameisterschaften 1960 und 1984, um nur einige Beispiele der Fußball-Spektakel im Prinzenparkstadion zu nennen. Auch dieses Jahr wird das Stadion wieder zur internationalen Fußballbühne: Fünf Partien der Europameisterschaft 2016 werden hier gespielt. Für die deutsche Nationalmannschaft geht es am 21. Juni gegen Nordirland in das legendäre Stadion. Die Spannung steigt.

Parc de Princes, Paris, Frankreich. (Foto: privat)

 

König-Baudouin-Stadion, Brüssel, Belgien

Das größte Stadion Belgiens – das König-Baudouin-Stadion – wurde Ende der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts errichtet und 1930 unter dem Namen „Stade du Centenaire“ anlässlich der 100-jährigen Unabhängigkeit Belgiens eröffnet. In dem Nationalstadion des belgischen Fußball-Verbandes, in das 50.000 Zuschauer passen, fanden unter anderem neun Endspiele europäischer Wettbewerbe statt, fünf Spiele der EURO 2000 sowie regelmäßig die Endspiele des belgischen Verbandspokals. Neben diesen sportlichen Höhepunkten erlangte das Stadion – damals noch unter dem alten Namen „Heysel-Stadion“ – traurige Berühmtheit. Am 29. Mai 1985 kam es beim Endspiel um den Europapokal der Landesmeister zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool zu Fan-Krawallen, bei denen 39 Menschen ums Leben kamen. In den Folgejahren plante der belgische Fußball-Verband einen radikalen Umbau des Stadions, bis es 1997 mit einem Konzert von Celine Dion wiedereröffnet wurde. Mit dem Stadion verbinden sich aber aber auch schöne Erinnerungen: Am 18. Juni 1972 spielte das deutsche Nationalteam im EM-Finale gegen die Sowjetunion, gewann 3:0 und sicherte sich den ersten von bisher drei EM-Titeln.

König-Baudouin-Stadion, Brüssel, Belgien. (Foto: Joni Fuego)

 

Feyenoord-Stadion, Rotterdam, Niederlande

Das 1937 eröffnete Heimstadion von Feyenoord Rotterdam – auch bekannt als „De Kuip“ (dt.: die Wanne) – ist ein Stadion von sporthistorischer Bedeutung. Nicht nur, dass hier zehn Endspiele europäischer Pokalwettbewerbe stattfanden. Auch das Endspiel der EM 2000 zwischen Frankreich und Italien, bei dem sich Frankreich den Titel mit einem Golden Goal durch David Trezeguet sicherte, wurde hier ausgespielt. Die oftmals fulminanten Endspiele des niederländischen Pokalwettbewerbs werden ebenfalls in der zweitgrößten Arena des Landes ausgetragen. Legendär das Spiel FC Zwolle gegen Ajax Amsterdam: Nachdem die Hauptstädter in der 22. Minute in Führung gingen, feierten die Ajax-Fans den Treffer mit Feuerwerkskörpern und sorgten für die erste Spielunterbrechung. Nach Wiederanpfiff legte der Außenseiter los und traf schließlich zur 2:1-Führung. Wieder brannten den Anhängern aus Amsterdam die Sicherungen durch, sodass sie beinahe einen Spielabbruch provozierten. Doch es ging weiter. Wie gelähmt durch die eigenen Fans kassierte Ajax die nächsten drei Treffer, die Sensation war perfekt: Der Tabellen-Elfte ließ den holländischen Meister mit einem 5:1-Sieg in der Wanne von Rotterdam baden gehen.

Feyenoord-Stadion, Rotterdam, Niederlande. (Foto: F. Eveleens)