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Europa ist das Ziel von Hannover 96

H96

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27/08/2013
 

Ausflüge in die Niederlande und nach Belgien, Reisen nach Dänemark und Schweden, Touren in die Ukraine und nach Spanien, Stippvisiten in die Hauptstädte Moskau, Madrid und Kopenhagen: Hannover 96 ist in den vergangenen beiden Jahren herumgekommen und hat sich in Europa einen Namen gemacht. Doch die Erlebnisse mit den Abenteuern auf internationalen Bühnen fanden im Februar 2013 ein vorläufiges Ende. Die "Roten", wie die Mannschaft von ihren Fans genannt wird, konzentrieren sich in der Saison 2013/14 wieder ganz auf die Bundesliga und den DFB-Pokal. Und dort ist es bekanntlich nicht weniger spannend.

Die Fahnen von Hannover 96 wehen im 12. Jahr hintereinander in der Bundesliga. Seit dem Wiederaufstieg 2002 hat sich der Verein in der Spitzengruppe etabliert. (Foto: Firo/Augenklick)

 

Nach einem größeren Umbruch im Spieler-Kader peilen die "Sechsundneunziger" wieder ein Topergebnis an. Mitte September ist allerdings erst einmal eine schwere Doppelaufgabe zu lösen. Zunächst muss das Team von Trainer Mirko Slomka am 5. Bundesliga-Spieltag beim Triple-Gewinner Bayern München antreten (Samstag, 14. September, 15.30 Uhr), elf Tage später (Mittwoch, 25. September, 20.30 Uhr) ist der Rekordmeister in der zweiten Runde des DFB-Pokals erneut in einem Auswärtsspiel der Gegner. "Das wird extrem schwierig. Wir sind natürlich der klare Außenseiter in diesem Duell", sagte Sportdirektor Dirk Dufner. Gegen den Pokalverteidiger antreten zu müssen hatte die Wolfsburger Fußball-Europameisterin Lena Goeßling den Hannoveranern mit ihrem Griff in die Lostrommel eingebrockt.

 

Anspruchsvolles Ziel: Platz drei bis sechs

"Es war eine großartige Sache, in der Europa League mitzuspielen. Da würden wir schon gerne wieder hin", sagte Offensivspieler Jan Schlaudraff, der schon seit 2008 für Hannover spielt. "Wir haben die Mannschaft, um die Qualifikation zu schaffen", erklärte der Brasilianer Marcelo, als er wenige Tage nach dem Sieg zum Auftakt der neuen Saison gegen Wolfsburg vom PSV Eindhoven verpflichtet worden war. Damit gab der Innenverteidiger die Marschroute der Klubführung um den Präsidenten Martin Kind wieder. Der Klubchef hatte als Zielvorgabe für das Team einen Platz von drei bis sechs formuliert. Die Reaktion in den einschlägigen Medien lautete: Dieser Anspruch sei sehr ehrgeizig. Manchmal schwang die Skepsis mit, dass die Messlatte zu hoch gelegt worden sei.

Mame Diouf (links) beim Derby-Sieg gegen den Wolfsburger Christian Träsch. Der Senegalese gehört zu den besten Bundesliga-Stürmern. (Foto: Firo/Augenklick)

 

Doch Träumen darf erlaubt sein, auch im knallharten Wettbewerb der Bundesliga. Platz drei wäre bekanntlich mit der direkten Qualifikation für die UEFA Champions League verbunden, Rang sechs würde noch in die Europa League führen. Doch auch vor der Saison, die im Mai 2011 endete, hatten wohl selbst die treuesten und optimistischen Fans kaum erwartet, dass Hannover 96 den vierten Platz belegen könnte. Aber dann erreichte der Deutsche Meister von 1938 und 1954 seine beste Bundesliga-Platzierung und mit 60 Zählern seine Maximalpunktzahl.

Und in der Saison, die im Mai 2013 zu Ende ging, erreichten die "Sechsundneunziger" einen anderen Klubrekord: 60 Tore hatten sie zuvor noch nie erzielt. Allerdings belegten sie nur Rang neun nach dem sechsten Platz ein Jahr zuvor. Daraus abzuleiten, dass Hannover sich in einem Abwärtstrend befindet, wäre indes völlig verkehrt. Das Ziel, im Mai 2014 sich wieder für die Europa League qualifizieren zu wollen, dürfte angemessen sein. "Wir sollten die Kirche im Dorf lassen", erklärte Schlaudraff zu den Champions-League-Visionen. Und Slomka hält diese Zielsetzung vorsichtig für "etwas vermessen". Der Trainer, der schon von 1989 bis 1999 als Jugendtrainer bei den Hannoveranern viele Talente formte und nun bald sein viertes Jahr als Cheftrainer der Profimannschaft vollenden sollte (Dienstbeginn war der 19. Januar 2010), weiß um die Schwere der Aufgabe.

Trainer Mirko Slomka vollendet bald sein viertes Jahr als Cheftrainer von Hannover 96. Er führte das Team zweimal in die Europa League. (Foto: Firo/Augenklick)

 

Hauptaufgaben: Weniger Gegentore, mehr Auswärtserfolge

Der Konkurrenzkampf in der Bundesliga ist hart. Nur zwei Siege mehr und "die Roten" wären auch im vorigen Mai zum dritten Mal in Serie in die Europa League eingezogen. Doch der Realisierung standen zwei Dinge im Weg: Die Gegentor-Flut und die Auswärtsschwäche. Damit stehen auch die Hauptaufgaben für das Spieljahr 2013/14 fest: Weniger Tore kassieren, heißt die Zielsetzung. Denn bei 62 Gegentreffern waren in der Vorsaison trotz Nationaltorwart Ron-Robert Zieler nur zwei Teams in dieser Beziehung noch schlechter. Zweite Zielsetzung: Auswärts sollen mehr Erfolge gelingen als nur die vier Siege und das eine Unentschieden in der vorigen Saison. Lediglich Hoffenheim und Düsseldorf sammelten in fremden Stadion weniger Zähler als der Hannoversche Sportverein von 1896.

Mit 32 Punkten in der "Heim-Tabelle" befand sich die Slomka-Elf allerdings als Fünftbeste der Liga nur einen Punkt hinter Dortmund und Schalke. Genauso begann Hannover die 51. Bundesliga-Saison 2013/14. Im heimischen Stadion, das von AMD- ind HDI-Arena umbenannt wurde, wurden im VfL Wolfsburg (2:0) und Schalke 04 (2:1) zwei Teams mit hohen Ambitionen geschlagen. Das 0:3 bei Borussia Mönchengladbach am 2. Spieltag erinnerte aber an manchen zaghaften Auftritt der alten Saison.

Sportdirektor Dirk Dufner löste in der vorigen Saison Jörg Schmadtke ab und sorgte vor der Saison 2013/14 für einen Umbruch im Spieler-Kader. (Foto: Firo/Augenklick)

Neue Spieler stehen in der Mannschaft, nachdem Dufner als Nachfolger des langjährigen Managers Jörg Schmadtke einen Umbruch im Kader vollzogen hat. Edgar Prib (aus Fürth), Talent Leonardo Bittencourt (Dortmund), Salif Sane (Nancy) und Marcelo (Eindhoven) sind die bekanntesten Profis, die geholt wurden und bei Slomka auch eine große Rolle spielen. Aber es verließen auch namhafte und teilweise langjährige Angestellte den Klub wie Sergio da Silva Pinto (zu Levante/Spanien), Konstantin Rausch, Mohammed Abdellaoue (beide Stuttgart), Johan Djourou (Hamburg), Mario Eggimann (Union Berlin) und Sofian Chahed (ohne Verein). Die Ausgangslage bei Hannover 96 hat ein wenig von einem Neubeginn. Nur das Ziel, bald wieder Dienstreisen durch  Europa zu absolvieren, ist gleich geblieben.