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Saisonanalyse: Aufatmen bei Hannover 96

H96

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30/04/2014
 

Wer genau hingehört hat, wird vielleicht ein kollektives Aufatmen der großen Fangemeinde wahrgenommen haben. Als der 32. Spieltag am 27. April fast beendet war, stand es fest, dass Hannover 96 auch nach dieser von mehr Tiefen als Höhen geprägten Saison weiter in der Bundesliga spielen wird. Das 3:1 des FC Augsburg gegen den Hamburger SV machte für die "Roten" aus der niedersächsischen Landeshauptstadt die weitere Zugehörigkeit in Deutschlands Elite-Spielklasse perfekt. "Wir werden im 13. Jahr hintereinander in der Bundesliga spielen. Das ist für Hannover ein gutes Ergebnis", kommentierte Präsident Martin Kind die Tatsache des "Nichtabstiegs". Es ist übrigens die längste Verweildauer des Vereins in der Bundesliga, der zwischen 1964 und 1974 zehn Spielzeiten in Serie der Topliga angehörte.

Präsident Martin Kind (links) und Sportdirektor Dirk Dufner waren wie auch alle Fans erleichtert, als feststand, dass Hannover 96 weiter in der Bundesliga spielt. (Foto: Firo/Augenklick)

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Mit dem 2:1 gegen den HSV mit dem ehemaligen 96-Trainer Mirko Slomka leitete Hannover mit Edgar Prib (links) und Didier Ya Konan die Wende ein. (Foto: Firo/Augenklick)

 

Zwei Tage vor der Augsburger Amtshilfe hatten sich die "Sechsundneunziger" in einem wenig begeisterndem Heimspiel mit einem 0:0 vom Abstiegskandidaten VfB Stuttgart getrennt. Der Punkt war zu wenig, nur mit einem "Dreier" hätte Hannover den Klassenverbleib zu diesem Zeitpunkt klar gemacht. Dann aber halfen die Augsburger. Mit der Niederlage, die sie den Hamburgern zufügten, wird der HSV nicht mehr an Hannover vorbeiziehen können. Auch Werder Bremen rettete sich dank der Unterstützung des FCA.

 

Die Erleichterung war groß, denn eine Negativserie von vier Niederlagen vom 26. bis 29. Spieltag hatte die Situation von Hannover 96 noch einmal sehr angespannt gemacht. Doch bevor es richtig brenzlig werden konnte, gewann das Team von Trainer Tayfun Korkut die wichtige Partie im eigenen Stadion gegen Hamburg mit 2:1 und siegte dann auswärts bei Eintracht Frankfurt mit 3:2, dem sich das torlose Remis gegen Stuttgart anschloss. "Die beiden Siege gegen Hamburg und Frankfurt waren die Schlüsselspiele", sagte Klubchef Kind. Zum Saisonschluss finden nun noch zwei Bonusspiele statt, wobei das Gastspiel beim 1. FC Nürnberg (Samstag, 3. Mai) für den Gegner von existenziell wichtiger Bedeutung ist. Am 34. Spieltag geht es in der HDI Arena gegen den sorgenfreien SC Freiburg. "Wenn wir gegen Freiburg gewinnen, dann werden die Fans die Mannschaft sicherlich feiern. Es gibt das eine oder andere Freibier, und es ist ein angemessener Saisonabschluss", erklärte Kind, der am 28. April seinen 70. Geburtstag feierte, in einem Interview mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Tayfun Korkut, seit Januar 2014 Trainer der "Roten", wies Hannover 96 den Weg, um nicht ganz tief in die Abstiegszone zu stürzen. (Foto: GES/Augenklick)

 

Auswärtsschwäche verhindert besseren Tabellenplatz

Bis auf Platz 13 könnte sich Hannover noch verbessern, aber damit bleibt festzuhalten, dass die Ansprüche vor Saisonbeginn deutlich höher angesiedelt wurden. Als Ziel war ein internationaler Wettbewerb ins Auge gefasst worden. Nach dem guten Start träumten sehr große Optimisten sogar kurz von einer Qualifikation für die UEFA Champions League. Aber sieben sieglose Spiele vom 7. bis 13. Spieltag und die insgesamt schwache Auswärtsbilanz ohne einen einzigen Punktgewinn verhagelten die Hinrunde. Dies führte zur Entlassung von Trainer Mirko Slomka nach fast vier Jahren meist sehr erfolgreicher Tätigkeit mit den Teilnahmen an der Europa League in den Spielzeiten 2011/12 und 2012/13. Mit der Verpflichtung von Korkut, der sein Trainerdebüt in der Bundesliga gab, präsentierte der Klub in der Winterpause eine Überraschung.

 

Die internen Analysen haben ergeben, dass der personelle Umbruch, der in dieser Saison vorgenommen werden sollte, nicht wie geplant geklappt hat. Kind beabsichtigt laut Fachzeitschrift "Kicker", mit einen höheren finanziellen Aufwand über einen längeren Zeitraum die Qualität des Kaders wieder zu verbessern gaben. Korkut bekommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Der Trainer soll die Möglichkeit bekommen, eine Mannschaft zu bilden, mit der er seine Philosophie von modernem Fußball realisieren kann. Da er das Team mitten in der Saison übernommen hatte, wäre dies bisher noch nicht möglich gewesen, führte Kind aus.

Die ersten Personalentscheidungen fielen, nachdem das Abstiegsgespenst aus Hannover vertrieben war. Innenverteidiger Stefan Thesker (23), ein bei Schalke ausgebildeter, ehemaliger U21-Nationalspieler, und Stürmer Kenan Karaman (20) wurden von 1899 Hoffenheim ablösefrei verpflichtet. Zudem kommt Mittelfeldspieler Vladimir Rankovic (20), ein deutscher U20-Nationalspieler, von Bayern München II. Offensivspieler Valmir Sulejmani (18) aus dem eigenen Nachwuchs erhielt einen Profi-Vertrag. Torwart Samuel Radlinger kommt im Sommer von Rapid Wien zurück nach Hannover. Der Klub zog die Kaufoption des im Winter ausgeliehenen Angreifers Artjoms Rudnevs nicht, womit der Lette zum Hamburger SV zurückkehrt. Weitere Verstärkungen sollen kommen. Kind und Dufner erklärten, dass eine Rückkehr von Stürmer Mohammed Abdellaoue und Linksverteidiger Konstantin Rausch vom VfB Stuttgart denkbar ist. Bis zum Start der neuen Saison am 29. August wird noch einiges geschehen.