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Alarmstufe rot bei Hannover 96

H96

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05/05/2015
 

Der Schrecken war groß bei Hannover 96 am Sonntag, dem 3. Mai, gegen 17.20 Uhr . Als der Hamburger SV in Mainz gewann, stürzten die „Roten“ auf einen direkten Abstiegsplatz ab. Am viertletzten Spieltag der Bundesliga droht Hannover als Tabellen-Siebzehnter akut der fünfte Abstieg aus dem Oberhaus. Alarmstufe rot herrscht im Verein und bei den Fans in der niedersächsischen Landeshauptstadt, denn selbst das Hoffnung schürende 2:2 (0:2) im Derby beim Tabellenzweiten VfL Wolfsburg hatte nicht gereicht, um den Abstiegsplätzen fern zu bleiben. Der Trainerwechsel von Tayfun Korkut zu Michael Frontzeck hat sich im Tabellenstand noch nicht positiv bemerkbar gemacht. Während in der vorigen Saison die drei Tabellenletzten (Braunschweig, Nürnberg, Hamburg) in einem langen Schlussspurt allesamt kein Spiel mehr gewinnen konnten, wird die Lage für Hannover im Mai 2015 besonders gefährlich, weil die Konkurrenz im Kampf um den Klassenverbleib immer wieder punktet. Die „Roten“ hingegen sind seit 15 Spielen sieglos und verpasste auch immer wieder durch Pech die wichtigen Erfolgserlebnisse.

Der Hannoveraner Salif Sane im Zweikampf mit dem Wolfsburger Vierinha. Der Stürmer aus dem Senegal schoss mit einem Fallrückzieher ein Traumtor zum 2:2. (Foto: Imago)

 

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt: Im Heimspiel gegen Werder Bremen, auswärts beim FC Augsburg und schließlich in einem vielleicht entscheidenden Abstiegsfinale gegen den SC Freiburg in der HDI-Arena soll noch die Wende zum Guten eintreten.

Ein Fallrückzieher von Joselu (links) gegen den der Hoffenheimer Tobias Strobl nichts ausrichten kann. Aber Hannover verlor am Ende unglücklich mit 1:2. (Foto: GES/Augenklick)

„Mir wird nicht angst und bange vor den letzten drei Spielen. Der Klassenerhalt ist schwer, nach dieser Leistung aber machbar“, sagte Frontzeck, der nach dem enttäuschenden 0:4 in Leverkusen am 29. Spieltag (18. April) und der folgenden Trennung von Korkut als „Feuerwehrmann“ antrat. Das Remis gegen den Pokalfinalisten Wolfsburg wurde zurecht als großer Fortschritt, sogar als „Sieg der Moral“ (Hannoversche Neue Presse) gewertet, denn die Mannschaft holte ein 0:2 zur Halbzeit auf und hätte sogar den Sieg perfekt gemacht, wenn VfL-Torhüter Diego Benaglio nicht bei einer Großchance von Edgar Prib hervorragend gehalten hätte. Eine Woche zuvor, beim 1:2 gegen die TSG 1899 Hoffenheim hatte die Hannoveraner großes Pech, dass der eigentlich deutlich unterlegene Gegner unmittelbar vor Schluss zum Siegtreffer kam.

Michael Frontzeck kann trotz der Abstiegsgefahr noch lachen: Er löste nach dem 0:4 in Leverkusen Tayfun Korkut als Trainer von Hannover 96 ab. (Foto: Firo/Augenklick)

„Die Jungs haben den Abstiegskampf richtig angenommen“

„Das Wichtigste zu sehen, dass die Mannschaft von der Moral und Mentalität her gut drauf ist“, sagte Frontzeck danach. Und es geschah noch mehr Positives: Die aktive Fanszene beendete gegen Hoffenheim ihren Stimmungsboykott. In der HDI-Arena herrschte wieder wie früher eine fantastische Atmosphäre, die sich gegen Bremen und Freiburg noch steigern könnte. Alle ziehen wieder an einem Strang für das große Ziel: Am 23. Mai soll feststehen, dass die „Roten“ im August in ihre 28. Bundesliga-Saison gehen, der dann 14. in Folge, und die sportliche Katastrophe des fünften Abstiegs seit 1974 vermieden wird. „Wir müssen das Nordderby gegen Bremen gewinnen“, erklärte Clubpräsident Martin Kind nach dem letztlich wertvollen Punktgewinn bei den „Wölfen“. Frontzeck, der früher schon einmal als Co-Trainer unter Chef Ewald Lienen bei „96“ gearbeitet hat, mit einer kräftigen Pausenansprache sein Team wachgerüttelt und die richtigen Spielerwechsel zur Halbzeit vorgenommen.

 

„Man konnte sehen, dass unsere Jungs den Abstiegskampf richtig angenommen haben“, sagte Sportdirektor Dirk Dufner. Zwei Wochen zuvor in Leverkusen war davon nichts zu sehen gewesen.

Steven Cherundolo, langjähriger Kapitän und nun zusammen mit Jan-Moritz Lichte Co-Trainer von Frontzeck, geht fest davon aus, dass die Rettung gelingen wird. 2010 steckte Hannover in der gleichen prekären Lage. Drei Spieltage vor Saisonschluss war das Team ebenfalls Vorletzter und schaffte es noch, auf Rang 15 zu springen. „Ich glaube wieder an ein gutes Ende. Aber dafür müssen wir hart arbeiten“, sagte Cherundolo in der BILD-Zeitung. Mittendrin im Schlamassel mit dem Abstiegsplatz hängt der zweimalige Deutsche Meister nach einer Saison, die wie eine Achterbahnfahrt verlief, allerdings mit rasanter Talfahrt seit Jahresbeginn. Auf dem dritten Platz lagen die „Roten“ nach dem fünften Spieltag, auf Platz vier noch nach der 11. Spielrunde, die Hinrunde wurde als Tabellenachter im Dezember abgeschlossen. Aber es gibt auch eine Parallele, bei der es böse ausging: 1986 wartete Hannover nach dem 14. Rückrundenspiel vergeblich auf den ersten Sieg - und stieg am Ende ab.

Mit aller Macht gegen den Abstieg: Miiko Albornoz befördert mit einem Befreiungsschlag den Ball aus der Gefahrenzone vor dem Hannoveraner Strafraum. (Foto: GES/Augenklick)

 

Um die Konzentration zu schärfen und mentale Kraft zu sammeln, um dann gegen Bremen den ersten „Dreier“ seit dem 16. Dezember  (2:0 gegen Augsburg) zu erzwingen, fuhr die Mannschaft in der ersten Maiwoche zum Hotel „Klosterpforte“ im ostwestfälischen Harsewinkel-Marienfeld ins Kurztrainingslager. Auch Superstar Cristiano Ronaldo machte sich dort schon einmal vor der WM 2006 mit Portugal fit, die Trainerstars Jose Mourinho und Louis van Gaal bereiteten ihre Teams auf dem Klostergelände mit zwei Fußball-Plätzen für große Aufgaben vor. „Wir werden uns gegen Bremen sehr gut vorbereiten“, betonte Torwart Ron-Robert Zieler. „Wenn wir unseren beiden Heimspiele gut bestreiten, bleiben wir in der Bundesliga.“