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Hannover 96: Neuer Schwung und große Hoffnung

H96

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29/06/2015
 

Mit neuem Schwung und großen Hoffnungen auf eine viel bessere Saison 2015/16 hat Hannover 96 als eine der ersten Bundesliga-Mannschaften 24. Juni wieder das Training aufgenommen. Trainer Michael Frontzeck, unter dessen Regie im Mai der Abstieg abgewendet worden war, begrüßte 31 Tage nach dem letzten Spieltag und dem umjubelten 2:1 gegen den SC Freiburg zur ersten Übungseinheit 22 Spieler. Darunter befanden sich die Neuzugänge Oliver Sorg, der vom SC Freiburg gekommene Rechtsverteidiger, der von Fortuna Düsseldorf verpflichtete Stürmer Charlison Benschop und der ehemalige St.-Pauli-Torwart Philipp Tschauner. Sechs Tage später konnten die Hannoveraner noch Offensivspieler Felix Klaus, der U21-Nationalspieler aus Freiburg, als vierten neu verpflichteten Spiele bekannt geben.

Trainer Michael Frontzeck mit den Neuen (v.li.): Waldemar Anton (eigene Junioren), Oliver Sorg, Carlison Benschop, Philipp Tschauner. Nicht auf dem Bild: Felix Klaus. (Foto: Imago)

 

Die Stimmung war aufgeräumt. „Wir sind froh, dass es wieder losgeht“, lautete der Tenor. Das sportliche Ziel ist noch nicht eindeutig definiert, aber klar ist: Es sollen wieder ruhigere Zeiten bei Hannover 96 anbrechen.

„Wir wollen auf keinen Fall in die Situation kommen, in der wir in der vergangenen Saison waren. Wir werden gut vorbereitet und mit dem Gefühl des Zusammenrückens starten“, erklärte Frontzeck, dem die Vereinsführung wie auch Sportdirektor Dirk Dufner weiterhin das Vertrauen gegeben hat, das Team in bessere Zeiten zu führen.

Philipp Tschauner, der für den abgewanderten Ersatztorwart Robert Almer vom FC St. Pauli kam, beim ersten Training. (Foto: Imago)

 

Um festzustellen, ob keiner der Hannoveraner Profis im vierwöchigen Urlaub zu faul gewesen ist, wurde zwei Tage später die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen mit einem Laktattest überprüft. Allerdings fehlten dabei noch die zuvor länger beschäftigten nationalen Auswahlspieler Leonardo Bittencourt, Ron-Robert Zieler, Salif Sane, Hiroki Sakai und Miiko Albornoz sowie Hiroshi Kiyotake, der bei der Länderspielreise mit Japan einen Mittelfußbruch erlitten hatte und weit in die Saison hinein ausfallen wird. Erst am zweiten August-Wochenende wird es ernst. Dann muss Hannover 96 in der ersten Pokalrunde zum Traditionsklub Hessen Kassel reisen, zum Ligastart treten „die Roten“ zunächst beim Aufsteiger SV Darmstadt 98 an, geben gegen Bayer Leverkusen anschließend ihre Saison-Premiere in der HDI-Arena und werden danach auswärts vom 1. FSV Mainz 05 herausgefordert. Sehr viel Konditions- und Taktikarbeit inklusive eines Trainingscamps im österreichischen Saalfelden und interessante Testspiele werden den Sechs-Wochen-Anlauf bis zum offiziellen Saisonstart prägen.

Frontzeck ist als Stratege gefordert - Neuer Kapitän gesucht

Ruhig, aber keineswegs langweilig soll es werden in der 14. Spielzeit seit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga. Dass Hannover nicht zum Kreis der Topmannschaften zugerechnet werden kann, ist unumstritten. Auch das Ziel eines Europapokalplatzes dürfte ein Illusion sein, wobei Träume ja erlaubt sind und sich im Fußball durchaus realisieren lassen. Die „Sechsundneunziger“ haben sich neu eingekleidet, das Rot des neuen Trikots ist deutlich heller als bisher. Die gesamte Arbeitskleidung, Jersey, Hose und Stutzen, ist einfarbig in leuchtendem Signal-Rot gehalten.
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In der Farbpsychologie steht das grelle Rot auch für Leidenschaft und Aggressivität.

Oliver Sorg (rechts), der aus Freiburg geholt wurde und als Abwehr-Stammkraft gilt, im Training gegen Kenan Karaman. (Foto: Imago)

 

Auf Frontzeck, der kurz vor dem letzten Saisonende in einer prekären Lage als „Feuerwehrmann“ geholt wurde, steht vor einer neuen Aufgabe. Mit strategischer Planung muss er eine neue Mannschaft, eine neue funktionierende Einheit bilden, nachdem aus dem Team der vorigen Saison einige Stützen wegbrachen. „Wir haben zehn Spieler verloren und müssen uns neu aufstellen“, sagte der 51-Jährige, der einen Zwei-Jahres-Vertrag erhielt. Positiv ist, dass Hannover auf dem Transfermarkt gute finanzielle Erlöse erzielen konnte. Für den Spanier Joselu bekam der Verein von Stoke City acht Millionen Euro - ein Klubrekord, nachdem auch die Einkaufssumme im Jahr zuvor mit vier Millionen ein Rekord war. Für Lars Stindl, der zu Borussia Mönchengladbach abwanderte, flossen drei Millionen auf das Vereinskonto. Ablösefrei verließen Spieler wie Jan Schlaudraff, Jimmy Briand, Christian Pander, Didier Ya Konan und Robert Almer den Klub.

Der fraglos schmerzhafteste Abgang war Stindl, der sich in Hannover zu einem der besten Mittelfeldspieler der Liga entwickelt hatte. Mit seinem Wechsel nach Gladbach stellt sich die Frage, wer ihn als Kapitän ersetzen wird.

„Eddy“ is back: Der 69-Jährige Edward Kowalczuk gehört wieder dem Trainerstab von Hannover 96 an. (Foto: Imago)

Drei Spieler werden als aussichtsreichste Kandidaten gehandelt: Nationaltorwart Zieler,Christian Schulz, der mit 333 Bundesligaspielen der Spieler mit der größten Erfahrung im Kader ist und schon seit acht Jahren für den Klub spielt, sowie der Däne Leon Andreasen. Der Trainerstab in seiner neuen Zusammensetzung wird die Kapitänsfrage entscheiden. Christoph Dabrowski, ein früherer 96-Profi und zuletzt U17-Verantwortlicher im Klub, hat Frontzeck als Assistenten neben Jan-Moritz Lichte an seine Seite geholt. Neuer Athletik-Trainer ist Timo Rosenberg, den Frontzeck in seiner Zeit bei St. Puali zu schätzen lernte. Rosenberg wird unterstützt von Edward („Eddy“) Kowalczuk, für den Frontzeck-Vorgänger Tayfun Korkut keine Verwendung hatte und mit 69 Jahren ein Comeback gibt. „Rente ist nichts für mich. Ich kann noch Vollgas geben. Schön, dass ich wieder voll dabei bin“, sagte Kowalczuk der BILD-Zeitung.

 

Strammes Vorbereitungsprogramm für großen Kader

Der Kader umfasste Ende Juni noch 32 Spieler. „Das ist eindeutig zu viel“, meinte Frontzeck. Deswegen sollen noch einige Spieler den Verein verlassen, was vor allem die nach Ausleihen an andere Klubs zurückgekehrten Profis wie Vladimir Rankovic, Valmir Sulejmani, Samuel Radlinger oder auch das ein oder andere Talent betrifft. „Wer Leistung bringt, wird nicht weggeschickt“, betonte Frontzeck gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Möglich ist auch, dass noch ein (oder mehrere) Spieler verpflichtet werden.

Testspiele zur Überprüfung seines vorhandenen Personals finden am 4./5. Juli erstmals bei einem Turnier in polnischen Lublin gegen AS Monaco und gegen Danzig oder Donezk statt. Vor dem Trainingslager in Österreich, das am 23. Juli beginnt und wo gegen das englische Team Hull City gespielt wird, stehen drei Spiele in der Hannoveraner Region in Wunstorf, in Alfeld und in Ramlingen an. Für die große Saisoneröffnung in der HDI-Arena am 1. August wurde der AFC Sunderland aus der englischen Premier League verpflichtet. Danach wird es ernst, denn im DFB-Pokal mit dem kürzesten Weg in einen europäischen Wettbewerb und für die Bundesliga soll unbedingt die Hoffnung eingelöst werden, dass alles besser wird bei Hannover 96.