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Neue Zuversicht und neues Personal bei 96

H96

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01/12/2015
 

Durch das 4:0 gegen den FC Ingolstadt am letzten November-Wochenende hat sich die Lage von Hannover 96 ein wenig entspannt. Dennoch laufen die personellen Planung auf Hochtouren, im Winter sollen mindestens drei Neuzugänge verpflichtet werden. Aussichtsreichster Kandidat ist der israelische Stürmer Eran Zahavi.  Ein Sportdirektor folgt wohl erst im Sommer.

Party in der HDI-Arena: Die Hannover-Profis jubeln mit den Torschützen Uffe Bech (oben) und Kenan Karaman (vorne). (Foto: Getty Images)

 

Passend zur Festtags-Stimmung schallte am Samstag, dem 28. Novenber, mal wieder ein musikalischer Klassiker durch die AWD-Arena. „96 Walzer tanzen wir“ sangen die Fans minutenlang und feierten sich ein wenig selbst, nachdem sie zuvor ihre Mannschaft für einen grandiosen Auftritt bejubelt hatten. Das spektakuläre 4:0 (1:0) gegen den FC Ingolstadt heilte bei Hannover 96 einige Wunden und versorgte den Klub und seine Anhänger mit Zuversicht vor den drei verbleibenden Partien der Hinrunde bei der TSG 1899 Hoffenheim, beim FC Schalke und gegen Bayern München. „Das war unser bestes Spiel in diesem Kalenderjahr. Wenn wir die gezeigte Leistung in den nächsten Wochen erneut abrufen können, sind noch weitere Punkte möglich“, sagte Kapitän Christian Schulz. Und auch dem im Verlauf der Hinserie in die Kritik geratene Trainer Michael Frontzeck war die Erleichterung anzumerken: „Wir wussten, dass das ein elementar wichtiges Spiel für uns ist. Großes Kompliment an meine Mannschaft.“

Freude und Erleichterung nach dem höchsten Sieg seiner Amtszeit: 96-Trainer Michael Frontzeck bejubelt das 4:0 gegen Ingolstadt. (Foto: Getty Images)

Der Coach und seine Spieler haben durch den Kantersieg und den damit verbundenen Sprung auf Platz 14 einen ersten Teil des Vertrauens zurückgezahlt, das ihnen Martin Kind zuvor ausgesprochen hatte. Der Klub-Boss hatte seine Enttäuschung über die Entwicklung des Klubs in einem Interview mit der „Neuen Presse“ eine Woche zuvor offen formuliert und vor allem die Leistungen der Neuzugänge thematisiert. „Wir haben in den vergangenen Jahren einen deutlichen Transferaufwand betrieben und auch die Gehälter erhöht mit dem Ziel, mehr Qualität, mehr Stabilität und mehr Perspektive zu bekommen. Das hat sich im Wesentlichen in den letzten drei Jahren nicht bestätigt. Auch die Spieler, die wir zu dieser Saison verpflichtet haben, konnten ihre Potenziale bisher noch nicht abrufen.“

 

Torschütze Karaman: „Wir haben einen klaren Kopf als Mannschaft“

So passte es ins perfekte Bild des Tages, dass die großen Helden eines großen Spiels der im Sommer verpflichtete Uffe Bech – im September nach einer Party-Nacht noch suspendiert – und der im Vorjahr gekommene und wenig konstante Kenan Kamaran waren. Beide steuerten ein Tor und eine Vorlage zum Erfolg bei, den Marcelo und Leon Andreasen mit ihren Treffern eingeleitet hatte. Karaman gab anschließend einen Einblick in die Hannoveraner Stimmungswelt und lobte Frontzeck ausdrücklich. „Der Trainer findet immer die richtigen Worte. Es war in den letzten Wochen auch nicht leicht - in Hannover war viel los. Wir haben einen klaren Kopf als Mannschaft und gehen mit der Situation gut um. Wir arbeiten hart unter der Woche und haben uns heute einfach belohnt.“

Der Erfolg gegen den Aufsteiger bedeutete den ersten der von Kind eingeforderten drei Siege bis zur Winterpause. Die hoch angesetzte Zielsetzung klang nach dem bisherigen Saisonverlauf und angesichts des Restprogramms zunächst utopisch, ist nun aber doch noch zu realisieren. Sechs weitere Punkte würden ein Halbzeit-Ergebnis von 20 Zählern und eine deutlich ruhigere Winter-Vorbereitung garantieren. Unabhängig vom Punkte- und Tabellenstand werden „die Roten“ in der Pause aber personell nachrüsten. Kind hat klare Vorstellungen - mehrere Neuverpflichtungen sind fest im Visier: „Die untere Grenze haben wir mit drei Spielern festgelegt, nach oben noch nicht. Martin Bader und Christian Möckel haben das professionell aufgearbeitet. Teilweise hören sich die Namen attraktiv an. Was davon realistisch ist, muss man abwarten.“

Soll aus Tel Aviv nach Hannover gelotst werden: Champions-League-Stürmer Eran Zahavi (l.). (Foto: Getty Images)

 

Möckel weilte bereits in Israel und beobachtete Eran Zahavi von Maccabi Tel Aviv beim 0:4 in der Champions League gegen den FC Chelsea. Der Stürmer hat in dieser Saison 17 Tore in 20 Pflichtspielen erzielt und war auch schon in der Königsklasse erfolgreich. In der „Bild“-Zeitung bestätigt Berater Ronen Katzav das Interesse der 96er am 28-Jährigen: „Es ist normal, dass sich Klubs wie Hannover die Spieler mit den besten Werten ansehen. Aber sie sind nur einer von vielen, die in Israel waren, um ihn zu beobachten.“ Den Verein verlassen wird dafür eventuell der erst im Sommer mit viel Hoffnungen aus St. Etienne gekommene Mevlüt Erdinç. Türkische Medien bringen den bislang torlosen Stürmer mit Galatasaray Istanbul in Verbindung.


Führungsduo Bader/Möckeln bauen neues Fundament

Durch die Aktivitäten erreicht die personelle Neuausrichtung des Klubs nun auch die Mannschaft. Im November hatte der selbst erst im Oktober verpflichtete Geschäftsführer Martin Bader bereits den neuen sportlichen Leiter und Kaderplaner Christian Möckel präsentiert, der zuletzt als Chefscout beim 1. FC Nürnberg arbeitete. Beide kennen sich schon lange und bauen derzeit an einem neuen Fundament der 96er. Dazu gehört auch der Plan, aus dem Führungsduo bald ein Trio zu machen. Ein Sportdirektor soll ebenfalls verpflichtet werden, mehrere Medien brachten zuletzt den ehemaligen Profi Jens Todt ins Spiel. Priorität genießt aber erstmal die Suche nach neuen Spielern. „Wenn der Sportdirektor noch verpflichtet wird, dann erst zur nächsten Saison“, stellte Kind klar.

Auf der Suche nach Verstärkungen: Hannovers neuer sportlicher Leiter und Kaderplaner Christian Möckel. (Foto: Imago)

 

Für die Transferaktivitäten sind weitere Fortschritte in der Tabelle hilfreich. Trotz des Sieges gegen Ingolstadt, der leichten Entspannung im Abstiegskampf und den bevorstehenden Einkäufen gibt Frontzeck aber keinerlei Entwarnung: „Das wird eine wahnsinnig schwierige Saison, alles liegt eng beieinander. Mit dem Mittelfeld haben wir noch nichts zu tun.“ Zumindest ist mit der Adventszeit aber die Zuversicht zurückgekehrt, diese Herausforderung meistern zu können und langfristig dorthin zurückzukehren. Andreasen spürte einen deutlichen Stimmungsanstieg: „Wir können jetzt mit Optimismus an die Aufgaben herangehen."