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Schaaf leitet das Projekt Klassenerhalt

H96

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13/01/2016
 

Das Projekt Klassenerhalt hat begonnen, in Belek an der türkischen Mittelmeerküste bereitet sich die Mannschaft von Hannover 96 auf die Rückrunde der Bundesliga-Saison 2015/16 vor. Das Ziel für die ausstehenden 17 Spiele bis zum 14. Mai ist klar gesteckt: Runter vom vorletzten Tabellenplatz, mindestens auf den 15. Rang klettern, zudem möglichst schnell aus der Gefahrenzone rauskommen. Mit dem Heimspiel gegen den starken Aufsteiger Darmstadt 98 am 23. Januar beginnt die Mission, auch in der Spielzeit 2016/17 weiter in Deutschlands Eliteliga vertreten zu sein. Optimismus bei den „Roten“ ist vorhanden, dass das Ziel erreicht wird. „Der Charakter der Mannschaft ist in Ordnung, jeder ist leistungswillig“, erklärte Mannschaftskapitän Christian Schulz in einem Interview mit der Fachzeitschrift „kicker“ in Belek. Verbesserungsbedarf sieht der Verteidiger jedoch auch: „Wir waren aber insgesamt eher zu brav als zu aggressiv.“

Training von Hannover 96 in Belek. Im dritten Jahr hintereinander haben die Niedersachsen ihr Trainingslager vor der Bundesliga-Rückrunde dort aufgeschlagen. (Foto: Imago

 

Am Montag (11. Januar) fanden die ersten beiden Testspiele in Belek statt - innerhalb eines Tages. Mit 0:1 verloren die Hannoveraner gegen Hertha BSC, einige Stunden zuvor hatten sie den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden mit 2:1 geschlagen. Mit dabei waren drei der vier neuen Spieler, die die sportliche Führung um Martin Bader in der Winterpause verpflichtet hatte. Dies waren der Norweger Iver Fossum, der japanische Nationalspieler Hotaru Yamaguchi und der Ungar Adam Szalai. Auf den aus Hoffenheim geholten Mittelstürmer, der zuvor für Schalke und Mainz auf Torejagd gegangen war, ruhen die Hoffnungen, die Abschlussschwäche vor dem gegnerischen Tor abzustellen zu können. Bei den Tests in Belek wurde der drei Tage zuvor vom TSV München 1860 verpflichtete Stürmer Marius Wolf noch nicht eingesetzt. 

Neuzugang Adam Szalai (links) im Testspiel gegen Hertha BSC mit Verteidiger Peter Pekarik. Hannover verlor die Partie in Belek am 11. Januar mit 0:1. (Foto: Imago)

 

Thomas Schaaf löste Michael Frontzeck ab

Ein Neuer stand am Spielfeldrand und führte von dort Regie: Thomas Schaaf soll für die Wende bei den Niedersachsen sorgen soll. „Ich will sehen, dass sich jeder Spieler bemüht, unsere Situation zu verbessern“, sagte der 54-Jährige, als das Team am 7. Januar an der türkischen Riviera eingetroffen war. „Wir haben einen festen Plan, was wir erreichen wollen“, erklärte er. 28 Spieler hatte er um sich geschart, wobei Uffe Bech (Rippenprobleme) und Allan Saint-Maximin (der Vater geworden war) früh wieder abreisten. Schaaf war noch im alten Jahr als Nachfolger von Michael Frontzeck verpflichtet worden. Mit dem 0:1 in der letzten Hinrundenpartie gegen den FC Bayern München - die sechste Niederlage im achten Heimspiel der Saison - hatte Hannover ein kompliziertes Jahr abgeschlossen. Nachdem im Mai der Abstieg erst beim Saisonfinale gegen Freiburg abgewendet worden war, hatte sich die Zuversicht, in der laufenden Spielzeit sorgenfreier aufspielen zu können, nicht erfüllt.

Thomas Schaaf, der von 1978 bis 2014 bei Werder Bremen Spieler und Trainer war, hat bei Hannover 96 die Nachfolge von Michael Frontzeck angetreten. (Foto: Imago)

 

Viel bitterer als die Niederlage gegen den Bundesliga-Dominator aus München war das 0:1 am 16. Spieltag bei der TSG 1899 Hoffenheim, einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Frontzeck, der als schließlich erfolgreicher „Retter“ erst in der Schlussphase der vorigen Saison gekommen war, zog die Konsequenzen. Zwei Tage nach dem letzten Spiel des Jahres trat Frontzeck zurück. „Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen bin ich zu dem Schluss gekommen, meine Arbeit bei 96 zu beenden“, teilte Frontzeck in einer Pressemitteilung mit. „Geschlossenheit und Vertrauen sind gerade in unserer Situation die Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu arbeiten. Ich habe aktuell im Umfeld von Hannover 96 nicht mehr dieses Vertrauen gespürt.“

Konsequente Arbeit am Schwachpunkt Torabschluss

In Person von Schaaf fand die Klubführung schnell einen neuen, sehr erfahrenen Coach, der 14 Jahre als Cheftrainer bei Werder Bremen und in der vorigen Saison für ein Jahr bei Eintracht Frankfurt tätig war. Schaaf machte die schwache Offensive der „Roten“ als ärgsten Schwachpunkt aus. „Torabschluss ist ein wichtiges Thema für uns, diese Entschlossenheit und Verbissenheit zu haben, sich vor dem Tor auch durchzusetzen“, sagte er in Belek. „Ich freue mich, wie die Mannschaft unsere Gedanken, Aussagen, Ideen bereit ist aufzunehmen“, erklärte er. „Wir haben schon einiges in den Trainingseinheiten verbessert gesehen", sagte er gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

Dass nur 18 Tore in 17 Spielen erzielt werden konnten, war eine entscheidende Schwäche der „Sechsundneunziger“, die die Vorrunde mit nur 14 Punkten abschlossen, dem schlechtesten Saison-Halbzeitwert seit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga im Jahr 2002. Also stand im Bade- und Golfer-Ort Belek ein strammes Programm an. An einigen Tagen fand um 7.15 Uhr das Lauftraining statt, es folgten andere Fitnessübungen, dazu meist täglich je zwei Einheiten auf dem Fußballplatz inklusive der taktischen Lektionen.

Hotaru Yamaguchi, 25 Jahre alter Nationalspieler aus Japan, kam von Cerezo Osaka neu zu Hannover 96. (Foto: Imago)

 

Mittendrin war - fast wie ein Neuzugang - Andre Hoffmann. Der 22-Jährige, dessen Karriere einst steil nach oben wies, spielte letztmals in der Saison 2013/14 für Hannover. Im Juni 2014 zog sich der ehemalige U21-Nationalspieler einen Kreuzbandriss zu, und es begann ein langer Leidensweg. Nun hofft Hoffmann, dass er den Anschluss und seine alte Leistungsfähigkeit wieder findet.

Nicht auszuschließen ist, dass Sportchef Martin Bader bis zum Transferschluss Ende Januar noch weitere Änderungen am Kader vornimmt. Mevlüt Erdinc, erst im vorigen Sommer für 3,5 Millionen Euro geholt, wurde bis zum Saisonende an den französischen Erstligisten EA Guingamp ausgeliehen. Aber auch weitere Verpflichtungen von Spielern könnten vollzogen werden. Bekannt wurde, dass Stefan Kießling knapp vor dem Absprung in Leverkusen war, um zu den Niedersachsen zu wechseln. Aber dann erhielt der Topstürmer in Leverkusen wieder eine neue Perspektive, und Hannover entschied sich für Szalai. Dass die Auffrischung des Kaders durchaus Erfolg versprechen kann, weiß „Sechsundneunzig“ aus der Saison 2004/05: Damals holte der Verein im Januar fünf neue Spieler und blieb am Ende in der Bundesliga.