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Aufstiegshoffnungen bei Hannover 96

H96

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08/08/2016
 

Hannover 96 brillierte zum Auftakt der Zweitliga-Saison und feierte einen fulminanten 4:0-Erfolg in Kaiserslautern. Fans und Spieler machen im Anschluss an die Gala keinen Hehl aus der Erwartungshaltung und der Zielsetzung für die Saison: Der Kantersieg war erst der Anfang, es geht noch besser und es zählt allein die Rückkehr in die Bundesliga.



Grandioser Auftakt: Hannover feiert in Kaiserslautern die Führung durch Sebastian Maier (Mitte). (Foto: Imago)

 

Der Betzenberg steht für große Momente. Emotionen, Wunder und historische Fußball-Schlachten wurden über den Dächern Kaiserslauterns geschlagen. Was sich zum Auftakt der Zweitliga-Saison am Freitag-Abend im ehrwürdigen Fritz-Walter-Stadion ereignete, taugt zwar noch nicht für Heldensagen, könnte aber der Auftakt einer imposanten Wiederauferstehung gewesen sein: Absteiger Hannover 96 zerlegte den stark eingeschätzten 1. FC Kaiserslautern, feierte einen nicht für möglich gehaltenen 4:0-Erfolg und sendete ein unmissverständliches Zeichen an die Konkurrenz. Nach dem unsäglichen Abstieg als Tabellenletzter hat sich der Verein geschüttelt – und neu sortiert: Mit Hannover 96 ist zu rechnen in dieser Spielzeit, die wieder einmal als die schwierigste aller Zeiten im Unterhaus des deutschen Fußballs gilt.


Der Kantersieg im Hexenkessel war so souverän, dass sich die Hauptdarsteller im Anschluss gar nicht erst bemühten, die Saisonziele kleinzureden. „Die Favoritenrolle ist für uns kein Druck, wir nehmen sie als Motivation. Man hat gesehen, dass wir Bock auf die Aufgabe haben“, sagte Sebastian Maier. Und legte nach: „4:0 auf dem Betze, das ist eine Ansage. Das Schönste an dem 4:0 aber ist, dass noch Luft nach oben ist.“ 

Neuzugang Maier überragt – Sobiech trifft doppelt

Der Neuzugang vom FC St. Pauli hatte das Schützenfest mit seinem Treffer zum 1:0 eröffnet (16.). Waldemar Anton (48.) und Artur Sobiech (63./84.) erzielten die weiteren Tore. Auch der polnische Doppelpack-Torschütze hatte im Anschluss wenig Lust darauf, die Erwartungshaltung zu senken: „Dass wir einer der Favoriten in der Zweiten Liga sind, haben wir gezeigt", sagte Sobiech. Fast schon verhalten fiel die Analyse von Trainer Daniel Stendel aus, der es geschafft hat, dem Verein Zuversicht und Selbstvertrauen zurückzugeben: „Für das erste Spiel war ich zufrieden. Das war deutlich höher, als es der Spielverlauf eigentlich hergibt."

Stolzer Trainer: Daniel Stendel (Mitte) präsentiert die Neuzugänge Martin Harnik (l.) und Niclas Füllkrug. (Foto: Imago)

 

Schon in den letzten Partien in der Bundesliga war es Stendel gelungen, das sportlich und mental am Boden liegende Team wiederaufzurichten. Einige Achtungserfolge auf der Zielgeraden konnten den Abstieg zwar nicht verhindern, immerhin aber die Grundstimmung verändern und die Mannschaft mit den Fans versöhnen. Die Zuschauer feierten das von Stendel mutiger ausgerichtete und mit Juniorenspielern ergänzte Team. Nach dem Erfolg beim vom ehemaligen 96-Trainer Tayfun Korkut trainierten 1. FC Kaiserslautern ist die Euphorie groß: Zum ersten Heimspiel der Saison gegen Greuther Fürth werden am Sonntag (14. August) mehr als 40.000 Zuschauer erwartet. Auch Korkut fand lobende Worte für seinen Ex-Klub: „Wir können nicht zufrieden sein. Wir haben gesehen, dass Hannover 96 eiskalt ist, wenn es zuschlagen kann."

Ex-Trainer Korkut lobt Hannover

Dabei hatten Korkut und sein Team eigentlich noch Glück gehabt, da Hannover fast das gesamte Spiel ohne seine Top-Zugänge Niclas Füllkrug (Riss- und Quetschwunde) und Martin Harnik auskommen musste. Der österreichische EM-Teilnehmer hat noch Trainingsrückstand und wurde erst nach 75 Minuten eingewechselt. Da die übrigen Spieler um den zentralen Fixpunkt Maier sich aber bereits als eingespielte Einheit präsentierten, glückte der Traumstart auch ohne das Angriffsduo.


Nur defensiv offenbarte Hannover vereinzelt Schwächen, allerdings gelten die Aktivitäten auf dem Transfermarkt auch noch keineswegs als beendet. Vor allem die Verletzung von Timo Hübers (Kreuzbandriss) und der noch immer drohende Abschied von Salif Sané, an dem der 1. FC Köln und der VfL Wolfsburg Interesse haben, sorgen dafür, dass die Verantwortlichen des Klubs die Augen auf der Suche nach potenziellen Verstärkungen offenhalten.

Zukunft noch immer ungewiss: Ob der von Erstligisten umworbene Salif Sané (l.) weiterhin im Trikot von Hannover 96 aufläuft, steht noch nicht fest. (Foto: Imago)

 

Weitere Zugänge gesucht

Auch hier bevorzugen die 96er klare Worte. Klub-Boss Martin Kind macht keinen Hehl aus der Situation: „Wir gucken uns ernsthaft um und ordnen dem Ziel Wiederaufstieg alles unter.“ Zuversicht und gute Laune will im Umfeld niemand eindämmen. Allerdings wissen auch Kind und Co, dass eine Saison nicht nur positive Überraschungen wie am ersten Spieltag bereithält. Und so sah sich Kind am Ende doch noch gezwungen, Fans und Spieler zumindest ein wenig an die Schwere der Aufgabe zu erinnern: „Wir dürfen uns freuen, aber wir sind gut beraten, auf dem Boden zu bleiben.“

Nach dem 4:0 auf dem Betzenberg feiert das Team ausgelassen den Traumstart in die Zweitliga-Saison. (Foto: Imago)