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Hannover 96 auf Rekordkurs - auch dank Dufner

H96

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23/09/2013

Dirk Dufner hat im April als Sportdirektor bei Hannover 96 die Nachfolge von Jörg Schmadtke angetreten und großen Anteil am Erfolgskurs. (Foto: Firo/Augenklick)

Die Anekdote in eigener Sache erzählte Dirk Dufner im "Sportclub" des NDR-Fernsehens. Moderatorin Valeska Homburg entlockte dem Manager vom Hannover 96 ein kleines Geständnis. Er habe auch einen anderen Beruf erlernt, sagte Dufner, sozusagen etwas Anständiges. Rechtsanwalt sei er auch, erklärt der 45-Jährige. Während seines Studiums habe er damals mit einem Kommilitonen darüber gesprochen, was sie eines Tages beruflich am liebsten tun würden. "Er sagte, er wolle in die Politik", erzählte Dufner. "Ich habe gesagt, ich will irgendwann mal was mit Fußball machen. Das ist das einzige, was mich wirklich interessiert", verriet der Sportdirektor von Hannover 96.

 

Um einen Kasten Bier hätten sie gewettet, wer seinen Wunsch wohl erfüllen könne. Die Wettschulden sind inzwischen beglichen, beide Kästen Bier wurden getrunken. Die Umstände, wie das geschah, schilderte Dufner nicht. Der Mann aus Hausach im schönen Schwarzwälder Kinzigtal erzählte das alles locker und gelöst mit seiner sonoren Stimme. Die Story kam gut rüber. Dirk Dufner machte eine gute Figur, wie seit seinem Eintreffen in Hannover. Für den Verein Hannover 96 ist es ein Segen, dass der Volljurist Dufner den Weg in den Fußball gefunden hat. Der Sportdirektor, der im April vom SC Freiburg in die niedersächsische Landeshauptstadt kam, hat Anteil am Höhenflug des Vereins.

Die "Roten" befinden sich auf Rekordkurs. Mit dem 2:1 gegen den FC Augsburg am 6. Spieltag der Bundesliga stieß die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka auf den vierten Platz vor. Viertes Heimspiel, vierter Sieg nach den Erfolgen gegen Wolfsburg (2:0), Schalke (2:1) und Mainz (4:1). Hannover 96 konnte sich weiter auf seine Heimstärke verlassen. Die Bilanz in der heimischen HDI-Arena ist traumhaft. Und sie könnte und sollte bei fünf Heimpartien bis zur Winterpause das Fundament bilden, dass sich das Team in der Spitzengruppe festsetzt. Hertha BSC, Hoffenheim, Braunschweig, Frankfurt und Nürnberg stehen alle unter Hannover in der Tabelle und scheinen keine unlösbaren Aufgaben zu sein. Die Topteams Bayern München, Dortmund und Leverkusen, die (noch) vor den "Roten" stehen, kommen erst in der Rückrunde an die Leine.

Salif Sane und Marcelo (links), die beiden neuen Innenverteidiger von Hannover, im Kampf gegen Münchens Nationalspieler Thomas Müller. (Foto: Firo/Augenklick)

 

Am 5. Spieltag schaffte es Hannover 96 sogar, beim Triple-Gewinner aus München eine gewisse Unruhe auszulösen. Die Bayern gewannen zwar mit 2:0, aber Sportdirektor Matthias Sammer schmeckte der Auftritt gar nicht. Die Hannoveraner hatten dem Meister das Leben gehörig schwer gemacht. Sammer kritisierte seine Mannschaft, dass sie zu wenig Emotion und Leidenschaft zeige. "Wir müssen ein bisschen raus aus unserer Komfortzone", meckerte der frühere Nationalspieler, aber das führte nur zu internen Unstimmigkeiten, weil Karl-Heinz Rummenigge als Münchner Vorstandsvorsitzender und Präsident Uli Hoeneß die Kritik nicht angemessen fanden, und auch die Spieler reagierten zwiespältig.

Edgar Prib (links) kam aus Fürth und erkämpfte sich einen Platz in der Hannoveraner Startelf, auch beim 4:1 gegen Mainz mit Christoph Moritz. (Foto: Firo/Augenklick)

Hoffnung auf Rückkehr in die Europa League

Hannover hatte sich eine Menge Respekt verschafft, selbst bei dieser zweiten Auswärtsniederlage. Und der couragierte Auftritt machte Mut, nachdem nur das 0:3 in Gladbach zu einer echten Enttäuschung wurde. Es gab ja noch einen zweiten Versuch in München. Für die 2. DFB-Pokalhauptrunde am 25. September hatte das Los ergeben, dass die "Roten" erneut den Pokal-Verteidiger aus München herausfordern. Zufrieden mit der Mannschaft nach dem Bundesligaspiel war auch 96-Klubpräsident Martin Kind. Die Leistung, vor allem in der ersten Halbzeit, als ein 0:0 gehalten wurde, wäre genauso gewesen, wie er sich das vorstelle, sagte der Unternehmer. Der Verein hat sich eben sehr gut entwickelt. Der Saisonetat wurde mittlerweile nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung auf 73 Millionen Euro gesteigert. Das ist nach Auffassung der Medien, der Fans und von Kind zu hoch, um nur noch einen Platz im Mittelfeld der Liga anzustreben.

 

Als die ersten Gruppenspiele der UEFA Europa League am 19. September liefen und Slomka die Partien von SC Freiburg und Eintracht Frankfurt am Fernsehen verfolgte, kam ein wenig Wehmut auf. An diesem Wettbewerb solle Hannover in der Saison 2014/15 unbedingt wieder teilnehmen, erklärte der Trainer. Der 46-Jährige ist nun seit Januar 2010 für die Mannschaft verantwortlich, hat sie geprägt und stetig verbessert. Mit Sportdirektor Dufner versteht er sich prächtig. Dieser hat Entscheidendes dazu getan, dass die Mannschaft im Sinne von Kind und Slomka verstärkt wurde.

Der aus Fürth geholte Edgar Prib wurde Stammspieler, der von Eindhoven verpflichtete Marcelo und Salif Sane vom AC Nancy verleihen der Abwehr mehr Stabilität, der Ex-Dortmunder Leonardo Bittencourt beweist sein großes Talent. Selbst die Ausfälle der "Zaubermaus" und "Tor-Maschine" Szabolcs Huszti, der nach einem Platzverweis zwei Spiele gesperrt war, und von Torjäger Mame Diouf wegen einer Verletzung konnte die in Teilen optimierte Mannschaft verkraften werden.

Lars Stindl (stehend), im Duell mit dem Münchner Jerome Boateng, hat bei Hannover eine Führungsrolle übernommen. (Im Hintergrund Leo Bittencourt.) (Foto: GES/Augenklick)

 

Dufner begann als Sportdirektor der Münchner Löwen

Dufner hat ganze Arbeit geleistet und konnte auch beim Verkauf der ehemaligen Hannover-Profis seine Erfahrung in das komplizierte Geschäft einbringen. In den Jahren von 2000 bis 2003 war er als Sportdirektor beim TSV München 1860 tätig, danach arbeitete er als Sportanwalt in München. Im Mai 2007 kehrte er in den Profi-Fußball zurück und nahm die Stelle in Freiburg an, sozusagen um die Ecke seines Heimatorts Hausach. Bis April 2013 stand Dufner beim Sportclub unter Vertrag, aber im gegenseitigem Einvernehmen wurde der bis 2016 laufenden Kontrakt im April aufgelöst. Einen Tag später nahm Dufner seine Tätigkeit bei Hannover 96 auf, als Nachfolger von Jörg Schmadtke, der nun für den 1. FC Köln tätig ist. "Ich fühle mich sehr wohl in Hannover", sagt Dufner. Weitere Erfolge können das Wohlbefinden wohl noch steigern.