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LA Galaxy zum Beckham-Abschied Meister

MLS

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04/12/2012
 

"Ich liebe diesen Verein", sagte David Beckham inmitten des großen Jubels. Der englische Superstar stand noch einmal groß im Blickpunkt, es war schließlich die letzte Partie des 37-Jährigen in der professionellen Fußball-Liga (MLS) in Nordamerika. Mit einem weiteren Triumph in seiner einzigartigen Karriere, dem zweiten Meistertitel für Los Angeles Galaxy zog "Becks" einen Schlussstrich unter sein sechsjähriges Engagement in der MLS. Beckham und das Galaxy-Team setzten sich im Finale der Major League Soccer (MLS) am 1. Dezember mit 3:1 (0:1) gegen Houston Dynamo durch. In der Neuauflage des Vorjahres-Endspiels verteidigte Galaxy, das im eigenen Stadion in Carson in Kalifornien antreten durfte, den Titel und sicherte sich insgesamt zum vierten Mal die MLS-Meisterschaft.

Das Team von Los Angeles Galaxy feiert die Titelverteidigung in der Major League Soccer im Home Depot Center in Carson in Kalifornien. (Photo: Getty Images)

 

"Ich habe das geschafft, was mir mit Manchester United und mit Real Madrid gelungen ist, Meister zu werden und das auch noch im eigenen Stadion", sagte Beckham, der sich glücklich mit dem MLS-Pokal, seinen drei Söhnen und der Nationalfahne des Vereinigten Königreichs über die Schultern gespannt zum persönlichen Meisterfoto stellte. Einen letzten Elfmeter, der in der 65. Minute im Home Depot Center fällig wurde, wollte er nicht verwandeln. Viele Mitspieler und die Galaxy-Fans forderten, dass er antreten solle, um den Strafstoß zu verwandeln und sich mit seinem 19. Tor aus der MLS zu verabschieden. "Aber es ging nicht um mich. Ich wollte das nicht", sagte Beckham. "Ich wollte nur den Titel.”

David Beckham mit seinen Söhnen Brooklyn (links), Cruz (Mitte) and Romeo und dem MLS-Pokal nach dem 3:1 von LA Galaxy im Endspiel gegen Houston Dynamo. (Photo: Getty Images)

 

Landon Donovan zum fünften Mal MLS-Champion

Also trat US-Nationalspieler Landon Donovan an und erzielte das 2:1. In der Nachspielzeit gab es dann einen zweiten Strafstoß, kurz nachdem Beckham unter dem Jubel der Fans das Spielfeld für die Einwechslung von Marcelo Sarvas verlassen hatte. Der Ire Robbie Keane verwandelte zum 3:1-Endstand (90.+4.) und zerstörte die letzten kleinen Hoffnungen des Gegners aus Texas, vielleicht doch noch zum Ausgleich zu kommen und eine Verlängerung zu erzwingen.

Landon Donovan verwandelt den Elfmeter für Los Angeles Galaxy zur 2:1-Führung im MLS-Finale gegen Houston Dynamo. (Photo: Getty Images)


 

Calen Carr (44.) hatte Houston vor der Halbzeitpause in Führung gebracht. LA-Galaxy kam vor 30.510 Zuschauern durch einen Kopfball von Verteidiger Omar Gonzalez (60.) zum Ausgleich. Die verwandelten Strafstöße machten dann die Party für LA und Beckham perfekt. Nach der regulären Saison der 19 Teams aus den USA und Kanada hatte Los Angeles nur den 8. Platz und Houston sogar nur den 9. Rang in der Tabelle eingenommen. Im Halbfinale setzte sich der neue und alte Meister gegen Seattle Sounders durch (1:2, 3:0), im Viertelfinale wurden die San Jose Earthquakes, die nach 34 Spielen das beste Team der "regular season" waren, besiegt (3:1, 0:1), im ersten Playoff (Wild Card Match) die Vancouver Whitecaps bezwungen (2:1).

"Wir sind gar nicht gut gestartet", sagte Beckham, denn in der normalen Meisterschaftsrunde verlor Galaxy zwölf Spiele, gewann 16 und erreichte sechs Mal ein Unentschieden. Und auch der Wert von 59:47 Toren ließ nicht darauf schließen, dass LA stark auftrumpfte. Lange war es fraglich, ob der Meister die Entscheidungsspiele überhaupt erreichen würde.  Houston trat ebenfalls nur durchschnittlich auf mit 14 Siegen bei neun Niederlagen und elf Remis (48:41 Tore), drehte dann aber auch in den Playoffs auf. Zunächst wurde Chicago Fire (2:1) geschlagen, anschließend Sporting Kansas City (2:0, 0:1), dem bis dahin zweitbesten Ligateam nach San Jose. Schließlich räumte Houston noch DC United aus der Hauptstadt Washington zur Seite (3:1, 1:1).

LA-Verteidiger Omar Gonzalez bester Spieler im Finale

Die Texaner beklagten nach der Niederlage gegen LA verhalten eine Benachteiligung durch Schiedsrichter Silviu Petrescu und seine Assistenten. Vor dem 1:1 hatte der Referee den Gastgebern einen Eckstoß zuerkannt, der offenbar unberechtigt war. Vor dem Elfmeter, der zum 2:1 führte, habe er den Ball nicht absichtlich mit der Hand gespielt, beteuerte Dynamo-Mittelfeldspieler Ricardo Clark, der einen Fallrückzieher von LA-Stürmer Mike Magee blockieren wollte. Und auch mit dem zweiten Strafstoß waren die Houston-Spieler nicht einverstanden. Aber sie reagierten auch so fair, nicht dem Schiedsrichter allein die Schuld für ihren Sturz zu geben. Unerwartet wäre der Spielverlauf nicht gewesen. Schon zur Halbzeit hätten sie sich in der Kabine gesagt, dass Elfmeter die Partie für Galaxy entscheiden könnten, sagten einige Dynamo-Profis.

Zum besten Spieler des Finales wurde Omar Gonzalez, der Torschütze zum 1:1, gekürt. Zu Beginn des Jahres trainierte er beim 1. FC Nürnberg, zog sich aber dort einen Kreuzbandriss zu. Statt in der Bundesliga zu spielen, kehrte der 24-Jährige in die USA zurück und holte sich nach 2009 (Bester MLS-Jungstar) und 2011 (Bester MLS-Verteidiger) mit der Meisterschaft die Auszeichnung des MVP im Finale. Donovan, der ehemalige Profi von Bayer Leverkusen, Bayern München und dem FC Everton, wurde zum fünften Mal MLS-Meister. In den vergangenen Jahren ging der US-Nationalspieler nach dem Ende der MLS-Saison nach Europa, um dort bis zum nordamerikanischen Saisonstart weiter zu spielen. Diesmal soll das nicht in Frage kommen. "Ich brauche eine Pause für einige Monate", sagte der 30-Jährige.

Eine der letzten Aktionen von David Beckham nach sechs Jahren als Profi bei Los Angeles Galaxy im Finale gegen Houston Dynamo. (Photo: Getty Images)

 

Die Zukunft seines Teamkollegen Beckham blieb nach dem Spiel auch offen. Er wisse noch nicht, was er beruflich weiter machen werde, sagte der Brite, der im November bekannt gegeben hatte, seinen bis Ende 2013 laufenden Vertrag nicht komplett zu erfüllen. Selbst mit 37 Jahren bleibt "Becks" ein gefragter Mann.Angebote aus Frankreich, Australien, China, Russland und wohl auch aus England und Schottland sollen ihm vorliegen