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Montreal Impact mit Schällibaum vorne

MLS

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04/04/2013
 

Die Mannschaft trägt bei Heimspielen eine komplett blaue Kleidung - wie der FC Chelsea oder der FC Schalke 04. Es handelt sich um Montreal Impact, dem Team, das als bisher 19. und letztes in der Saison 2012 in die Major League Soccer (MLS) aufgenommen wurde. „Allez Montreal“ heißt es seitdem in der Provinz Quebec. Als dritte Mannschaft aus Kanada nach den Vancouver Whitecaps und Toronto FC bindet Montreal Impact das große Interesse der Sportfans im Eishockeyland an den Fußball. In der ersten Saison in der MLS belegte Montreal den siebten Platz in der Ost-Gruppe und konnte sich noch nicht für die Play-Off-Runde qualifizieren. Doch mit dem Beginn der Saison 2013 Anfang März setzt das Impact-Team unübersehbare Akzente.

Das Team von Montreal Impact vor dem 2:1-Sieg am 9. März bei den Portland Timbers. (Photo: Getty Images)

 

Mit vier Siegen in den ersten vier Spielen unterstrich die Mannschaft, die seit Januar vom Schweizer Marco Schällibaum als Trainer betreut wird, ihre Klasse. Erst mit dem 0:2 beim Spitzenteam Sporting Kansas City setzte es am 30. März die erste Saison-Niederlage. Aber Montreal blieb dennoch Spitzenreiter in der Eastern Conference.

Zwei Prestigesiege hatten die Kanadier zuvor errungen. 1:0 wurden die Red Bulls New York vor 26.259 Zuschauern im Olympiastadion am 23. März geschlagen. Der Italiener Marco Di Vaio erzielte das Siegtor. Eine Woche vorher war ein ebenso wertvoller Erfolg im Kanada-Derby gegen Toronto gelungen. Die Kulisse von 37.896 Zuschauern im Olympiastadion von 1976 war ein Beweis für das Interesse der Franco-Kanadier am Fußball. Patrice Bernier und Di Vaio schossen die Tore zur 2:0-Führung. Robert Earnshaw traf für Toronto.

Die Fans feiern die Mannschaft von Montreal Impact am 16. März beim Sieg im Kanada-Derby gegen Toronto. Fast 38.000 Zuschauer kamen ins Olympiastadion. (Photo: Getty Images)

 

In den ersten beiden Saisonspielen war Impact auswärts angetreten. Das 2:1 am 2. März bei Seattle Sounders wurde noch als Überraschungserfolg eingestuft. Als mit dem gleichen Resultat am 9. März auch die Partie bei den Portland Timbers siegreich abgeschlossen wurde, wurde dies schon selbstverständlicher hingenommen.

Der Italiener Alessandro Nesta in einem Testspiel mit Montreal Impact gegen Columbus Crew im Februar 2013 in Orlando/Florida. (Photo: Getty Images)

Impact mit einem Züricher und zwei Römern

Der Abwehr von Montreal soll der ehemalige Weltklassespieler Alessandro Nesta Stabilität verleihen. Der Italiener, inzwischen 37 Jahre alt, spielt mit seiner Erfahrung immer noch auf hohem Niveau. Mit seinen taktisch-strategischen Fähigkeiten ist der Innenverteidiger eine Leitfigur und ein Vorbild für seine Teamkollegen. Der gebürtige Römer, der 78 Länderspiele für die Squadra Azzurra bestritt und 2012 vom AC Mailand in die MLS gewechselt war, schied aber gegen Toronto nach zwölf Minuten mit einer Muskelverletzung aus und fehlt seitdem. Im Angriff übernimmt in Person von Di Vaio, 36 Jahre alt und mit 14 Länderspielen dekoriert,  ein weiterer, ebenfalls aus Rom stammender Italiener eine tragende Rolle. Auch er ist seit 2012 in dem Klub, der vorher in der North American Soccer League spielte und demkanadischen Geschäftsmann Joey Saputo gehört.

 

Erst seit Beginn des Jahres ist Schällibaum der Trainer von Montreal Impact. Der 51 Jahre alt Züricher (geboren am 6. April 1962) spielte selbst beim Grasshopper Club Zürich, beim FC Basel, bei Servette Genf und dem FC Luzern. Er bestritt 31 Länderspiele für die Schweiz bis 1988. Nach einer Tätigkeit im Trainerstab des FC Basel wurde er 1999 Cheftrainer bei Young Boys Bern, die er 2002 in den UEFA-Pokal führte. Es folgten Trainerstationen bei Servette Genf, Concordia Basel, FC Sion und dem FC Schaffhausen. Er konnte den Abstieg 2007 zwar nicht abwenden, blieb aber bis Juni 2008 in Schaffhausen, ehe er zum Super-League-Aufsteiger AC Bellinzona wechselte. Dort war er bis November 2009 tätig.

Trainer Marco Schällibaum, ein Schweizer aus Zürich, hat im Januar 2013 die sportliche Führung bei Montreal Impact in der MLS übernommen. (Photo: Getty Images)

 

„Wunderbare Atmosphäre, unglaubliche Stimmung“

Im Mai 2010 übernahm er den FC Lugano für ein Jahr. Danach war er für den Internationalen Fußball-Verband (FIFA) als Trainer-Ausbilder in Asien tätig. 2013 begann Schällibaum mit der neuen Herausforderung bei Montreal Impact. Die Startbilanz war verheißungsvoll: Vier Spiele, vier Siege, 6:2 Tore. „Uns ist der Start sehr gut gelungen. Ich bin sehr zufrieden“, sagte er nach dem Sieg gegen New York, das als ein Topfavorit in der MLS angesehen wird, diese Erwartungen aber in den entscheidenden Phasen der Vorjahre nicht erfüllen konnte. Schällibaum sagte in einem Interview mit der Schweizer Zeitung „Blick“, dass die Stimmung in der MLS sehr positiv sei, besonders die Fans in Montreal unterstützten das Impact-Team stark. Zuletzt hatte der Züricher in Lugano Spiele vor 1.000 Zuschauern erlebt, gegen Toronto kamen fast 40.000. „Die Atmosphäre war wunderbar. In der geschlossenen Halle gibt es eine unglaubliche Stimmung“, sagte der Trainer, der auf Vermittlung seines Beraters Gaetano Giallanza nach Kanada kam und im Montreal einen Einjahresvertrag besitzt.

Im nächsten Heimspiel trifft Montreal am 13. April auf Columbus Crew, nachdem das Auswärtsspiel bei Meister Galaxy Los Angeles verschoben wurde – mit Rücksicht auf die Aufgaben von LA in der Champions League. Gegen Columbus wird Schällibaum allerdings nicht auf der Trainerbank sitzen. Er wurde von der MLS für diese Partie gesperrt, weil er nach dem zweiten Gegentor beim 0:2 gegen Kansas City in der 81. Minute den vierten Offiziellen aus Verärgerung mit Wasser bespritzt haben soll.