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MLS: Verträge für zwei US-Stars

MLS

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03/09/2013
 

David Beckham war wieder da. Die Homepage der Major League Soccer (MLS) meldete die Rückkehr des Briten. "Aber dies ist kein Comeback", ließ die MLS wissen. Nur wieder einmal trainiert mit den früheren Kollegen von Los Angeles Galaxy habe der 38-Jährige. Der Engländer lässt es sich in Kalifornien gut gehen. Der Superstar, der noch zahlreiche internationale Werbeverträge hat, besuchte danach ein Baseballspiel der Los Angeles Dodgers, wobei er sich liebevoll um seine zweijährige Tochter Harper kümmerte. Galaxy, der Meister der beiden letzten Jahre, machte dann neben "Becks" Trainingsteilnahme auch durch andere Dinge Schlagzeilen. Sportlich steht der Klub in der nordamerikanischen Fußball-Profiliga in Wartestellung als Zweiter der Western Conference hinter Real Salt Lake.

David Beckham (38) mit Tochter Harper (2) bei einem Baseballspiel der Los Angeles Dodgers Ende August 2013. Bei LA Galaxy nahm er wieder einmal am Training teil. (Photo: Getty Images)

 

Ein anderer Topspieler, der zusammen mit Beckham viel zu den letzten Erfolgen von Galaxy beitrug, rückte ebenfalls in den Mittelpunkt. Landon Donovan, der ehemalige Bundesliga-Spieler von Bayer Leverkusen sowie Bayern München und Premier-League-Profi beim FC Everton, sorgte für Gesprächsstoff. Donovan, inzwischen 31 Jahre alt, einigte sich mit Galaxy auf einen neuen, langfristigen Vertrag. Vier Jahre bindet der MLS-Champion den Offensivspieler noch an sich. Die "Los Angeles Times", sehr gut informiert über den Profi-Fußball in den USA und Kanada, gab interessante Einblicke zu den finanziellen Gepflogenheiten und Rahmenbedingungen dieses Vertrags und der Liga.

Landon Donovan erhielt einen neuen Vertrag bis 2017 beim MLS-Champion Los Angeles Galaxy. Seit 1999 spielte er auch für Bayer Leverkusen, Bayern München und FC Everton. (Photo: Getty Images)

 

Donovan wird sein Gehalt offenbar fast verdoppeln, nachdem er in den vergangenen vier Jahren zehn Millionen US-Dollar kassierte, also 2,5 Millionen pro Jahr (1,9 Mio. Euro). "Dieser Deal ist der bedeutendste, seitdem sich der englische Nationalelf-Kapitän Beckham 2007 entschieden hat, in die USA zu wechseln und für Galaxy zu spielen", urteilte die LA Times über den neuen Kontrakt. "Ich bekomme 500 Millionen für die nächsten 20 Jahre", scherzte Donovan bei der Pressekonferenz am 28. August. Das neue Jahresgehalt taxierte die Zeitung auf 4,5 Millionen Dollar. Der offensive Mittelfeldspieler, der der erfolgreichste Spieler der MLS ist, unterstrich den sportlichen Wert für seine Mannschaft zuletzt beim 1:0-Sieg gegen die Vancouver Whitecaps, als er am 24. August das Siegtor erzielte. Zu Jahresanfang hatte Donovan, der schon als 17-jähriges Talent nach Leverkusen und mit Bayer deutscher A-Juniorenmeister 2000 wurde, weniger trainiert und nicht gespielt. Aber dennoch hinterließ der gebürtige Kalifornier einen nachhaltigen Eindruck bei den Galaxy-Verantwortlichen.

Er sei ein Vorbild an Identifikation mit dem Klub gewesen und habe Interesse an allen Vorgängen gezeigt. "Er hat viele Dinge für unsere Organisation gemacht, die niemand von außen wahrgenommen hat", erzählte Präsident Chris Klein der Zeitschrift "Sports Illustrated". "Landon hat Verkaufsgespräche mit Sponsoren geführt, er hat mit Kunden und Fans telefoniert, er hat oft mit unseren Angestellten gesprochen und bei Sponsorenbetreuung, Kartenverkauf und beim Marketing geholfen. Und er ganz viel für unsere Stiftung geleistet", berichtete Klein.


Clint Dempsey kehrte nach sechs Jahren bei Fulham und Tottenham in die MLS zu den Seattle Sounders zurück. Von 2004 bis 2007 spielte er für New England Revolution. (Photo: Getty Images)

67.385 Zuschauer bei Seattle gegen Portland

Das große Engagement war sicher ein Grund, dass Donovan beim neuen Vertrag ein herausragendes Gehalt zugestanden wurde. Aber auch wegen seiner Ausnahmestellung im US-Fußball dürfte Donovan seinem Klub das Geld wert sein. Der erste Gewinn des Gold Cups seit 2007 in diesem Sommer war ein wertvoller Erfolg und erhielt große Aufmerksamkeit in den US-Medien, da das Traditionsturnier der Nationalteams aus Nord- und Mittelamerika in den USA ausgetragen wurde. Fünf Siege in fünf Spielen holte das Team von Nationaltrainer Jürgen Klinsmann, Donovan war der überragende Spieler mit fünf Toren und fünf Assists. Donovan ist 56 Toren in 156 Länderspielen der Rekordtorschütze des US-Nationalteams. "Er festigte damit seinen Ruf als bester US-Spieler aller Zeiten", urteilte die Los Angeles Times

Dabei war ein anderer Spieler vor ihm mit einem vorzüglichen Vertrag ausgestattet worden. Nach Informationen der US-Medien soll Clint Dempsey, der im August aus England in die MLS zurückkehrte, etwas mehr als fünf Millionen Dollar pro Saison kassieren. Diese Summe zahlen die Seattle Sounders dem Stürmer, der nach fünf erfolgreichen Jahren in der Premier League, bei Fulham und bei Tottenham (insgesamt 213 Spiele/57 Tore), beim Klub im US-Bundesstaat Washington anheuerte. Zum Heimdebüt des 30-Jährigen am letzten Sonntag im August, als Seattle im Westküsten-Derby den Nachbarn Portland Timbers mit 1:0 schlug, kamen 67.385 Zuschauer in dasCenturyLink Field. Es war die zweitbeste Zuschauerzahl in der MLS-Geschichte.

 

Mit dem Sounders-Kontrakt ist der Texaner Dempsey, der als Torjäger die ungewöhnliche Rückennummer 2 erhielt, der viertbestbezahlte MLS-Fußballer seit Gründung der Liga. Das gesamte Team von Chivas USA erhält zusammen nur die Hälfte. Um solche Summen zu kassieren, muss ein Klub einen Spieler als "designated" deklarieren. Er fällt damit nicht unter die in der MLS bestehenden Gehaltsgrenzen. Bis zu drei Profis, die aus dem finanziellen Rahmen fallen, darf ein Klub beschäftigen. Vor der Saison 2013 hatten 31 Spieler diesen "designated"-Status. Nur drei davon waren US-Amerikaner. Die Liga-Verantwortlichen wie MLS-Kommissar Don Garber plädierten dafür, dass die Vereine auch die besten US-Spieler an sich binden sollten. Viele Nationalspieler wechselten in der Vergangenheit nach Europa.

Sean Franklin, ein Teamkollege von Landon Donovan bei LA Galaxy, im Topspiel bei den New York Red Bulls, das der Meister mit 0:1 verlor. (Photo: Getty Images)

 

Galaxy gilt mit Donovan als einer der Top-Favoriten auf die Meisterschaft 2013. Am 17. August gewann die Mannschaft mit 4:2 gegen Conference-Spitzenreiter Salt Lake. Der Ire Robbie Keane erzielte vor 24.237 Zuschauern im heimschen StubHub Center (dem früheren Home Depot Center) einen Hattrick. Dritter hinter Los Angeles sind die Colorado Rapids, der Meister von 2010, vor Portland und Seattle. Der FC Dallas als Sechster und die San Jose Earthquakes als Achter sind in diesem Jahr nicht so stark. Im Osten führt weiterhin das kanadische Team von Montreal Impact mit dem Schweizer Marco Schällibaum als Trainer. Auf dem zweiten Platz rangieren die New York Red Bulls, gefolgt von Sporting Kansas City, Philadelphia Union und den New England Revolution, die nach dem schwachen Vorjahr endlich wieder Hoffnungen auf eine Playoff-Teilnahme hegen.