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Beckham gründet MLS-Team in Miami

MLS

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10/02/2014

Wie ein Gentleman präsentierte David Beckham am 5. Februar im PAMM Arts Museum in Miami seine Pläne zur Gründung eines Fußball-Klubs in der Florida-Metropole. (Photo: Getty Images)

David Beckham kehrt in den Fußball zurück. Der 39-Jährige, der im Mai 2013 seine Karriere als Fußball-Profi nach 21 Jahren bei Paris St. Germain ausklingen ließ, wird in der Major League Soccer (MLS) ein eigenes Team gründen. "Becks" wird damit Fußball-Unternehmer in der Profi-Liga, in der aktuell 19 Klubs aus den USA und Kanada antreten. Bis Dezember 2012 hatte Beckham bei Los Angeles Galaxy für fünf Jahre unter Vertrag gestanden und mit dem Klub 2011 und 2012 den Meistertitel gewonnen. Nun will es Beckham noch einmal wissen.

Der Engländer, der zu den absoluten Superstars des Weltfußballs gehört, wird Manager. 

 

Am Mittwoch, den 5. Februar 2014, gab er bekannt, dass er in Miami, der Metropole des Sonnenstaats Florida, einen weißen Fleck auf der MLS-Karte füllen will. "Ich will einmal eine Mannschaft von Grund auf aufbauen. Das ist mein persönliches Anliegen", erklärte er bei einer großen Medienkonferenz in einem Kunstmuseum in Miami. "Die Stadt ist bereit für den Fußball", sagte Beckham, der vor einem Jahr erstmals angedeutet hatte, dass er sich vorstellen könne, in Miami einen Klub zu gründen.

Die Mannschaft wird allerdings frühesten im Jahr 2016, eventuell erst 2017 den Spielbetrieb aufnehmen können. Denn zuerst muss ein Stadion mit rund 25.000 Sitzplätzen gebaut werden. Beckham sucht dafür nach Investoren. Der Mittelfeldspieler in Ruhestand, der mit Manchester United, Real Madrid, dem AC Mailand, LA Galaxy und Paris 14 Titel gewann, will zwar eigenes Geld in sein Projekt stecken, setzt aber auch auf die Unterstützung wohlhabender Interessenten. Den Beistand wichtiger Verantwortlicher hat der in den USA sehr prominente Beckham bereits. Bei der Medienkonferenz vor rund 300 Zuhöern war auch Don Garber dabei, der als MLS-Kommissar die Geschäfte der Liga führt. Und auch Carlos Gimenez, der Bürgermeister von Miami-Dade County, war anwesend und begeisterte sich für Beckhams Projekt. Gimenez deutete an, dass er die Suche nach einem guten Stadion-Grundstück unterstützen wolle.

David Beckham schüttelt Carlos Gimenez, Bürgermeister von Miami und dem Dade County, im Beisein von MLS-Kommissar Don Garber (Mitte) die Hand. (Photo: Getty Images)

 

Die MLS-Lizenz kostet rund 25 Millionen Dollar

Beckham kann auf den Rat und einflussreiche Kontakte seines Managers Simon Fuller zurückgreifen. Der 53-jährige Brite ist ein bekannter, sehr erfolgreicher Fernsehproduzent (Casting-Show American Idol) und zudem auch Manager von Beckhams Frau Victoria, die früher  als "Posh" der Popband Spice Girls angehörte. Fuller hat einflussreiche Kontakte im Showbusiness, er war auch Marketingstratege im Formel-1-Team von Honda. Einen Geldgeber scheint Beckham vielleicht schon gewonnen zu haben, denn er sagte, dass er auch mit bolivianischen Telekommunikations-Milliardär Marcelo Claure zusammenarbeitet.

Finanzielle Mittel werden reichlich benötigt, da die MLS nach dem Franchise-Prinzip organisiert ist. Für die Gründung eines Vereins, bzw. den Erhalt der Lizenz durch die MLS waren in der Vergangenheit durchschnittlich rund 25 Millionen Dollar aufzubringen. Angeblich haben die letzten Franchise-Nehmer sogar 40 Millionen gezahlt. Dazu muss ein Stadion gebaut werden, das einen gehobenen Standard aufweisen soll. Garber sagte, die Arena müsse "Weltklasse sein und ein unglaubliches Schaufenster, das schön und besonders für die Stadt ist". Dass es auch skeptische Reaktionen gab, der Plan Beckhams könne nicht aufgehen, liegt daran, dass die sportliche Konkurrenz in Miami sehr hoch ist.

Die Skyline von Miami, der bedeutenden Metropole des US-Bundesstaates Florida. Die Region hat etwa 5,5 Millionen Einwohner. (Photo: Getty Images)

 

Miami Heat ist ein absoluter Spitzenklub im Basketball, der selbst beim US-Meisterschaftsgewinn im Juni 2013 nicht alle Tickets bei der Endspielserie in der allerdings rund 30.000 Besucher fassenden Halle verkaufen konnte. Die Miami Dolphins sind das Spitzenteam im American Football, die Miami Marlins sind das Baseball-Team, die Florida Panthers spielen in der nationalen Eishockey-Liga. Professioneller Fußball konnte sich indes in der Region bei früheren Versuchen nicht halten. Miami Fusion FC, hervorgegangen aus dem Klub in Jacksonville, stellte den Betrieb ein, nachdem in den Spieljahren von 1999 bis 2001 15 Millionen Dollar Verlust entstanden waren.

Neue Klubs auch in New York und Orlando

Doch inzwischen ist das Interesse an Fußball gestiegen, wohl auch die noch angewachsene Zahl an Einwanderern in die florierende Metropolregion Miami. Im vergangenen Sommer waren 67.000 Fans in Miami dabei, als Real Madrid gegen Chelsea mit 3:1 gewann, 71.000 Zuschauen kamen zur Partie Brasilien gegen Honduras. In England wurde schon spekuliert, dass Beckham ehemalige Manchester-Kollegen wie Gary Neville, Ryan Giggs und Paul Scholes nach Miami locken könnte oder Ex-Mitspieler aus der Nationalmannschaft wie Frank Lampard. Gute Kontakte hat Beckham als 115-maliger Nationalspieler und nach wie vor viele Millionen kassierende Werbe-Ikone von Firmen mit Weltruf auf alle Fälle reichlich. Nach Basketballspielen der Miami Heat, die er oft allein oder mit seinen Söhnen in der ersten Reihe sitzend verfolgte, sah man ihn zusammen mit Superstar LeBron James. Auch seinen Namen nannte Beckham als möglichen Unterstützer.

Die meisten Experten aber sehen das Fußball-Projekt bei Beckham in guten Händen. Denn er ist nicht nur als Fußballer erfolgreich gewesen, sondern war und ist dies auch als Geschäftsmann. Wie hoch seine Popularität ist, zeigte sich nach der Medienkonferenz, als er ein Fußball-Nachwuchsschule besuchte. Der Andrang war so groß, dass die Maßnahme abgebrochen werden musste. Es wird noch einige Zeit bis zur Realisierung des Projekts vergehen. Und dann könnte der Beckham-Klub der 22. in der MLS sein. Die MLS weist Zuwachsraten auf, Seattle erreicht schon einen Zuschauerschnitt von mehr als 36.000 Besuchern.  Im nächsten Jahr sollen als neue Klubs New York City FC, ein Ableger von Manchester City, und Orlando City dazukommen. Mit dem letzteren Klub hätte Miami dann einen Florida-Konkurrenten in 380 Kilometer Entfernung.

LeBron James (rechts), der Superstar von Basketball-Meister Miami Heat, begrüßt David Beckham im Juni 2013 während des entscheidenden siebten Spiels um den Conference-Titel. (Photo: Getty Images)