Produkte für PKW / Van / 4x4

New content item

Leonard Stolz: Ein Deutscher in der MLS

MLS

 Votes Print
 
20/04/2015

Leonard Stolz im Trikot des TSV München 1860, für den er bis 2011 spielte. Auch der deutschen Junioren-Nationalmannschaft gehörte der Bayer an. (Photo: Sampics/Augenklick)

Zuletzt vertraten die Ex-Nationalspieler Torsten Frings beim Toronto FC und Arne Friedrich bei Chicago Fire den deutschen Fußball in der nordamerikanischen Profiliga. Bundesligaspieler Christian Tiffert stand bei den Seattle Sonders unter Vertrag. Lange Engagements mit größeren Erfolgen wurden daraus allerdings nicht. In der Saison 2015 der Major Soccer League (MLS) mischt nun wieder ein deutscher Profi mit: Leonard Stolz, eine ehemaliger U18-Nationalspieler des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der Kapitän der U19-Junioren beim TSV München 1860 war, steht seit Saisonbeginn im März im Kader der New York Red Bulls. Der Fernsehsender WDR3 widmete dem 24-Jährigen am 13. April einen Beitrag in der Sendung „Sport Inside“

 

Die Red Bulls, die bis zum dritten April-Wochenende die noch einzige ungeschlagene Mannschaft der Eastern Conference waren, bekamen Stolz beim „Draft“ im Januar zu Beginn des Jahres, wo die Klubs nacheinander sich talentierte Spieler aus dem College-Fußball aussuchen können. Damit folgt er Ex-Nationalspieler Frank Rost nach, der als letzter Deutscher 2011 und 2012 elfmal das Tor der New Yorker hütete. Die Empfehlung, in der deutschen A-Nationalmannschaft gespielt zu haben, hat Stolz nicht, aber in den USA ist er alles andere als ein Unbekannter.

Leonard Stolz bei der Auszeichnung zum Spieler der Jahres in den USA im Dezember 2014. (Photo: Imago)

 

Der Bayer ist im Dezember 2014 mit der Hermann Trophy des besten College-Fußballspielers ausgezeichnet worden und wenige Wochen danach sogar zum besten Fußballer in den USA. Zweieinhalb Jahre hatte der Mittelfeldspieler als Spielmacher, Torschütze bei den UCLA Bruins, dem Team der University of California in Los Angeles, geglänzt. Zwei Spieljahre war er Kapitän des vierfachen US-Universitätsmeister, der das Finale 2014 um die amerikanische Studentenmeisterschaft erst im Elfmeterschießen gegen Virginia verlor. Im Juli 2011 war Stolz, gerade 20 Jahre alt geworden, in die USA gegangen, obwohl er einige Angebote aus der deutschen zweiten Liga vorliegen hatte.

„Mir war nicht klar, ob ich akademische Laufbahn einschlage oder Profi werde“, sagte Stolz in einem Interview mit WDR-Redakteur Marc Schlömer. „Ich habe überlegt, ob ich alles auf Fußball setze oder noch studieren.“ Er entschied sich für beides. Er ging von München an die George Mason University in Fairfax in der Nähe der Hauptstadt Washington und spielte für das dortige College-Team. Im Sommer 2012 wechselte er zum College-Topklub UCLA Bruins nach Kalifornien. Dort empfahl er sich für einen Profivertrag in der MLS. Red Bull entschied sich für ihn gleich in der ersten Runde, als die besten Collegespieler zur Wahl standen. Stolz erhielt die Nummer 19, war aber einige Wochen nach seiner Ankunft im Januar verletzt und konnte noch keine Erfahrung im Bullen-Team sammeln, stand aber bereits im Kader. Mit den Kollegen trainiert er in New Jersey in der Gemeinde East Hannover, 30 Kilometer entfernt von der Red-Bull-Arena im Ortsteil Whippany auf dem riesigen Akademie-Gelände an der Melanie Lane auf einem riesigen Gelände, wo sich die Akademie des Klubs befindet.

Leonard Stolz im Trikot der UCLA Bruins, dem Vizemeister der College-Meisterschaft in den USA. Im Januar 2015 wurde der 24-Jährige Profi in der MLS bei den New York Red Bulls. (Photo: Imago)

 

New York City FC als starker Konkurrent der Red Bulls

1:1 bei Kansas City, 2:0 zu Hause und 2:2 auswärts gegen DC United sowie ein 2:1 bei Columbus Crew, dann ein 2:0 gegen San Jose Earthquakes – so bestritten die Red Bulls ihre ersten fünf Saisonspiele, drei davon auswärts. Damit sind sie Spitzenreiter in der Ost-Gruppe der auf 20 Teams angewachsenen MLS vor DC United, im Westen liegen die Vancouver Whitecaps (16 Punkte/8 Spiele) vor dem FC Dallas (13/7 Spiele) und Meister Los Angeles Galaxy (11/7). In Ost-Gruppe stehen besonders die beiden Liga-Neulinge im Blickpunkt.

Kaka (vorne) bejubelt zuzammen mit Brek Shea sein Tor für Orlando FC beim 1:1 gegen New York City FC. Im Duell der Neulinge am 8. März kamen mehr als 63.000 Zuschauer. (Photo: Imago)

Orlando City FC (8 Punkte/7 Spiele) mit dem brasilianischen Topstar liegt auf Rang drei hinter den Red Bulls und DCU. New York City FC (6/7), der neue Lokalrivale der Red Bulls, ist mit nur einem Sieg Siebter. 62.510 Zuschauer in der Orlando Citrus Bowl verfolgten am 8. März zum Saisonstart die Premiere der Neulinge. Kaka für das einheimische Florida-Team und der Norweger Mix Diskerud erzielten die Tore beim 1:1-Remis. Zum ersten Heimspiel von New York City FC, dem Schwesterverein von Manchester City, kamen am 15. März 43.507 Zuschauer ins Yankee Stadium und sahen einen 2:0-Erfolg nach Toren des spanischen Welt- und Europameisters David Villa und Patrick Mullins gegen Vizemeister New England Revolution.


Die Red Bulls haben vor der Haustüre einen starken Konkurrenten bekommen. Das eigene Heimspiel gegen DC United aus Washington hatte mit 21.036 Besuchern nur halb so viele Zuschauer wie die Heimpartie von City. Das mag auch am günstigeren Standort und natürlich an der Stadionkapazität liegen. Das Yankee Stadium liegt in der Bronx an der Grenze zu Manhattan, die 2010 für den Club errichtete Red Bull Arena in Harrison im Bundesstaat New Jersey vor den Toren der Metropole. Sie fasst maximal 25.000 Besucher. Das Yankee Baseballstadion ist eine 2009 eröffnete Superarena, die 1,5 Milliarden Dollar kostete und an der Stelle des alten Yankee Stadiums. Es bietet beim Baseball der New York Yankees 49.642 Plätze. Für New York City werden normal durch Absperrung von Tribünenteilen nur 27.528 bis maximal 33.444 Plätze geöffnet, das Debüt in der MLS und weitere Spitzenspiele werden Ausnahmen gemacht.