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Mehr Zuschauer in der MLS - DC United führt

MLS

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25/06/2015
 

Zur Halbzeit der Saison 2015 in der Major League Soccer (MLS) entfaltet der nordamerikanische Profifußball eine neue Blüte. Die Zuschauerzahlen sind Mitte Juni nach dem 16. von 34 Spieltagen der regulären Saison im Vergleich zum vorigen Spieljahr um zwölf Prozent gestiegen, die sportliche Qualität hat sich weiter verbessert, und die Spannung im Rennen um die zwölf Play-Off-Plätze in der auf 20 Teams angewachsenen Liga hat ebenfalls zugenommen. Vor dem Hintergrund der beiden Anfang Juni errungenen Prestige-Siege der US-Nationalmannschaft mit dem 4:3 beim WM-Dritten Niederlande und dem 2:1 bei Weltmeister Deutschland lautet die eindeutige Bilanz im Sommer 2015: Der Fußball in den Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada gewinnt weiter an Kraft. Neben der MLS steht in diesem Jahr auch der US Open Cup, der seit 1913 bestehende Pokalwettbewerb der USA, besonders stark im Blickpunkt. 

Miguel Aguilar (rechts) von DC United in Aktion beim 3:1-Sieg nach Verlängerung im US Open Cup gegen die Pittsburgh Riverhounds am 17. Juni. (Photo: Getty Images)

 

DC United, das Team aus der Hauptstadt Washington, bestätigt seine zurückgewonnene Stärke. Die Mannschaft, die den letzten seiner vier Meistertitel 2004 gewann, steht auf Platz eins der Gesamttabelle und beherrscht nach der ersten Saisonhälfte die Gruppe der zehn Teams der Eastern Conference. Nach 18 ausgetragenen Spielen liegt DCU schon mit sieben Punkten in der Ost-Gruppe vor Vizemeister New England Revolution (24 Punkte aus 17 Spielen) und Orlando City (20 aus 16). Schon im vorigen Jahr stürmte das Hauptstadtteam in der „regular season“, in der die Plätze für die Play-Offs vergeben werden, an die Spitze, scheiterte dann aber im Halbfinale der besten Ost-Teams. Mit dem 2:1 gegen New England am 21. Juni bewies der Club mit den rot-schwarzen Farben seine aktuelle Stärke.

Sean St. Ledger (links) schießt auf das von Steve Clark gehütete Tor von Columbus Crew. 31.430 Zuschauer erlebten 2:2 das Heimspiel von Orlando City FC am 30. Mai. (Photo: Getty Images)

 

In der Gesamttabelle (Supporter’s Shield Race) wird das zweiterfolgreichste MLS-Team aller Zeiten aber von fünf Mannschaften aus der Western-Conference verfolgt. Seattle Sounders FC (29 Punkte aus 17 Spielen), Vancouver Whitecaps (29 aus 17), Portland Timbers (25 aus 16) liegen vor Meister Los Angeles (25 aus 18) und Sporting Kansas City (24 aus 15). Die im Osten auf Rang zwei geführten New England Revs folgen in der Gesamtwertung erst auf dem siebten Platz. Die West-Gruppe weist offenbar das sportlich etwas bessere Niveau auf, nachdem Houston Dynamo und Sporting Kansas City zu Jahresbeginn vom der Ost- in die Westgruppe wechselten. DC United profitiert gewissermaßen nun vom Machtvakuum im Osten.

Neulinge New York City und Orlando mit guten Besucherzahlen

Die beiden neu in die MLS integrierten Teams New York City FC und Orlando City FC haben in der Eastern Conference unterschiedliche Vorstellungen geboten. Der Florida-Club Orlando ist Dritter im Osten (20 aus 16) mit fünf Siegen und fünf Unentschieden, aber New York City, der Partnerverein von Manchester City, konnte die Erwartungen als Achter (17 aus 16) noch nicht erfüllen. Das Duell gegen den MLS-Lokalrivalen New York Red Bulls endete im Mai mit einer 1:2-Niederlage. Nach einer langen Durststrecke im Frühjahr verbuchte New York City aber zuletzt drei Siege, während die Red Bulls von eine Schwächephase befallen wurden und vier Niederlagen in Serie kassierten.

David Villa (links) von New York City FC leitet den Ball geschickt weiter. Der MLS-Neuling gewann sein erstes Heimspiel gegen New England vor 43.507 Zuschauern mit 2:0. (Photo: Getty Images)

 

Dennoch hat New York City wie auch Orlando ein überdurchschnittliches Interesse der Fans geweckt. In der Zuschauer-Tabelle führen wie in den Vorjahren die Seattle Sounders mit einem Durchschnitt von 40.217 (nach 9 Heimspielen) vor Orlando (35.770) und New York City (26.533) das Ranking an. Eine markante Steigerung hat auch Toronto FC, der Vierte der Eastern Conference (19 Punkte aus 13 Spielen) erreicht, seine Kulisse kletterte auf durchschnittlich 25.384 Besucher. Berücksichtigt werden muss bei der Analyse, dass die Stadien in der MLS im Vergleich mit den großen europäischen Ligen kleiner sind. In Seattle werden nicht alle Tribünen des CenturyLink Field, in dem auch das American-Football-Team der Sea Hawks antritt, geöffnet, sodass die Sounders fast 100 Prozent Auslastung erreichen. Mehrere Stadien, die extra für den Fußball gebaut wurden, weisen nur eine Kapazität von rund 20.000 bis 25.000 Zuschauern auf wie die Red Bull Arena in New York (25.200) oder das StubHub Center in Carson, wo Rekordmeister La Galaxy antritt.

Ignacio Maganto (rechts) von den LA Galaxy im Duell mit Steven Beitashour vom Vancouver FC. Der MLS-Meister verlor das Heimspiel am 6. Juni gegen die Kanadier mit 0:1. (Photo: Getty Images)

 

Eine Diskrepanz zwischen sportlichem Erfolg und dem Zuschauer-Interesse ist bei DC United festzustellen, das mit einem Durchschnitt von 14.458 Zuschauern bisher das geringste Publikumsinteresse auslöste. Das Robert F. Kennedy Memorial Stadium bildet zwar ein großartige Kulisse, ist aber in die Jahre gekommen (erbaut 1959) und entspricht nicht mehr den Maßstäben einer idealen Spielstätte. Am 2. Juni 2013 gewann dort im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des US-Fußballverbandes die Nationalmannschaft mit 4:3 gegen Deutschland. Für Heimspiele von DCU werden Tribünen für rund 20.000 Zuschauer geöffnet.

US Open Cup: New Yorker MLS-Teams gegen Cosmos

Die MLS plant weiterhin einen Expansionskurs. Geplant ist es, die Liga bis 2020 auf 24 Teams zu erweitern. Miami, wo sich David Beckham stark engagiert, Sacramento, Las Vegas und Minnesota sind als neue Standorte im Gespräch. In Miami und in Minnesota spielen Teams, die der North American Soccer League (NASL) angehören, die praktisch in Konkurrenz zur MLS steht. So existiert auch noch New York Cosmos, vor 35 Jahren weltberühmt geworden, weil damalige Superstars wie Pele und Franz Beckenbauer dort unter Vertrag standen. Im US Open Cup treffen die Teams der MLS und der NASL auch aufeinander. Am 17. Juni schlug Cosmos den Rivalen New York City mit 4:3 im Elfmeterschießen und nach Verlängerung (2:2). Nun kommt es im Achtelfinale am 1. Juli zum zweiten New-York-Duell, wenn die Red Bulls auf Cosmos treffen. Vorjahressieger Seattle schied gegen die Portland Timbers aus Real Salt Lake aus, für die Überraschung sorgte Charlotte Independence, ein Team aus der United Soccer League (USL), das Vizemeister New England bezwangn und im Viertelfinale auf Chicago Fire trifft.