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MLS-Halbfinals starten mit Rekordtor

MLS

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24/11/2015
 

In den Hinspielen der Conference-Finals mussten sich die Favoriten überraschend auswärts geschlagen geben. Im Osten verlor New York verlor bei Columbus Crew 1:3, im Westen unterlag der FC Dallas 1:3 bei den Portland Timbers. Beide Spiele boten den Fans Spektakel auf hohem Niveau.

Die Columbus-Fans huldigen den Torschützen: Nach dem 2:0 lassen sich Kei Kamara (r.) und Neun-Sekunden-Knipser Justin Meram (Mitte) feiern. (Photo: Getty Images)

 

Bereits nach neun Sekunden wurden die Halbfinals der MLS-Playoffs am Sonntag historisch. Im Spiel Columbus Crew gegen die New York Red Bulls traf Justin Meram zur extrem frühen Führung für die Gastgeber – und versetzte das vollbesetzte Stadion in Ektase. Nie zuvor in der Geschichte der nordamerikanischen Profi-Liga war in den Playoffs ein Treffer schneller gefallen – die rekordbegeisterten Zuschauer konnten den Start in die Final-Serie der Eastern Conference kaum glauben. Begeisterung und Erstaunen prägten die Gesichtsausdrücke auf den in den Crew-Vereinsfarben schwarz und gelb gefärbten Zuschauerrängen. Nach dem Abpfiff wandelte sich die Stimmungslage in kollektiven Jubel. Da Top-Stürmer Kei Kamara nach 85 Minuten mit seinem 25. Saisontor sogar noch das 2:0 erzielte, erarbeitete sich der Außenseiter, in der regulären Saison mit sieben Punkten Rückstand auf die Red Bulls Zweiter der Eastern Conference, eine hervorragende Ausgangssituation für das Rückspiel am Sonntag (29. November) in New York.

Eine perfekte Basis für den Einzug ins große Finale der Major League Soccer (MLS) haben auch die Portland Timbers, die im zweiten Halbfinale das Hinspiel gegen den favorisierten FC Dallas 3:1 (1:0) gewannen. Damit erlitten die beiden Top-Teams der Vorrunde empfindliche Niederlagen und stehen im Kampf um den Einzug ins Endspiel vor großen Herausforderungen.

Red-Bull-Stürmer Anatole Abang marschiert auf das Columbus-Tor, aber die New Yorker blieben torlos. (Photo: Imago)

 

Mann des Tages der MLS war aber Neun-Sekunden-Mann Justin Meram. Den Stürmer, der passenderweise die Nummer 9 auf dem Trikot trägt, überraschte der Rekordtreffer im Anschluss an den Anstoß und einen langen Ball allerdings nicht sonderlich. „Das ist ein Spielzug, an dem wir arbeiten. Ich hatte das Glück, in diesem Moment richtig zu stehen und den Ball zu versenken“, sagte der 26-Jährige. Die Freude über sein Tor schmälerte das allerdings nicht: „Das sind die Momente, auf die man in seinem Leben wartet. Ich bin meinen Teamkollegen und jedem anderen einfach dankbar, der mich in die Position gebracht hat, diesen Treffer zu erzielen.“

Dem Rekordtor vorausgegangen war für den irakischen Nationalspieler eine turbulente Woche. Erst am Freitag hatte er das Training mit seiner Mannschaft wieder aufgenommen, nachdem er zuvor zum Nationalteam und zurückgeflogen war – jeweils mit einer Flugzeit von mehr als 20 Stunden. „Es war hart und mein Körper war etwas angeschlagen, aber das Trainerteam hat mich für das Spiel wieder in Form gebracht“, sagte Meram.

Schon vor dem Anpfiff waren die Portland-Fans - die Timbers Army - gut drauf und siegessicher. (Photo: Getty Images)

 

Rückspiele am 29. November

Auch Columbus-Trainer Gregg Berhalter – in der Bundesliga einst für 1860 München aktiv – war nach dem furiosen Sieg und dem traumhaften Start vollends zufrieden. „Der Spielzug wird nicht immer funktionieren. Aber es kann effektiv sein, um früh Druck zu machen – egal ob man trifft oder nicht.“

Beim Spitzenreiter der regulären Saison war die Stimmung erwartungsgemäß schlechter. „Das Tor nach neun Sekunden hat uns sicherlich verändert. Aber uns hat die Aggressivität gefehlt. Wir waren nie in der Lage, Columbus zu stören“, sagte New-York-Coach Jesse Marsch. Vor dem Rückspiel überwiegt dennoch die Hoffnung: „Das war nicht unser Tag. Aber wir sind noch im Spiel. Am Sonntag wollen wir die Serie drehen.“

In der Nacht zu Montag (30. November) muss auch der FC Dallas den Fehlstart in die Halbfinal-Serie korrigieren. Der Sieger der regulären Saison in der Western Conference unterlag überraschend deutlich beim dritten der Abschlusstabelle, den Portland Timbers. Besonders der späte Treffer zum 3:1-Endstand für die Timbers schmerzte den Favoriten – sorgte im mit 21.144 Zuschauern ausverkauften Providence Park aber für Wellen der Euphorie. Nat Borchers hatte in der Nachspielzeit (90.+1) das das dritte Tor für die Timbers erzielt und die ohnehin gute Ausgangsposition vor dem Rückspiel noch einmal signifikant verbessert. „Das war auf jeden Fall ein wichtiger Treffer“, sagte der umjubelte Torschütze.  Der 33-jährige Verteidiger mit dem auffälligen roten Rauschebart krönte so eine beeindruckende Vorstellung der Gastgeber, die sich erst durch einen Sieg im epischen Elfmeterschießen aller 22 Profis gegen Kansas City für die Halbfinals qualifiziert hatten.

Die Portland-Profis Nat Borchers (l.) und Liam Ridgewell (r.) treffen im Halbfinale beim 3:1 gegen Dallas - und lassen ihrer Freude freien Lauf. (Photo: Getty Images)

 

Vor dem Schlusspunkt durch Borchers hatten Liam Ridgewell (23.) und Dairon Asprilla (53.) für Portland sowie David Texeira (62.) für Dallas getroffen. Vor dem späten Stimmungshoch hatte vor allem der Kolumbianer Asprilla die Timbers-Fans entzückt. Durch ein Tor, eine Vorlage und eine insgesamt überragende Leistung führte er sein Team zum Hinspiel-Erfolg. „Er war fantastisch. Was für ein Treffer von ihm, ich freue mich sehr für ihn“, sagte Borchers.

Trotz des enttäuschenden Resultats und des späten dritten Tores glauben die Spieler des FC Dallas noch an den Finaleinzug. Torschütze Texeira wollte den Abend aber auch nicht schönreden: „Es ist frustrierend, dass wir nicht das angestrebte Ergebnis erreicht haben. Aber wir sind noch immer zuversichtlich und glauben, dass wir die Serie noch drehen können und in Dallas gewinnen werden.“