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Portland und Columbus spielen um MLS-Cup

MLS

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02/12/2015
 

Die großen Favoriten auf den Titel der Major League Soccer (MLS) sind am letzten November-Wochenende in dramatischen Playoff-Rückspielen ausgeschieden. Vorrundensieger New York Red Bulls gewann zwar 1:0 gegen Columbus Crew, schied aufgrund der 0:2-Niederlage im Hinspiel aber ebenso aus wie der FC Dallas, der nach dem 1:3 im ersten Duell mit den Portland Timbers nur ein 2:2 erreichte.

Meister der Eastern Conference und Gastgeber im Finale um den MLS-Cup: Das Team des Columbus Crew SC feiert ausgelassen. (Photo: Imago)

 

Am „Wochenende der Außenseiter“ hat Lucas Melano die Portland Timbers ins Endspiel der MLS geschossen. Erst tief in der Nachspielzeit eingewechselt, avancierte der 22-jährige Argentinier mit seinem Treffer zum 2:2 (90.+5) zum Helden einer denkwürdigen Nacht im Toyota Stadium, in der die Timbers durch das Unentschieden beim FC Dallas den Titel der Western Conference gewannen – und nach dem 3:1 im Hinspiel somit auch das Ticket für das große Finale lösten.

Dort tritt Portland am 6. Dezember bei Columbus Crew an. Das Team verlor zwar beim Hauptrunden-Meister New York Red Bulls 0:1, rettete sich aber dank des 2:0-Hinspielerfolgs ins Finale. Mit New York (1.) und Dallas (2.) sind die beiden großen Favoriten ausgeschieden, da Columbus (4.) die Hauptrunde besser als Portland (5.) abschloss, genießt der Club Heimrecht im Finale.

Den Titel der Western Conference sichert sich das Playoff-Überraschungsteam der Portland Timbers. (Photo: Getty Images)

 

Für Portland und die Fans der „Timbers Army“ ist das aber zu verkraften. Die erste Qualifikation für das MLS-Finale versetzte Spieler, Trainer und Zuschauer in Ekstase. In einem rassigen Spiel hatte Fanendo Adi zur eigentlich beruhigenden Führung getroffen (54.), die Dallas aber durch einen Doppelschlag durch Ryan Hollingshead (68.) und Blas Pérez (73.) drehte. Ein weiterer Treffer hätte Dallas in die Verlängerung gerettet, doch dann hatte Melano seinen großen Moment. Im Anschluss an ein gekonntes Dribbling traf er zum Ausgleich – und wurde Sekunden später von seinen Mitspielern in einer Jubeltraube fast erdrückt.

 

Portlands größter Erfolg: Erste Finalteilnahme für die Timbers

In Bars in Portland feierten Tausende Fans den größten Erfolg der Vereinsgeschichte – und den vorläufigen Höhepunkt einer unglaublichen Playoff-Serie. Als einziges der vier Halbfinal-Teams hatten sich die Timbers durch die Knockout-Round für das Viertelfinale qualifizieren müssen. Dort glückte gegen Sporting Kansas City ein historischer 7:6-Erfolg im Elfmeterschießen, bei dem alle 22 Akteure antreten mussten. Im Viertelfinale setzten sich die Timbers nach zwei Duellen (2:0/0:0) gegen die Vancouver Whitecaps durch, ehe nun das Weiterkommen gegen den Favoriten aus Dallas gelang.

Nach dem Spiel fluteten die Spieler die sozialen Netzwerke mit Fotos aus der Kabine und von der Pokalübergabe – der Titel der Western Conference soll aber nicht der einzige Siegerpokal in dieser Saison bleiben. „Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Das ist ein großer Moment für den Club. Das ist unsere erste Trophäe, aber wir wollen die ganz große gewinnen“, sagte Trainer Caleb Porter.

Publikumsliebling Nat Borchers (r.) bejubelt mit Torwart Adam Kwarasey den Einzug ums Finale um den MLS-Cup. (Photo: Getty Images)

 

Publikumsliebling Nat Borchers, der mit einer genialen Rettungstat in der Verlängerung den Ausgleich von Melano und den Finaleinzug ermöglichte, kann das Finale kaum erwarten: „Man erhält nicht so viele Gelegenheiten, die Trophäe zu gewinnen. Das ist eine große Chance und ein spezielles Spiel für jeden, der mit dem Club zu tun hat.“

 

Ex-Bundesliga-Profi Berhalter führte Crew ins Finale

Mit Columbus Crew wartet im Endspiel aber eine Mannschaft, die ebenfalls herausragende und spektakuläre Leistungen in den Playoffs gezeigt hat – und vor Selbstvertrauen strotzt. Dennoch musste Columbus im Halbfinal-Rückspiel gegen die Red Bulls in der Nachspielzeit das 0:1 durch Anatole Abang hinnehmen und anschließend bange Sekunden überstehen, als ein Kopfball des NY-Stürmers Bradley Wright-Phillips an den Pfosten klatschte. Top-Stürmer Kei Kamara konnte die späten Ereignisse kaum fassen: „Das war definitiv ein Moment in dem ich dachte: Das ist unmöglich, das kann nicht passieren. Wir waren schon vier Minuten über die Zeit und dann klatscht der Ball an den Pfosten.“ Nach dem späten Glück und dem Rauswurf des Favoriten in Hin- (2:0) und Rückspiel ist die Zuversicht groß: „Ich bin stolz, das Finale in unsere Stadt zu bringen. Aber wir sind noch nicht fertig“, sagte Trainer Gregg Berhalter. Der frühere Bundesliga-Profi hat aber durchaus Respekt vor dem Final-Gegner: „Portland ist das beste Auswärts-Team der Liga, das wird eine schwere Aufgabe.“

Nach hartem Duell obenauf: Kei Kamara (r.) setzt sich mit Columbus gegen New York und Bradley Wright-Phillips (l.) durch. (Photo: Imago)

 

Beide Mannschaften können sich definitiv auf ihre Nervenstärke verlassen – auch Columbus hatte in den Playoffs brenzlige Situationen zu überstehen. Auf dem Weg zum Titel der Eastern Conference hatte Columbus im Halbfinale Montreal um Superstar Didier Drogba erst in der Verlängerung des Rückspiels ausgeschaltet. Nun also das hart erkämpfte Weiterkommen gegen New York – und die Chance auf die zweite Meisterschaft nach 2008.

Die sollen zwei Spieler sichern, die neben dem Conference-Titel mit der Mannschaft auch bereits persönliche Auszeichnungen erhalten haben: Kei Kamara und Mittelfeldspieler Ethan Finlay wurden in die MLS-Elf des Jahres 2015 berufen. Ein Spieler aus Portland fehlt in der Auflistung – triumphieren die Timbers aber am Sonntag im Finale und krönen ihre verrückte Saison mit dem ersten MLS-Cup, wird sie das kaum stören.