Produkte für PKW / Van / 4x4

New content item

Portland feiert den ersten Meistertitel

MLS

 Votes Print
 
09/12/2015
 

Im Finale um den MLS-Cup setzen sich die Portland Timbers am ersten Dezember-Wochenende mit 2:1 beim Columbus Crew SC durch und sichern sich die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Schon nach 27 Sekunden hatte Diego Valeri das erste Tor für die Timbers erzielt – und das Finale so mit einem Rekord eröffnet. 

MLS-Cup-Sieger 2015: Die Mannschaft der Portland Timbers feiert in Columbus den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte (Photo: Imago)

 

Ein schriller Pfiff sorgt für eine Eruption der Gefühle. Als der Schiedsrichter das Endspiel der Major League Soccer (MLS) um den MLS Cup beendet, beginnen die Jubelfeiern der Portland Timbers. Die Spieler des neuen Meisters der nordamerikanischen Liga liegen sich in den Armen, springen wild umher und bejubeln auf dem Rasen mit weit aufgerissenen Augen den 2:1 (2:1)-Sieg bei Columbus Crew. Die Gastgeber und ihre Fans erlebten zuvor 90 intensive und hoch spannende Minuten, an deren Ende aber nicht wie erhofft der zweite Meistertitel der Vereinsgeschichte stand – sondern der erste für die Timbers, die „Holzfäller“ aus dem US-Bundesstaat Oregon. „Das ist unglaublich. Wir wollten Geschichte schreiben und in dieser Nacht haben wir es geschafft“, sagte der Premier-League-erfahrene Portland-Verteidiger Liam Ridgewell (31).

Dass die Nacht für die Timbers mit Champagner-Duschen, einem beachtlichen Feuerwerk und einem Meer aus Konfetti-Regen endete, verdankten sie einem furiosen Start – und der tatkräftigen Mitarbeit von Columbus-Torhüter Steve Clark. Nach einem Rückpass schoss der Keeper den heraneilenden Diego Valeri an. Der Ball rollt ins Tor, da waren gerade einmal 27 Sekunden gespielt. Es war der schnellste Finaltreffer in der 20-jährige Geschichte der MLS. Valeri, im Anschluss zum besten Spieler des Finals gewählt, konnte sein Glück kaum fassen und ließ sich von den Kollegen feiern, während Clark fassungslos ins Nichts starrte aufgrund des schweren Patzers im größten Spiel der Saison. „Der geht komplett auf meine Kappe“, sagte er im Anschluss.

Rekord-Tor auf dem Weg zum Titel: Diego Valeri (r.) jubelt, Columbus-Keeper Steve Clark ist fassungslos. (Photo: Imago)


 

Nach nur 7 Minuten führte der neue Meister mit 2:0

Ähnlich geschockt wie die Columbus-Fans unter den 21.747 Zuschauern im ausverkauften Stadion waren auch die Mitspieler vom Fehlstart ins Finale. Als sich der Schreck über den frühen Rückstand gerade ein wenig legte, war der Meister-Traum fast schon geplatzt: Rodney Wallace traf per Kopf zum 2:0 für die Timbers (7.). Es passte zum völlig missratenen Abend für Columbus, dass der Ball zuvor bereits im Seitenaus war und das Tor nicht hätte zählen dürfen. Zwar kämpfte sich die Mannschaft trotz der zwei frühen Nackenschläge wieder zurück ins Spiel, mehr als der Anschluss durch Top-Torjäger Kei Kamara (18.) gelang dem Team des ehemaligen Bundesliga-Spielers Gregg Berhalter aber nicht mehr. So mussten sie im heimischen Stadion die große Timbers-Party anschauen und dem Tabellenfünften der regulären Saison zum Triumph gratulieren. Die große Traurigkeit darüber war nicht zu verbergen. „Das ist schwierig. Wir wollten den Titel in die Stadt bringen und ihn zu Hause gewinnen. Das ist sehr enttäuschend“, sagte Berhalter. Der Trainer bedankte sich ausschließlich bei den Fans, die mehrheitlich in gelben Trikots erschienen waren und so für ein beeindruckendes Bild auf den Tribünen gesorgt hatten. „Es tut mir sehr leid für sie, dass wir den Titel nicht für sie gewinnen konnten. Sie verdienen ihn.“

Trainer und Spieler stellten sich im Moment der großen Enttäuschung aber demonstrativ hinter Torhüter Clark, der dem Spiel die frühe Wende gegeben hatte. „Das ist nicht seine Schuld, das verantworten wir alle. Wir haben ihn in die Situation gebracht. Er ist ein Anführer und wir lieben ihn bis zum Tod. Er hat heute danach hervorragend gehalten und hatte ein höllisch starkes Jahr“, sagte Teamkollege Justin Meram.

Nach der Ehrung auf dem Platz ging die Party der Timbers in der Kabine weiter. (Photo: Imago)

 

Als sich die Columbus-Spieler noch grämten, hatten die Timbers ihre Party-Location längst vom Rasen in die Kabine verlegt. Champagner spritzte, Musik donnerte durch die Umkleide, in der die Spieler wild mit dem Pokal tanzten. Club-Besitzer Merritt Paulson wurde Zeuge des „surrealen“ Szenarios – und gab in den zur Disco umfunktionierten Katakomben Einblicke in seine Gefühlswelt der vergangenen Wochen: „Ich habe nicht viel darüber gesprochen, aber ich habe es gespürt, dass wir den Cup gewinnen werden. Und wir haben es geschafft.”

Rodney Wallace, Torschütze zum 2:0, blickte noch ein bisschen weiter zurück. Der 27-Jährige spielt seit der Premieren-Saison der Timbers in der MLS im Jahr 2011 für Portland – und ist stolz auf die gemeinsame Entwicklung, die dem Club nun den ersten Meistertitel beschert hat: „Das ist ein besonderer Moment, ich habe sogar noch ein Tor geschossen. Ich bin seit fünf Saisons hier und das war das Ziel, das der ganze Club hatte. Jetzt haben wir die Trophäe und sind alle Champions, die ganze Stadt. Das müssen wir genießen.“

Titelgewinn im fünften Anlauf mit den Timbers: Rodney Wallace (Mitte). (Photo: Imago)