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Der sonderbare New York City FC

MLS

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09/08/2016
 

Das Team vom Big Apple führt die Eastern Conference an – liegt in der Heimtabelle aber nur auf Rang 16 und hat die schwächste Abwehr der gesamten Liga. Dass es trotzdem für eine gute Spielzeit reicht, liegt vor allem am derzeit überragenden Frank Lampard.

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Frank Lampard ist der Mann der Stunde in der MLS. (Foto: Imago)

 

Es ist schon eine sonderbare Saison des New York City FC. Trotz der mit 40 Gegentoren schwächsten Abwehr der Major League Soccer (MLS) steht der Verein aus Big Apple nach 24 Spieltagen auf dem Ersten Tabellenplatz der Eastern Conference und kämpft um den MLS-Titel.

Bislang konnte die Mannschaft von Trainer Patrick Vieira aber erst sechs Mal zu null spielen, zuletzt am 6. August bei den San José Earthquakes. Obwohl seine Mannschaft dort nicht über ein 0:0 hinauskam, zeigte sich Vieira zufrieden mit dem Spiel. „Mit einem Punkt nach New York zurückzukehren, ist sehr gut für uns. Ich bin glücklich darüber", sagte der 107-malige französische Nationalspieler. Besonders erfreut sei er über die „solide Defensive" gewesen: „Es ist keine leichte Aufgabe in San José zu spielen. Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir als Team verteidigt haben.

"Die Freude über das Spiel ohne Gegentor hatte seine Gründe. Denn die Mannschaft des ehemaligen Welt- und Europameisters besitzt zwei Gesichter. Würden nur die Spiele vor eigenem Publikum im Yankee-Stadion zählen, wäre Vieiras Team beim besten Willen kein Meisterschaftskandidat. Derzeit belegt New York City FC in der Heimtabelle den 16. Tabellenplatz, gerademal vier Siege und 15 Punkte konnte der Klub vor heimischen Publikum feiern. Der Trainer sagt selbst: „Wir sind zwar Erster, aber haben noch einiges zu verbessern."

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Sorgen vor allem auswärts für Furore: die New Yorker Frank Lampard (l.) und Andoni Iraola. (Foto: Imago)

 

Auswärts eine Macht, Lampard überragt

Doch zum Glück für Vieira gibt es ja noch die Auswärtsspiele. Und dort präsentiert sich die Mannschaft um die europäischen Altstars David Villa (Spanien/34/Weltmeister 2010), Andrea Pirlo (Italien/37/Weltmeister 2006) und Frank Lampard (England/38/Champions League Sieger 2012) einmalig: Sechs Siege, vier Unentschieden und zwei Niederlagen ist schon eher die Bilanz eines Spitzenreiters. Mit insgesamt 37 Punkten hat der New York City FC jetzt schon genauso viele Punkte gesammelt wie in der Vorsaison nach 34 Spieltagen. Damals wurde der Klub nur Achter und konnte sich somit nicht für die Playoffs qualifizieren. Sammelte die Mannschaft des am Saisonende gefeuerten Trainers Jason Kreis in ihrer Premierensaison lediglich 1,088 Punkte pro Spiel, kann das aktuelle Team einen Punkteschnitt von 1,54 aufweisen. Besonders optimistisch stimmt die NYCFC-Fans der Vier-Punkte-Vorsprung auf den Tabellendritten und Rivalen Red Bull New York.

Zu verdanken hat das Vieira vor allem seinen drei Starspielern, die ganze 22 der insgesamt 40 Tore erzielt haben. Besonders Frank Lampard, der vermutlich seinen bereits vierten Frühling erlebt, sticht derzeit heraus. Der MLS Spieler des Monats Juli erzielte acht Treffer in den vergangenen neun Spielen – und das, obwohl er erst auf 12 Spiele und 778 Spielminuten in dieser Saison kommt. Sogar ein Hattrick gelang ihm am 1. August beim 5:1-Sieg gegen die Colorado Rapids. Der 38-Jährige selbst sagte nach dem Spiel lachend: „Ich bin überrascht, dass David Villa nicht den Hattrick erzielt hat, sondern ich." Doch das schönste für ihn seien nicht die drei Tore gewesen, sondern „zurück ins Team zu kommen".

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Antreiber und Vollstrecker: New Yorks David Villa. (Foto: Imago)

 

Dallas dominiert im Westen

Dass die Mannen um Vieira und Lampard trotz der schwankenden Leistungen derzeit Tabellenführer sind, dürfte sie nicht weiter stören. Es bleibt jedoch die Frage, wie sich die Mannschaft in der Western Conference schlagen würde. Schließlich wird diese von Experten als der deutlich stärkere Liga-Teil eingeschätzt. Der derzeitige Tabellenführer FC Dallas hat nach ebenfalls 24 Spieltagen sieben Punkte mehr gesammelt als die Fußballer aus New York.

Sollten sie es aber schaffen, in der ausgeglichenen Conference bis zum Saisonende unter den besten sechs Teams zu bleiben, qualifizieren sie sich für die K.o.-Spiele am Saisonende. Es ist nicht unrealistisch, dass der offensivstarke New York City ein Wörtchen um den MLS-Titel mitreden wird. Und wenn diese defensiv so anfällige Mannschaft aus New York die Saison doch noch mit dem Titel krönt, könnte aus der sonderbaren Saison eine sensationelle werden.

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Im Westen die Besten: Atiba Harris (r.) und der FC Dallas. (Foto: Imago)