Produkte für PKW / Van / 4x4

New content item

Große Krise bei Oranje

UEFA Euro 2016

 Votes Print
 
16/10/2014
 

In Holland können sie Michel Platini gar nicht genug danken. Der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hatte die Aufstockung der EM-Endrunde auf 24 Teams entscheidend vorangetrieben und sich viele Fragen nach dem Sinn der Qualifikationsphase anhören müssen. Doch bereits nach drei Spieltagen ist für viele Favoriten die lästige Pflichtaufgabe zu einem sportlichen Überlebenskampf geworden. Nie zuvor hatte es in den ersten Spielen derart viele Favoritenstürze gegeben. Nicht nur bei Weltmeister Deutschland ist nach nur vier Punkten aus drei Spielen der WM-Jetlag groß, in den Niederlanden zeigt die Uhr bereits "2 vor 12" an, wie Arjen Robben alarmierend feststellte.

Arjen Robben vom WM-Dritten Niederlande im Zweikampf mit dem Isländer Birkir Bjarnason. Das Oranje-Team unterlag in Reykjavik mit 0:2. (Foto: Getty Images)

 

Nach dem 0:2 auf Island war in den niederländischen Blättern von "Katastrophe" oder "Briefträgerfußball" die Rede. Sechs Punkte beträgt für den WM-Dritten in Gruppe A bereits der Rückstand auf Island und Tschechien. So steht der neue Bondscoach Guus Hiddink, der die Elftal 1998 noch ins WM-Halbfinale geführt hatte, zum Start seiner zweiten Amtszeit mit drei Niederlagen aus vier Spielen bereits stark in der Kritik. Nur gut, dass der Drittplatzierte durch die Modusänderung auch noch Chancen auf das Ticket für Frankreich hat.

Die Niederländer befinden sich aber in guter Gesellschaft. Europameister Spanien leistete sich in Gruppe C ein peinliches 1:2 in der Slowakei, was dem einstigen Welttorhüter Iker Casillas den Stammplatz kostete. Versöhnt waren die spanischen Fans nach dem anschließenden 4:0 in Luxemburg kaum. Mit sechs Punkten liegen die Iberer auf dem zweiten Platz hinter den Slowaken.

Europameister Andres Iniesta (rechts) im Zweikampf mit Norbert Gyomber. Spanien verlor in Zilina überraschend mit 1:2 gegen die Slowakei. (Foto: Getty Images)

 

Einen Fehlstart hatte auch die Schweiz mit zwei Niederlagen in Gruppe E hingelegt, bevor San Marino als Aufbaugegner beim 4:0 gerade recht kam. Der neue Coach Vladimir Petkovic steht als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld bereits unter Druck. Slowenien und Litauen heißen für die Eidgenossen die Rivalen um das EM-Ticket, denn Spitzenreiter England ist mit neun Punkten bereits enteilt, auch wenn das 1:0 in Estland durch ein Tor von Wayne Rooney alles andere als glanzvoll war.

Glanzlos, aber erfolgreich bewältigen auch die Italiener ihr Pflichtprogramm. Nach dem 2:1 gegen die von Berti Vogts betreute Mannschaft aus Aserbaidschan und dem 1:0 auf Malta liegt die "Squadra Azzurra" in Gruppe H wie auch Kroatien mit neun Punkten auf EM-Kurs. Im Rennen sind auch noch die Norweger (6), bei denen der erst 15-jährige Martin Ödegaard beim 2:1 gegen Bulgarien sein Debüt gab und zum jüngsten Spieler in der EM-Qualifikation aufstieg.

Einen Trainerwechsel hat Portugal bereits nach dem 0:1 gegen Albanien vollzogen. Unter dem neuen Coach Fernando Santos gelang in Dänemark die Wende - natürlich dank des 1:0-Siegtreffers von Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Für die größeren Schlagzeilen sorgte in Gruppe I aber der Abbruch des Spiels zwischen Serbien und Albanien. Nachdem eine Drohne mit einer großalbanischen Flagge über das Stadion in Belgrad hinweggeflogen war, hatte es tumultartige Szenen gegeben.

Holprig verläuft die EM-Qualifikation auch für die WM-Teilnehmer Griechenland und Bosnien-Herzegowina, die in Gruppe F und B nach drei Spielen immer noch sieglos sind. Deutschland ist nicht allein mit seinen Schwierigkeiten.