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„Week of Football“ beginnt mit Pleite für Portugal

UEFA Euro 2016

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10/09/2014
 

„Week of Football“ heißt das neue Format in der Qualifikation zur UEFA Europameisterschaft 2016. Die Länderspiele finden fortan nicht mehr geballt an einem Tag, sondern über die Woche verteilt statt. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) verspricht sich durch die neue Regelung bessere Vermarktungschancen. So muss sich der Fußball-Fan daran gewöhnen, dass Deutschland beispielsweise am Sonntag, England am Montag und Italien erst am Dienstag spielt. Gewöhnungsbedürftig ist auch die Tatsache, dass ein vermeintliches Schwergewicht wie Portugal neuerdings sogar gegen Albanien eine bittere Pleite beklagt.

0:1 unterlagen die Portugiesen daheim in Aveiro dem 70. der Weltrangliste und unterboten damit noch das enttäuschende Vorrunden-Aus bei der WM um Längen. Den in Brasilien so gescholtenen Weltfußballer Cristiano Ronaldo traf diesmal keine Schuld, „CR7“ fehlte wegen einer Knieverletzung, was aber kaum als Erklärung für die „größte Schande der Nationalmannschafts-Geschichte“ (Zeitung „A Bola“) taugte. Die Zuschauer quittierten die Schmach mit lauten Pfiffen und wedelten mit weißen Taschentüchern. So gingen die Diskussionen um Trainer Paulo Bento gleich wieder los, nachdem der Coach trotz der frustrierenden Weltmeisterschaft vom Verband als starker Mann bestätigt worden war.

 

Auf einen Trainerwechsel hatte auch der entthronte Weltmeister Spanien ungeachtet des Vorrunden-K.o.'s verzichtet. Vicente del Bosque, unter dessen Führung „La Roja“ den WM- und EM-Titel gewann, soll nach dem Abschied von Stars wie Xavi und Xabi Alonso den Neuaufbau einleiten. Anders als der portugiesische Nachbar lösten die Spanier ihre Pflichtaufgabe zum Auftakt der Gruppe C beim 5:1 über Mazedonien souverän. Sergio Ramos, Paco Alcacer, Sergio Busquets, David Silva und Pedro schossen den Startsieg heraus. Angesichts der weiteren Gegnern Ukraine, Slowakei, Weißrussland und Luxemburg sollte das Ticket für die Endrunde in Frankreich nur Formsache sein.

England startet mit Sieg im Topspiel

Der Modus, dass sich die beiden Gruppenersten auf direktem Weg für die Endrunde qualifizieren, sollte auch für Entspannung im Fußball-Mutterland England sorgen. Zumal die „Three Lions“ 76 Tage nach dem WM-Vorrunden-Aus ihre erste Pflichtspiel-Prüfung mit Bravour bestanden haben. England siegte im Topspiel der Gruppe E in der Schweiz 2:0.

Danny Welbeck (links) schießt gegen Granit Xhaka den Führungstreffer. Mit einem weiteren Tor des Arsenal-Stürmers gewann England in Basel 2:0 gegen die Schweiz. (Foto: Getty Images)

 

„Ich habe nie den Glauben an das Team verloren. Ich bin beeindruckt, wie sie gespielt haben“, schwärmte Teammanager Roy Hodgson nach seiner Reise in die Vergangenheit. Zwischen 1992 und 1995 hatte der inzwischen 67-Jährige die Schweizer trainiert. Ein Job, den heute Vladimir Petkovic ausübt. Als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld hat der Bosnier ein schweres Erbe zu verwalten, wie die Auftaktniederlage bewies. Die beiden Treffer für die Mannschaft um den neuen englischen Kapitän Wayne Rooney markierte Danny Welbeck. Der Youngster war gerade erst bei Manchester United von Trainer Louis van Gaal aussortiert und zum FC Arsenal für 20 Millionen Euro transferiert worden.

Van Gaal, der im Sommer für die United-Rekordsumme von 195 Millionen Euro neue Spieler einkaufen durfte, hatte bei der WM noch die Niederlande auf den dritten Platz geführt. Sein Nachfolger heißt Guus Hiddink, der Oranje bis 1998 trainiert und ins WM-Halbfinale geführt hatte. Das Comeback verlief erfolglos, im Testspiel unterlagen die Niederländer dem viermaligen Weltmeister Italien 0:2 (0:2). Die EM-Qualifikation dürfte in Gruppe A angesichts der Gegner Tschechien, Türkei, Island, Lettland und Kasachstan aber kaum in Gefahr geraten.

Bundesliga-Profis erzielen viele Tore

Für den höchsten Sieg zum Auftakt der EM-Qualifikation sorgte Polen, was aber eher in der fehlenden Qualität von Fußball-Zwerg Gibraltar begründet war. Vier Tore steuerte Bundesliga-Torschützenkönig Robert Lewandowski zum 7:0 bei. Damit führt der EM-Gastgeber von 2012 die Tabelle der Gruppe D vor dem Aufeinandertreffen mit Weltmeister Deutschland am 11. Oktober in Warschau an.

Gibraltar verlor sein erstes Pflichtspiel in der Verbandsgeschichte mit 0:7 gegen Polen. Robert Lewandowski bejubelt in Faro eines seiner vier Tore. (Foto: Getty Images)

Ähnlich wie die DFB-Auswahl, die Schottland 2:1 bezwang, sicherte sich auch Irland beim 2:1 in Georgien die ersten drei Punkte.

Neben Lewandowski setzten sich weitere Bundesligaprofis in den Länderspielen in Szene. Münchens Pierre-Emile Höjbjerg leitete die Wende beim 2:1 Dänemarks über Armenien in der Portugal-Gruppe I ein. Für die Osteuropäer hatte Dortmunds Henrich Mchitarjan zur Führung getroffen. Höjbjergs Bayern-Kollege Davida Alaba erzielte den Führungstreffer für Österreich beim 1:1 gegen Schweden. Die Skandinavier dürften neben WM-Gastgeber Russland, der beim 4:0 über Liechtenstein nur seine Pflicht erfüllte, der größte Gegner für Österreich auf dem Weg zur EM 2016 in Frankreich sein.

 

Neymar ist zurück und Brasilien siegt wieder

Das Gegenstück zur EM ist in Südamerika die Copa America, die bereits im nächsten Jahr in Chile ausgetragen wird. Bis dahin hat Carlos Dunga gut ein Jahr Zeit, Rekord-Weltmeister Brasilien vom WM-Trauma mit den demütigenden Pleiten gegen Deutschland (1:7) und den Niederlanden (0:3) zu befreien. Der Neuanfang gelang in Miami (Florida) mit dem 1:0 über Kolumbien, auch weil Jungstar Neymar wieder zurückkehrte und gleich den Siegtreffer per Freistoß erzielte.

Ausgerechnet Neymar. Schließlich war der WM-Traum des Ausnahmetechnikers beim Viertelfinal-Sieg über Kolumbien nach einem rüden Foul von Camilo Zuniga mit einem Lendenwirbelbruch noch geplatzt. Mit einer versöhnenden Geste wurde der Fall vor dem Anpfiff ausgeräumt, hinterher schwärmte Dunga von den Spielkünsten seines neuen Kapitäns. „Bei ihm sehen die schwierigsten Dinge einfach aus“, sagte der alte und neue Cheftrainer. Dungas erstes Engagement bei der Selecao endete 2010 mit dem WM-Viertelfinal-Aus gegen die Niederlande. Beim zweiten Mal will er es besser machen.