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Das Jahr 1 nach dem Triumph von Rio

UEFA Euro 2016

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09/02/2015
 

Das neue Jahr begann wie das großartige 2015 zu Ende gegangen war. Nachdem sie mit Ehrungen regelrecht überhäuft worden waren, gab auch nach dem Jahreswechsel zahlreiche internationale Aufmerksamkeiten für deutsche Nationalspieler und ihren Trainer Joachim Löw. Der Bundestrainer wurde vom Fußball-Weltverband (FIFA) zum Welttrainer gekürt, Torwart Manuel Neuer belegte Platz drei in der Weltfußballer-Wahl hinter den Topstürmer Ronaldo und Messi, durfte sich aber mit dem Titel des Welttorhüters trösten. Neuer trat auch in Berlin bei „Madame Tussauds“ auf, um seine Abbild aus Wachs zu enthüllen, das neben den Hollywood-Stars Angelina Jolie und Johnny Depp steht. Hansi Flicks übergab seinen „Masterplan“ für den WM-Titel, also das Arbeitsbuch des Trainerstabs der deutschen Nationalmannschaft, dem Deutschen Fußball-Museum, das in Dortmund im Sommer eröffnet werden soll. Löw wurde mit dem Deutschen Medienpreis ausgezeichnet und hielt eine viel beachtete Rede, in der er sich für ein Miteinander der Kulturen und Religionen aussprach.

Joachim Löw bei seiner viel beachteten Rede, nachdem er in Berlin mit dem Deutschen Medienpreis ausgezeichnet wurde. (Foto: GES/Augenklick)

 

Es war also kaum ein Unterschied zwischen den letzten beiden Monaten des Jahres 2014 festzustellen, als die deutschen Weltmeister in Deutschland zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt wurden und es zahlreiche Auszeichnungen für einzelne Spieler hagelte. Alles schön und gut, meint Löw, dem das Ganze schon im November zu viel wurde. Den deutschen Fußball gut zu repräsentieren sei eine ehrenvolle Aufgabe, sagte der Bundestrainer. Aber das Wichtigste bliebe der Sport. „Schluss mit dem Hype“, erklärte er. Es müsse nun wieder auf dem richtigen Parkett losgehen, also auf dem Spielfeld.

Löw: „Wir wollen das Ding in Paris gewinnen“

Löw setzte sogleich wieder hohe Ziele. „Wir wollen das Ding in Paris gewinnen“, erklärte er salopp formuliert. Mit dem „Ding in Paris“ war das Finale der Europameisterschaft 2016 am 10. Juli im Stade de France gemeint. Und Löw ging noch weiter. Er wolle mit seiner Mannschaft eine neue deutsche Ära im internationalen Fußball einleiten. Das Vorbild für Löw ist dabei Spanien, das bei der EM 2008, der WM 2010 und der EM 2012 drei Titel in Serie gewann. „Als Trainer wünscht man sich, dass wir in Lage sind, nicht nur den Erfolg zu bestätigen, sondern eine Epoche zu prägen und noch weiter Titel zu gewinnen und uns dann in Richtung WM 2018 konzentrieren“, erklärte Löw in einem Interview mit „DFB-TV“.

Manuel Neuer und sein Ebenbild aus Wachs bei „Madame Tussauds“ in Berlin. (Foto: Getty Images)

 

Um auf die Spur nach Paris zu kommen, muss im Jahr 1 nach Rio aber erst einmal wieder an die Leistungen der ersten sieben Monate 2014, die im triumphalen WM-Gewinn mündeten, angeknüpft werden. Denn die ersten fünf Monate nach dem Weltmeister-Triumph verliefen schwierig. Zunächst ging das Testspiel gegen Argentinien in Düsseldorf, eine kleine WM-Revanche, mit 2:4 verloren. Dann startete eine deutsche Nationalmannschaft noch nie so schlecht in eine Turnier-Qualifikation. Einem mühevollen 2:1 gegen Schottland in Dortmund folgte ein 0:2 in Polen, die erste Niederlage gegen den Nachbarn im 19. Aufeinandertreffen, dem sich ein schmales 1:1 gegen Irland in Gelsenkirchen anschloss. Damit lag der Weltrangliste-Erste nur auf Rang vier der Tabelle der Gruppe D. Nach einem wenig überzeugenden 4:0 gegen Gibraltar in Nürnberg sprang die deutsche Elf auf Platz zwei, drei Punkte hinter Spitzenreiter Polen, aber nur punktgleich mit Schottland und Irland. Ein 1:0-Sieg gegen Europameister Spanien in Vigo bildete schließlich einen versöhnlichen Jahresabschluss.

Die beiden Teams, die in der Endabrechnung auf Platz eins und zwei liegen, qualifizieren sich direkt für die EURO 2016. Und auch der Dritte hat über zwei Relegationsspiele noch eine Chance, am 12. Dezember bei der Auslosung der sechs Gruppen für die EM-Endrunde in Paris dabei zu sein. „Wir werden es schaffen“, sagte Löw. Sein Ziel ist der Gruppensieg. Nach einem Test gegen den neuen Asien-Cup-Gewinner Australien am 25. März in Kaiserslautern wird es vier Tage (29. März, 18.00 Uhr) später wieder ernst. Georgien heißt in Tiflis der Gegner, der zuletzt gegen Polen zu Hause mit 0:4 unterlag. Im März 1995 gewann die deutsche Elf dort schon einmal durch zwei Tore von Jürgen Klinsmann.

Am 13. Juni, drei Wochen nach dem letzten Spieltag der Bundesliga, folgt noch das Rückspiel gegen Gibraltar im portugiesischen Faro, weil das Team aus der britischen Kronkolonie noch kein geeignetes Stadion besitzt. Vorab kommt es zum Test gegen die USA in Köln am 10. Juni, dem dritten Trainer-Duell zwischen den Trainern Löw und Klinsmann. Nach der Sommerpause steht ein Doppelspieltag mit der zweiten Begegnung gegen Polen in Frankfurt am 4. September sowie dem Auswärtsspiel in Schottland am 7. September auf dem Programm.

Ehrung zur deutschen „Mannschaft des Jahres“: Wolfgang Niersbach, Christoph Kramer und Joachim Löw (von links) vertreten in Baden-Baden das Weltmeister-Team. (Foto: GES/Augenklick)

 

Nur neun Partien in 2015 nach 17 Länderspielen im WM-Jahr

Die zweite Reise auf eine Insel gegen einen kampfstarken Konkurrenten findet einen Monat später mit dem Gastspiel in Irland am 8. Oktober statt. Georgien ist dann der Kontrahent im zehnten und letztem Qualifikationsspiel am 11. Oktober in Leipzig. Das Länderspieljahr wird am 17. November mit einem Test gegen den WM-Dritten Niederlande in Hannover abgeschlossen. Nach den 17 Spielen, die die deutsche Nationalmannschaft im WM-Jahr 2014 bestritt, werden 2015 nur neun Partien ausgetragen. 

Joachim Löw hat die sportliche Entwicklung, die mit einer letztlich noch souveränen Qualifikation für die EM 2016 belohnt werden soll, klar umrissen. Seine Mannschaft müsse sich spielerisch im Vergleich zur ersten Hälfte der Saison 2014/15 deutlich steigern, sagte der Badener. Der Bundestrainer hat taktische und personelle Veränderungen angekündigt. Er liebäugelt mit einer Umstellung auf eine Dreierkette in der Abwehr, was dem chronischen Mangel an hochklassigen Außenverteidigern geschuldet ist. Das System funktionierte beim 1:0 in Spanien bereits gut. In einem 3-5-2 können auch wieder zwei echte Stürmer aufgeboten werden. Und es auch damit zu rechnen, dass Löw weiter neue Spieler auf ihre Eignung, in das Weltmeister-Team aufzurücken, testet. Nach Außenverteidiger der Spitzenklasse wird weiter gefahndet, ebenso nach Topstürmern. Das Jahr 1 nach Rio verspricht auch ohne großes Turnier erhebliche Spannung.

Schon vor dem 4:0 gegen Gibraltar im November forderte Joachim Löw bei einer Pressekonferenz in Nürnberg energisch eine deutliche Verbesserung seiner Mannschaft. (Foto: GES/Augenklick)

 

Das Länderspiel-Programm 2015:

25.03.2015: Deutschland – Australien in Kaiserslautern (Test)
29.03.2015: Georgien – Deutschland (EM-Qualifikation)
10.06.2015: Deutschland – USA in Köln (Test)
13.06.2015: Gibraltar - Deutschland (EM-Qualifikation)
04.09.2015: Deutschland – Polen in Frankfurt (EM-Qualifikation)
07.09.2015: Schottland – Deutschland (EM-Qualifikation)
08.10.2015: Irland – Deutschland (EM-Qualifikation)
11.10.2015: Deutschland – Georgien in Leipzig (EM-Qualifikation)
17.11.2015: Deutschland – Niederlande in Hannover (Test)