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Neue Trainer auf dem Prüfstand

UEFA Euro 2016

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23/03/2015
 

Wenn die EM-Qualifikation am Wochenende nach fast viermonatiger Pause ihren Betrieb wieder aufnimmt, geben mehr als ein halbes Dutzend neuer Trainer ihren Pflichtspiel-Einstand. Die Aussicht auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft 2016 dank des neuen Formats mit 24 Endrunden-Teilnehmern beim Turnier in Frankreich lässt viele ungeduldige Verbandschef in Aktionismus verfallen. Sogar Gibraltar, der Kleinste unter den Fußball-Zwergen, hat seinen Chefcoach Allen Bula ungeachtet des beachtlichen 0:4 bei Weltmeister Deutschland entlassen. Auch Georgien setzt vor dem Duell mit den deutschen Weltmeistern am Sonntag auf neue Impulse. Unter Regie des früheren Frankfurter Innenverteidigers Kachaber Zchadadse soll Mario Götze und Co. das Toreschießen nicht so einfach gemacht werden wie in den letzten Spielen.

Das letzte Spiel gegen Georgien in Rostock im Oktober 2006 gewann Deutschland mit 2:0. Mike Hanke (9) setzte sich gegen Zurab Khizanishviili (13) durch. (Foto: GES/Augenklick)

 

Das Wechselspiel auf den Trainerbänken in Europa findet nach dem fünften Spieltag in der Qualifikation womöglich eine Fortsetzung. Als „besonders gefährdet“ gilt Guus Hiddink beim WM-Dritten Niederlande. Denn nach den mitunter peinlichen Auftritten der Oranje-Stars mit Niederlagen gegen Italien, Tschechien, Island und Mexiko steht die Elftal in der EM-Qualifikation unter Zugzwang. Sechs Punkte beträgt in Gruppe A bereits der Rückstand der Niederländer auf Spitzenreiter Tschechien. Gegen die ebenfalls schwach gestarteten Türken (4 Punkte in 4 Spielen) ist am Samstag in Amsterdam ein Sieg oberstes Gebot, denn sowohl die Tschechen (gegen Lettland) als auch die zweitplatzierten Isländer (gegen Kasachstan) stehen vor leichten Aufgaben.

Trainer Guus Hiddink steht nach dem schwachen Start der Niederlande in die EM-Qualifikation genauso unter Druck wie sein Team. (Foto: Getty Images)

Die Niederländer beklagen allerdings den Ausfall von Arjen Robben, der sich zuletzt in sensationeller Form präsentierte, sich aber beim 0:2 von Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag (22. März) einen Bauchmuskelriss zuzog.

Niederländer und Trainer Hiddink unter Druck

Hiddink räumte vor dem ersten Spiel in 2015 Fehler ein. Die Nachwirkungen der WM habe er unterschätzt, ebenso die Unabhängigkeit der Führungsspieler. Hatte er im November vergangenen Jahres sogar einen Rücktritt angedeutet, will der Starcoach auch bei einem weiteren Rückschlag gegen die Türkei im Amt bleiben - wenn er darf. Denn innerhalb des Verbandes KNVB hat sich bereits Widerstand formiert.

Hakan Calhanoglu von Bayer Leverkusen soll erstmals wieder nach der „Pistolen-Affäre“ im Oktober 2013 in der türkischen Nationalelf spielen. (Foto: GES/Augenklick)

Brisanz herrscht auch im türkischen Lager allein schon durch die Kaderzusammenstellung. Nationalcoach Fatih Terim hat die beiden Leverkusener Hakan Calhanoglu und Ömer Toprak genauso wie Ex-HSV-Profi Gökhan Töre erstmals seit Oktober 2013 wieder gemeinsam nominiert. Damals war das Bayer-Duo von einem Freund Töres im Hotelzimmer mit einer Pistole bedroht worden, Calhanoglu hatte seitdem Vorfall kein Länderspiel mehr absolviert. Toprak schlug die Einladung aber aus.

Einen Ausrutscher darf sich auch Titelverteidiger Spanien im Spiel gegen die Ukraine nicht erlauben. Beide Teams weisen neun Punkte auf, der Verlierer des Duells könnte Spitzenreiter Slowakei (12 Zähler/spielt gegen Luxemburg) schon aus den Augen verlieren.

 

Nicht nur die Tabellenkonstellation in Gruppe C ist für die stolzen Spanier irritierend, erstmals seit 2007 wird der Weltmeister nicht mehr unter den besten Zehn in der Weltrangliste geführt.

Österreich auf EM-Kurs

Es war bislang die EM-Qualifikation der Teams aus der zweiten oder dritten Reihe. In der „deutschen“ Gruppe D liegt Polen etwa mit zehn Punkten vorn und will seine Position durch einen Erfolg in Irland weiter festigen. Gewöhnungsbedürftig ist auch die Tatsache, dass in Gruppe B am Samstag Israel (9 Punkte) und Wales (8) das Spitzenspiel bestreiten.

Auch Österreich, das sich abgesehen von der Gastgeberrolle bei der EM 2008 seit 1998 nicht mehr auf sportlichem Wege für ein großes Turnier qualifiziert hat, liegt mit zehn Punkten in Gruppe G auf EM-Kurs. Davon will sich das Team um Bayern-Star David Alaba, der einer von elf Deutschland-Profis im Kader ist, auch bei Außenseiter Liechtenstein nicht abbringen lassen.

Martin Harnik (links) im Zweikampf mit dem Russen Dimitri Kombarov. Mit dem 1:0-Sieg im November 2014 machte Österreich einen großen Schritt in Richtung der EURO 2016. (Foto: Getty Images)

 

Die Schweiz setzt vor dem Spiel gegen Estland sogar auf ein Dutzend Spieler aus der Bundesliga. Für die Eidgenossen (6) geht es vermutlich nur noch um den zweiten Platz in Gruppe E, denn die gegen Litauen spielenden Engländer marschieren mit zwölf Punkten vorneweg.

Andere Vorzeichen herrschen dagegen in Griechenland. Sportlich sieht es beim EM-Champion von 2004 ähnlich düster wie in der Finanzkasse des Landes aus. Nach nur einem Punkt aus vier Spielen und einer peinlichen Niederlage gegen die Färöer soll nun der 70-jährige Uruguayer Sergio Markarian als Nachfolger des glücklosen Trainers Claudio Ranieri die Wende schaffen. Es wird nicht einfach, auf die Griechen wartet ein schweres Gastspiel in Ungarn (7 Punkte). Beim Gegner sitzt Pal Dardai auf dem Trainerstuhl. Der 39-Jährige kann sich im Gegensatz zu manchem Kollegen nicht über zu viel Freizeit beschweren, übt er doch aufgrund seiner Chefrolle bei Hertha BSC eine Doppelfunktion aus.