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Skandinavien-Duell um die EM-Teilnahme

UEFA Euro 2016

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23/10/2015
 

Zlatan Ibrahimovic hat keine Angst. Zumindest nicht auf dem Fußball-Platz. Der Schwede, der sich schon selbst als Gott bezeichnet hat, sieht sich immer in der Favoritenrolle. Und doch droht dem Superstar von Paris St. Germain eine herbe Enttäuschung: Nach der in den Playoffs gegen Portugal verpassten Weltmeisterschaft 2014 ist auch die Teilnahme an der Europameisterschaft 2016 stark gefährdet. Damals hatte er nach dem Ausscheiden getönt: „Eine WM ohne mich ist es nicht wert zu gucken.“ Das gilt seiner Meinung nach wohl auch für die EM, aber noch sind die Chancen auf die Teilnahme ja vorhanden.

Zlatan Ibrahimovic kann auch meisterhafte Grimassen schneiden. Ob sie ihm im Playoff-Duell der Schweden gegen die Dänen helfen, ist fraglich. (Foto: Imago)

 

Schweden muss sich dafür in den Playoffs (12. bis 14. November sowie vom 15. bis 17. November) gegen Dänemark durchsetzen, den großen skandinavischen Rivalen um den Wolfsburger Stürmer Niklas Bendtner. Zumindest blieb Ibrahimovic Bosnien als Gegner erspart. Das Heimatland seines Vaters bekommt es im Kampf um die letzten vier EM-Tickets mit dem deutschen Gruppengegner Irland zu tun. Zudem treffen Slowenien und die Ukraine sowie Norwegen und Ungarn aufeinander. Der deutsche Bernd Storck, ungarischer Nationaltrainer, hat sich für die Playoffs kurzfristig prominent verstärkt: So wird Ex-Nationalspieler Andreas Möller in den Duellen mit Norwegen ebenfalls zum Trainerstab gehören wie der frühere Schalker Torhüter Holger Gehege. „Ich kenne Bernd seit gemeinsamen Zeiten bei Borussia Dortmund, wo wir auch den DFB-Pokal gewannen. Auch Holger Gehrke kenne ich von meiner Zeit beim FC Schalke, als er von Huub Stevens Co-Trainer war. Wir kennen uns alle sehr gut, das ist eine klasse Kombination. Vielleicht können wir ja noch mal einen neuen Impuls beim Team freisetzen“, sagte Möller, der mittlerweile 48 Jahre alt ist.

Pokalsieg 1989 in Berlin mit Borussia Dortmund: 26 Jahre später sollen Bernd Storck (links) und Andreas Möller (links) das Nationalteam Ungarns gegen Norwegen zur EM 2016 führen. (Foto: Imago)

 

20 der 24 EM-Teilnehmer stehen fest

Das Teilnehmerfeld ist bereits zu mehr als 80 Prozent komplett, 20 der 24 Länder stehen fest und können sich die Playoff-Duelle ganz entspannt anschauen – diese Nationen werden sicher dabei sein, wenn am 12. Dezember in Paris bei der Auslosung die sechs Gruppen für die EURO 2016 ermittelt werden: Frankreich, das als Gastgeber wie üblich von der Qualifikation befreit war, Tschechien, Belgien, Spanien, Deutschland, Polen, England, Schweiz, Rumänien, Österreich, Russland, Italien, Kroatien, Portugal, Türkei sowie als Endrunden-Neulinge Albanien, Island, Wales, Slowakei und Nordirland.

Nach Frankreich via Armenien: Shkelzen Gashi (links) und die Nationalelf qualifizierten sich erstmals für eine EM-Endrunde. (Foto: Getty Images)

 

Die Niederlande, der Sieger von 1988 scheiterte spektakulär als Gruppenvierter, war dabei nicht der einzige Ex-Europameister, der auf der Strecke blieb. Noch ärger, nur weniger beachtet traf es Griechenland. Der Titelgewinner von 2004, der noch an der WM 2014 teilgenommen hatte, wurde in der Gruppe F sogar nur Letzter noch hinter Färöer.

Im Gegensatz dazu war die Qualifikation für die Belgier mit einem Prestigeerfolg verbunden. Das Team schob sich vorbei an Argentinien und Deutschland auf Platz eins der Weltrangliste vorbei.

Die Qualifikationsrunde wurde zudem zum großen Comeback des britischen Fußballs: England schaffte es mit dem abschließenden 3:0 in Litauen als einzige Mannschaft, alle zehn Spiele zu gewinnen. Wales und Nordirland gelang erstmals der Sprung in die Endrunde. Beide Nationen haben allerdings eine weit zurückliegende WM-Erfahrung.

England feierte zehn Siege in zehn EM-Qualifikationsspielen. Auch zum Abschluss siegten die “Three Lions“ Adam Lallana in Litauen. (Foto: Imago)

 

Dass fünf Länder ihr EM-Debüt geben werden, war sportpolitisch gewollt. Damit erfüllte sich ein Versprechen von UEFA-Präsident Michel Platini, das er mit der Ausweitung des EM-Teilnehmer von 16 auf 24 Teams den kleineren Nationalverbände gegeben hatte. Wie schon in der Qualifikation wird einigen Teilnehmern durch die Aufstockung auch bei der Endrunde der dritte Platz in der Gruppe zur Qualifikation für die nächste Runde reichen: Die vier besten der sechs Gruppendritten ziehen in Frankreich ins Viertelfinale ein. Inzwischen ist Platini, der 1984 Frankreich im eigenen Land zum EM-Titel führte, wegen der vermuteten Verwicklung in den FIFA-Skandal gesperrt und sieht mit Groll dem großen Fußballfest in seinem Land entgegen.

Für Ibrahimovic gilt das nicht. Der Star von Paris St. Germain will von Platinis Versprechen und dem damit verbundenen Teilnehmerfeld profitieren – und sich auf der Zielgeraden doch noch für das Turnier in seiner sportlichen Heimat qualifizieren. Immerhin ist der 34-Jährige ein EM-Rekordhalter: Ibrahimovic war der erste Fußballer, der bei drei verschiedenen Europameisterschaften mindestens zwei Tore geschossen hat: 2004, 2008 und 2012.