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Jagd auf das historische Double

UEFA Euro 2016

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20/01/2016

Den Feinschliff für die EM wird sich das DFB-Team um Mesut Özil und Ilkay Gündogan im Trainingslager in Ascona holen. (Foto: Imago)

Deutschland will erstmals direkt nach dem Gewinn des WM-Titels auch den EM-Titel holen. In Frankreich soll Mesut Özil, Nationalspieler des Jahres 2015, das Team zum Titel führen. Für Ex-Bundestrainer Berti Vogts gibt es daran kaum Zweifel, der 69-Jährige beschäftigt sich nur mit der Frage, wer es außer dem DFB-Team ins Finale schafft.

Im Sommer will die deutsche Nationalmannschaft eine historische Leistung aufstellen und erstmals in der DFB-Geschichte nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft auch die Europameisterschaft gewinnen. Bislang gelang dem DFB-Team nur Double nur umgekehrt: 1972 siegte Deutschland bei der EM und sicherte sich zwei Jahre später den WM-Titel. Berti Vogts hatte das nun erneut angestrebte Ziel im Jahr 1992 fast erreicht. 

Jubel über den bislang letzten EM-Titel: Trainer Berti Vogts (links) und Final-Doppeltorschütze Oliver Bierhoff feiern den Triumph 1996 in England. (Foto: Imago)

Als amtierender Weltmeister von 1990 hatte sich seine Mannschaft in Schweden bis ins Finale gespielt, dort aber sensationell gegen den Außenseiter Dänemark verloren.

Vogts, der vier Jahre später in England als Nationaltrainer dank der beiden Treffer des jetzigen Nationalmannschhafts-Managers Oliver Bierhoff den bislang letzten EM-Titel holte, traut dem aktuellen Kader zu, es besser zu machen als die Vorgänger 1992.

Für den 69-Jährigen ist die DFB-Elf, die bei der Europameisterschaft in der Vorrundengruppe C auf Gruppe C gegen die Ukraine, Nordirland und Polen mit Bayern-Torjäger Robert Lewandowski spielt, klarer Favorit beim Turnier in Frankreich: „Wenn man als Weltmeister aus Brasilien heimgekommen ist, und sich die zweitbeste europäische Mannschaft bei der WM, Holland, gar nicht für die EM qualifiziert hat, dann stellt sich diese Frage gar nicht. Man muss eher die Frage stellen: Wer wird Zweiter bei der EM hinter Deutschland?“, sagte Vogts der „Rheinischen Post“.

 

Vogts traut England trotz guter Ergebnisse nicht viel zu

Obwohl die Niederlande beim am 10. Juni beginnenden Turnier nicht dabei sein werden, gelten eine Vielzahl anderer Nationen als Anwärter auf die beiden Plätze im Finale am 10. Juli in Paris. Gastgeber Frankreich zeigte sich zuletzt formstark und bewies schon beim WM-Triumph 1998, dass die Euphorie in den heimischen Stadien extreme Kräfte freisetzen kann. Mit Titelverteidiger Spanien, Italien und Portugal sind drei weitere Dauergäste der K.o.-Runden dabei, zudem gilt das junge belgische Team europaweit als extrem starker Konkurrent und liegt bei den Buchmachern auf Rang drei. England, das Land mit der vermeintlich stärksten Liga der Welt, hat Vogts dagegen nicht wirklich auf dem Zettel: „Die Spieler aus der Premier League sind bei den Turnieren nicht im optimalen körperlichen Zustand. England ist immer einer der Favoriten, aber wenn die Engländer in der Vergangenheit ihre Insel verlassen haben, haben sie fast immer enttäuscht.“

Der „Nationalspieler des Jahres 2015“ will Deutschland zum Europameister 2016 machen: Mesut Özil. (Foto: Getty Images)

 

Vogts‘ Befürchtung der eingeschränkten Fitness der in England spielenden Profis müsste demnach auch für Mesut Özil gelten. Der Mittelfeldspieler, der eine echte Vorlagen-Maschine ist, spielt eine herausragende Saison auf der Insel und ist dementsprechend im Dauereinsatz. Er selbst zweifelt aber nicht daran, in Frankreich an seine momentanen Top-Leistungen anknüpfen zu können. „Selbstverständlich möchte ich mit Arsenal und Deutschland bis zum Schluss um Titel mitspielen, gar keine Frage. Wichtig ist mir vor allem, dass mir der Trainer Vertrauen schenkt – und das tut er. Meine Aufgabe ist es dann, Joachim Löw dieses Vertrauen zurückzugeben“, sagte er „DFB.de“. Selbst torgefährlicher zu werden ist für Europas besten Vorlagengeber dabei nicht relevant. „Ob die Tore von mir kommen, ob ich sie vorbereite oder einleite, ist nicht so entscheidend. Ich denke nicht, dass ich mir damit einen Gefallen tue, wenn ich mir jetzt fest in den Kopf setze, vor dem Tor egoistischer zu werden... Und schon gar nicht meiner Mannschaft.“

Fans kürten Özil wieder zum besten DFB-Spieler

2015 wurde der 27-Jährige von den deutschen Fans aufgrund seines Spielstils zum „Nationalspieler des Jahres“ gewählt. Eine Auszeichnung, die Özil bereits zum vierten Mal gewann – bei bislang insgesamt nur sechs Wahlen. 2011 hatte Bastian Schweinsteiger gewonnen, 2014 Toni Kroos. Im EM-Jahr will der gebürtige Gelsenkirchener seine Leistungen bestätigen und den nächsten großen Titel seiner Karriere einfahren. „Die Auszeichnung ist mir eine große Ehre. Schließlich kommt dieser Titel von den Fans. Gleichzeitig ist es aber auch ein Riesenansporn für mich, 2016 weiter hart zu arbeiten, vor allem in Hinblick auf die EM in Frankeich, bei der wir Großes vorhaben.“

Nationalspieler des Jahres im WM-Jahr 2014: Toni Kroos. (Foto: Getty Images)

 

Bis zum Turnierbeginn verbleibt wenig Zeit. Der Fahrplan bis zum EM-Start ist kurz, für diejenigen Spieler, die ihre Plätze im Aufgebot nicht so sicher haben wie Özil, gilt es deshalb, sich in den nationalen Ligen zu empfehlen. Bis zum Aufbruch ins Trainingslager im schweizerischen Ascona gibt es nur noch zwei Duelle – die allerdings mit absoluten Schwergewichten: Am 26. März (20.45 Uhr) trifft die DFB-Elf in Berlin auf England, drei Tage später in München (20.45 Uhr) auf Italien. Unmittelbar vor dem Beginn des Turniers bestreitet der EM-Kader dann noch Tests gegen EM-Teilnehmer Ungarn (29. Mai) und einen weiteren Gegner (4. Juni), der noch gesucht wird, da China das geplante Aufeinandertreffen abgesagt hat.

Im Anschluss wird es ernst: Mit dem deutschen Auftaktspiel gegen die Ukraine am 12. Juni (21 Uhr) beginnt die Jagd auf das historische Double.