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Löw hofft auf der EM-Zielgeraden auf Boateng

UEFA Euro 2016

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01/02/2016
 

Noch steht in Europa der Vereinsfußball im Mittelpunkt. Aber auch die EM-Endrunde, deren sechs Gruppen mit je vier Teams, am 12. Dezember in Paris ausgelost wurde, rückt immer mehr in den Fokus.

Bei Weltmeister Deutschland, der in der Gruppe C auf die Ukraine, Polen und Nordirland trifft, laufen die Diskussionen, ob das Team nach dem Triumph in Rio de Janeiro im Juli 2014 noch einmal fähig für einen Titelgewinn sein wird. Die Mannschaft müsse sich gegenüber der nicht reibungslos verlaufenen Qualifikation deutlich steigern, sagte Teammanager Oliver Bierhoff, der vor 20 Jahren mithalf, den letzten EM-Titel nach Deutschland zu holen. Nachdem Bierhoffs Forderung für eine Leistungssteigerung folgte ein Rückschlag. Dem deutschen Abwehrchef Jerome Boateng droht wegen eines Muskelbündelrisses die Zeit davonzulaufen.

Kämpft statt auf dem Rasen nun in der Reha um sein EM-Ticket: Nationalspieler Jerome Boateng. (Foto: Imago)

 

Der 27 Jahre alte Innenverteidiger des FC Bayern München erhält aufgrund seiner enormen sportlichen Bedeutung aber eine Sonderbehandlung von Bundestrainer Joachim Löw und kann trotz seiner wohl dreimonatigen Pause noch auf die Teilnahme an der am 10. Juni beginnenden EM hoffen: „Ich habe ihm gesagt, dass ich an ihn glaube und er es trotz der schweren Muskelverletzung noch schaffen kann, auf den EM-Zug aufzuspringen“, teilte Löw mit. Einem Stammspieler das Vertrauen zu schenken, auch wenn er nicht ganz fit ist, hat sich nämlich bewährt. „Genauso wie bei Sami Khedira vor der WM in Brasilien werden wir Jerome die Tür solange wie möglich offenhalten.“ Doch das Zeitfenster ist begrenzt: Spätestens am 31. Mai muss Löw das Spieler-Aufgebot für die EM benennen - wie alle anderen 23 Nationaltrainer auch.

Didier Deschampes mit dem EM-Pokal und Zinedine Zidane an seiner Seite nach dem Triumph im Jahr 2000. Der Ex-Kapitän ist nun Trainer der Franzosen. (Foto: Imago)

 

„Battle of Britain“: England trifft auf Wales - Bruderduell bei Schweiz-Albanien

Die Gruppe C gilt für die Deutschen als machbar - ebenso wie die Gruppen, in denen England und Frankreich als Topfavoriten gelten. Vor vermeintlich schwereren Aufgaben stehen aber Titelverteidiger Spanien und Italien. Unaufgeregt nahm Gastgeber Frankreich die ersten drei Rivalen des Turniers zur Kenntnis, an dessen Ende der nächste Heimtitel nach der WM 1998 stehen soll. 1984 hatten die Franzosen erstmals den EM-Titel gewonnen - im eigenen Land. Der zweite EM-Triumph im Jahr 2000 wurde dann beim Turnier in den Niederlanden und Belgien perfekt gemacht. Die Chancen nun den vierten großen internationalen Erfolg zu holen, werden allgemein als günstig eingeschätzt.

Granit Xhaka wird in der EM-Gruppe mit der Schweiz auf seinen für Albanien spielenden Bruder Taulant treffen. (Foto: Imago)

Angesichts der in Europa nicht zur Spitze gehörenden Teams der Schweiz, Albanien und Rumänien wäre alles andere als das souveräne Weiterkommen eine arge Enttäuschung für die Franzosen. In der Schweiz und Albanien freuen sich die Fans über die Auslosung, da sie das spektakuläre Bruderduell zwischen dem für Albanien spielenden Taulant Xhaka (24/FC Basel) und dem für die Schweiz aktiven Granit Xhaka (23/Mönchengladbach) ermöglicht. Letzterer spielte bereits in der WM-Qualifikation 2014 gegen das Heimatland seiner Eltern – und hätte auf eine Wiederholung gern verzichtet: „Es ist ehrlich gesagt ein Scheißgefühl. Es tat weh, von meinen Landsleuten ausgepfiffen und teilweise sogar beleidigt zu werden“, sagte er.

 

Für überbordende Emotionen sorgte die Paarungen der Vorrunde auch auf der Insel – denn die laut der Zeitung Sun „atemberaubende Auslosung“ sorgt in der Gruppe B für das „Battle of Britain“ zwischen England und Wales. Russland und die Slowakei sind die weiteren Gegner der Engländer auf dem Weg in das Achtelfinale.

Spaniens Coach Del Bosque: „Weiß nicht, ob es eine Todesgruppe ist“

Attraktive und hochklassige Begegnungen verspricht den Zuschauern auch die Gruppe E. Mit dem Weltranglistenersten Belgien, den 1968 siegreichen Italienern, Zlatan Ibrahimovics Schweden und den stets leidenschaftlichen Iren kämpfen gleich vier attraktive Mannschaften um das Weiterkommen. Der in Paris spielende Ibrahimovic genießt in Frankreich sogar einen kleinen Heimvorteil – und hat zudem schon bei der EM 2004 gegen Italien getroffen. Die Zeitung „Corriere dello Sport“ war im Anschluss an die Auslosung dennoch um Zuversicht bemüht: „Ibrahimovic und Belgien – aber Italien ist bereit.“ Auch Nationaltrainer Antonio Conte gab sich selbstbewusst: „Ich treffe lieber gleich auf die Stärksten.“

Schoss Schweden in den Playoffs gegen Dänemark zur EM und will dort nun wie schon 2004 Italien ärgern: Zlatan Ibrahimovic. (Foto: Imago)

 

Keine einfachen Aufgaben bescherte die Auslosung den Mitgliedern der Gruppe D, in der Titelverteidiger Spanien auf Kroatien, Tschechien und die Türkei trifft. Der Respekt ist groß: „Ich weiß nicht, ob es eine Todesgruppe ist, aber wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass es uns einige Gegner Probleme bereitet haben“, sagte Spaniens Nationaltrainer Vicente Del Bosque. Mit den EM-Endrunden 2008 und 2012 holten sich die Iberer bekanntlich die letzten beiden kontinentalen Titel, scheiterten dann aber als Titelverteidiger recht jämmerlich bei der WM 2014 in Brasilien. Als weniger spektakulär wird die Gruppe F eingestuft, in der Portugal als klarer Favorit in die Spiele gegen die allerdings wiedererstarkten Österreicher, Ungarn und Island geht. Fest steht: Mehr als vier Monate vor dem Eröffnungsspiel hat die heiße Phase der EM-Vorbereitung begonnen. Verletzungen und Formkrisen können sich die Spieler, die die Trainer für ihre 23-köpfigen Kader in den Fokus genommen haben, kaum noch leisten. Ende März steht noch ein Doppelspieltag für die Nationalmannschaften zum Testen an, dann fallen die Entscheidungen in den Klubwettbewerben. Danach findet die größte Europameisterschaft seit ihrer Einführung im Jahr 1960 statt.