Produkte für PKW / Van / 4x4

New content item

Handballer sind neues Vorbild der Weltmeister

UEFA Euro 2016

 Votes Print
 
03/02/2016
 

Bundestrainer Joachim Löw hofft wie seine Stars Thomas Müller und Sami Khedira bei der Europameisterschaft 2016 auf einen ähnlichen Teamgeist wie beim Gewinn der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren. Die abschließenden Tests gegen die Slowakei und gegen Ungarn sollen viele Kinder und Familien in die Stadien locken.

Ein weiteres kleines Rätsel vor dem EM-Start ist gelöst: Im vorletzten Testspiel vor der EM-Endrunde (10. Juni bis 10. Juli) in Frankreich trifft Deutschland in Augsburg auf die Slowakei. Nach der Bekanntgabe des Gegners ist vor dem Start ins Turnier bloß noch ein Geheimnis zu lüften: Welche Spieler Joachim Löw bis zum Stichtag am 31. Mai für die am 10. Juni beginnende EM nominiert.

Nach der holprigen EM-Qualifikation will Thomas Müller mit dem DFB-Team in Frankreich wieder glänzen. (Foto: Imago)

 

Nach den Tests gegen England (26. März/Berlin) und Italien (29. März/München) stehen unmittelbar vor dem Abflug am 7. Juni von Frankfurt am Main ins EM-Quartier nach Evian-les-Bains noch zwei Partien vor wahrscheinlich enthusiastischem Publikum an. Sowohl das Spiel gegen die Slowakei in Augsburg (29.Mai/17.45 Uhr) als auch das Duell mit Ungarn in Gelsenkirchen (4. Juni/18 Uhr) werden viele Kinder und Jugendliche anlocken, die ihre Idole stimmungsvoll nach Frankreich verabschieden wollen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die frühen Anstoßzeiten bewusst gewählt, nachdem der Weltmeister in der EM-Qualifikation nicht überall für volle Stadien gesorgt hatte.

Neuer Claim des deutschen Teams: „Vive la Mannschaft“

Vize-Präsident Reinhard Rauball (69) war die Terminierung auf eine Anstoßzeit, die nicht am späten Abend lag, besonders wichtig: „Mit der Festlegung der beiden Begegnungen steht das Vorbereitungsprogramm der Nationalmannschaft. Besonders freut uns, dass es durch die frühen Ansetzungen gelungen ist, nicht nur für die Mannschaft von Joachim Löw gute Rahmenbedingungen zu schaffen, sondern auch auf unsere Fans einzugehen. Mit den Anstoßzeiten am frühen Abend möchten wir deutlich zeigen, wie wichtig uns die Familien, Kinder und Jugendlichen im Stadion sind."

Neue Kleider, alte Philosphie: Die mannschaftliche Geschlossenheit soll auch in Frankreich zur großen deutschen Stärke werden. (Foto: Imago)

 

Die Partie in Augsburg ist zudem als Benefizspiel deklariert. Veranstalter ist damit die DFB-Stiftung Egidius Braun, die Erträge aus Vermarktung und Ticketing werden anteilig an die DFB-Stiftungen und die Bundesliga-Stiftung gehen. Die Robert-Enke-Stiftung und die Fritz-Walter-Stiftung erhalten ebenfalls finanzielle Zuwendungen. Die Begegnung mit der Slowakei wird das erste Länderspiel in Augsburg seit 31 Jahren – und das erste in der 2009 eröffneten Arena, in der der FC Augsburg seine Spiele austrägt und Begegnungen bei der Frauen-WM 2011 stattfanden. Das bislang letzte Spiel der Nationalmannschaft in der Fuggerstadt fand am 17. April 1985 anlässlich der 2000-Jahrfeier Augsburgs statt. Im damaligen Rosenstadion gewann Deutschland 4:1 gegen Bulgarien.

Natürlich stehen die Duelle mit der Slowakei und Ungarn aber nicht bloß im Zeichen sozialer Aktionen. Nationaltrainer Löw (56) will die Tests nutzen, um vor dem deutschen EM-Start am 12. Juni gegen die Ukraine letzte Erkenntnisse zu sammeln. Mit dem Claim „Vive la Mannschaft“ wird auf den hervorragenden Zusammenhalt während der WM 2014 verwiesen – der das DFB-Team auch in Frankreich beflügeln soll. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff (47) kann den Turnierbeginn kaum erwarten: „Es kribbelt stark. Die Handballer haben uns vorgemacht, was man mit Teamgeist erreichen kann. Wir haben riesiges Potenzial, ich bin sehr zuversichtlich.“

Will nach dem EM-Titel als Spieler auch als Manager Europameister werden: Oliver Bierhoff freut sich auf Frankreich. (Foto: Imago)

 

Teamgeist soll in der EM-Vorbereitung noch besser werden

Löw setzt auf die Prozesse in der gemeinsamen Vorbereitung und hofft ebenfalls auf den nächsten Titel: „Ich weiß schon auch, dass ich meiner Mannschaft vertrauen kann, wenn es in so ein Turnier geht, wenn die Konzentration auf so ein Turnier vorhanden ist und wenn wir mal ein paar Wochen zusammen sind. Dann wächst die Mannschaft zusammen, dann entsteht auch ein ganz guter Teamgeist. Von daher: Wir freuen uns, wir zählen zu den Favoriten, das können wir auch nicht wegdiskutieren – aber die Rolle nehmen wir auch an.“ Auch für Thomas Müller (26) führt der Weg zur nächsten Trophäe nur über den Zusammenhalt: „Natürlich braucht die Mannschaft auch gute Einzelspieler, aber es geht um die Zusammengehörigkeit. Das war auch unser Credo beim Titelgewinn in Brasilien. Das wollen wir natürlich mit in die Europameisterschaft nehmen.“

Sami Khedira hofft auf einen Turnierverlauf wie bei der WM 2014 - fordert aber eine Leistungssteigerung gegenüber den Spielen seit dem Triumph in Rio. (Foto: Getty Images)

 

Allerdings ist allen Beteiligten klar, dass ein guter Teamgeist ohne die entsprechende sportliche Top-Form nicht für den vierten EM-Titelgewinn nach 1972, 1980 und 1996 reichen wird. Sami Khedira erwartet für den amtierenden Weltmeister einen noch höheren Druck als bei den vorangegangenen Turnieren. Ob der DFB erstmals im Anschluss an den WM-Titel auch den EM-Titel holen kann, macht der Mittelfeldspieler von Juventus Turin von einer deutlichen Steigerung im Vergleich zur Qualifikation abhängig. „Ausgeschlossen ist das nicht. Auch wenn es ein hartes Stück Arbeit wird. Aber wenn wir ehrlich sind, hätten wir in unserer aktuellen Verfassung keine Chance. Dafür waren die Leistungen in den vergangenen Monaten nicht gut genug. Ich denke, das ist jedem von uns bewusst. Jeder weiß, dass wir alle noch eine Schippe drauflegen müssen, wenn wir bei der EM um den Titel mitspielen wollen. Wir müssen auf und neben dem Platz wieder eine geschlossene Einheit sein. Wenn uns das gelingt, wovon ich total überzeugt bin, sind wir nur schwer zu schlagen. Dann sind wir im Rennen um den Titel definitiv dabei“, sagte der 28-Jährige der Zeitung „Die Welt“. Und weiter: „Was wir bei der EM auf keinen Fall gebrauchen können, sind Spieler, die nur an sich denken. Mit 23 Egoisten holst du keinen Titel.“


Programm des DFB-Teams inklusive der EM-Gruppenspiele:


22. März, Dienstag: 

Treffpunkt in Berlin

26. März, Samstag:

Testländerspiel: Deutschland – England in Berlin, Anstoß 20:45 Uhr

29. März, Dienstag:

Testländerspiel: Deutschland – Italien in München, Anstoß 20:45 Uhr

23. Mai (Montag) bis 3. Juni (Freitag):

Trainingslager in Ascona (Tessin/Schweiz)

29. Mai, Sonntag:

Testländerspiel: Deutschland - Slowakei in Augsburg, Anstoß 17.45 Uhr

4. Juni, Samstag:

Deutschland - Ungarn in Gelsenkirchen, Anstoß 18.00 Uhr

ab 7. Juni (Dienstag)

Bezug des Teamquartiers für die EM in Evian-les-Bains (Genfer See/Frankreich)

12. Juni, Sonntag:

EM-Gruppenspiel: Deutschland – Ukraine in Lille, Anstoß 21:00 Uhr

16. Juni, Donnerstag:

EM-Gruppenspiel: Deutschland – Polen in Saint-Denis, Anstoß 21:00 Uhr

21. Juni, Dienstag:

EM-Gruppenspiel: Nordirland – Deutschland in Paris, Anstoß 18:00 Uhr


Das Achtelfinale beginnt am 25. Juni, das Viertelfinale am 30. Juni, das Halbfinale am 6. Juli, das Endspiel findet am 10. Juli statt.