Produkte für PKW / Van / 4x4

New content item

Teil 2: Die EM erobert Europa

UEFA Euro 2016

 Votes Print
 
08/03/2016
 

Nachdem die Europameisterschaft mit den „Europapokal-Wettbewerben der Länder“ 1960 und 1964 aus der Taufe gehoben war, bekam sie bei ihrer dritten Auflage einen offiziellen Anstrich. 31 Länder meldeten ihre Teilnahme für die Europameisterschaft 1968 an, nachdem es beim ersten Durchgang lediglich 17, beim zweiten immerhin schon 28 gewesen waren. Alle großen Fußball-Länder waren nun dabei, auch Deutschland ging zum ersten Mal an den Start. Zuvor war der Wettbewerb bis einschließlich der Viertelfinalspiele im K.o.-Modus wie im Europapokal der Vereine mit Hin- und Rückspielen ausgetragen worden. Für die EM 1968 wurden erstmals Qualifikationsgruppen gebildet. Die Sieger der acht Gruppen zogen in das Viertelfinale ein.


England dominiert Briten-Meisterschaft, Los hilft Italien

Als die Ausscheidungsspiele im Herbst 1966 aufgenommen wurden, gab es einige Besonderheiten: Die britischen Verbände England, Schottland, Wales und Nordirland bildeten die Gruppe 8. England ging vor Schottland (8:4) als Sieger dieser „Briten-Meisterschaft“ hervor. Neben sieben Gruppen mit je vier Teams gab es eine Gruppe mit drei Mannschaften. In der Gruppe 4 trafen Jugoslawien, Deutschland und Albanien aufeinander. Die Deutschen, damals Vize-Weltmeister, verpassten nach einem 0:0 in Albanien den Viertelfinal-Einzug.

In den Viertelfinals qualifizierten sich Jugoslawien, Weltmeister England, die UdSSR und Italien für die Endrunde in Italien vom 5. bis 10. Juni 1968. Die Italiener, zwei Jahre zuvor bei der WM in England kläglich nach einer Niederlage gegen Nordkorea gescheitert, benötigten einen Losentscheid im Halbfinale gegen die UdSSR (nach einem 0:0 nach Verlängerung) und zwei Endspiele gegen Jugoslawien mit insgesamt 210 Spielminuten, um sich den EM-Titel 1968 zu sichern. 


Deutschland sammelt die ersten Titel

Franz Beckenbauer (links) und Günter Netzer, die Kapitäne des FC Bayern München und von Borussia Mönchengladbach, nach dem deutschen EM-Sieg 1972 in Brüssel. (Foto: Imago)

 

Der Wettbewerbsmodus wurde auch 1972 und 1976 beibehalten, die Qualifikationsrunden wurden aber ausgedehnt. Ins Rennen zu den beiden Endrunden gingen jeweils 32 Mannschaften (acht Gruppen mit je vier Teams), die britischen Verbände waren nun auf verschiedene Gruppen verteilt. In den Spielen zwischen Oktober 1970 und Mai 1972 schafften Ungarn, Deutschland, Belgien und die UdSSR den Sprung in die Entscheidungsspiele, die vom 14. bis 18. Juni 1972 in Belgien ausgetragen wurden. Eine überragend aufspielende deutsche Elf holte in Brüssel den Titel nach einem 3:0 gegen die Sowjetunion.

Anton Ondrus, der Kapitän der Tschechoslowakei im deutschen Trikot, mit dem EM-Pokal nach dem Sieg im Finale in Belgrad gegen Deutschland durch Elfmeterschießen. (Foto: Imago)

 

1976 überstanden die Tschechoslowakei, die Niederlande, die Bundesrepublik Deutschland und Jugoslawien die Qualifikation und die Viertelfinal-Partien und sicherten sich die Teilnahme an der nach Jugoslawien vergebenen Endrunde. Der Gastgeber unterlag nach einem 2:0 zur Halbzeit nach Verlängerung mit 2:4 gegen das deutsche Team, das im Finale als Titelverteidiger auf die CSSR traf. Erstmals wurde ein Endspiel nach Verlängerung (2:2) durch ein Elfmeterschießen entschieden, was damals eine Neuheit war. Die CSSR siegte und sorgte so beim fünften Turnier für den fünften verschiedenen Titelträger.

 


 

Die EM-Endrunde wird erwachsen

Vor 1980 wurde ein Einschnitt und eine Erweiterung vollzogen: Die Europameisterschaft wurde langsam erwachsen. Vorher war die EM-Endrunde verglichen mit der WM ein kleines Turnier gewesen. Nun nahmen acht Teilnehmer an der Endrunde teil, die zudem mit längeren zeitlichen Vorlauf vergeben wurde. Das Team des Gastgeberlandes war automatisch für die Endrunde qualifiziert. 31 Mannschaften meldeten sich für die Qualifikation und wurden auf sieben Gruppen verteilt, die Sieger nahmen an der Endrunde teil. Es waren England, Belgien und Spanien, die mit Gastgeber Italien die Gruppe 1 bildeten, sowie die Niederlande, die Tschechoslowakei, Griechenland und Deutschland, die in der Gruppe 2 aufeinandertrafen. Die Gruppensieger erreichten das Finale. Die meisten Spiele waren taktisch geprägt, guter Fußball blieb eine Seltenheit – eine Erfahrung, die in dieser Zeit auch bei der Weltmeisterschaft gesammelt wurde, denn auch dort führten damals Gruppenspiele und keine K.o.-Begegnungen mehr in das Endspiel. Deutschland holte als erstes Land durch ein 2:1 gegen Belgien den EM-Titel zum zweiten Mal.


Die französische Nationalmannschaft nach ihrem Sieg im EM-Endspiel 1984 in Paris. Die Spieler umringen ihren Trainer Michel Hidalgo, rechts neben ihm steht Michel Platini. (Foto: Imago)

 

1984, 1988 und 1992 wurde die Europameisterschaft im gleichen Modus durchgeführt. Nach den Gruppenspielen wurden bei den Endrunden Halbfinalspiele – überkreuz zwischen den beiden Erst- und Zweitplatzierten – ausgetragen. In Frankreich fand 1984 eine glänzende EM statt, mit den französischen Siegern und deren Superstar Michel Platini, die zum dritten Mal nach 1964 und 1968 für einen Gastgeber-Erfolg bei der Endrunde sorgten. 1988 gab es in Deutschland mit dem Team der Niederlande wieder einen neuen Europameister, 1992 in Schweden setzte sich diese Serie fort mit dem Überraschungssieg von Dänemark.