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England jubelt - Italiens historische Lektion

UEFA Euro 2016

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31/03/2016
 

Rund zehn Wochen vor der EM-Endrunde in Frankreich zeigte sich der Gastgeber mit zwei Siegen in blendender Form. Deutschlands Gruppengegner Nordirland ist mittlerweile seit zehn Spielen ungeschlagen, Englands Kontrahent Wales konnte keinen Erfolg verzeichnen. Auch für Österreich und die Schweiz verliefen die Tests wechselhaft.

(Foto: Imago)

Großer Jubel in einem großen Spiel: Vorbereiter Thomas Müller (l.) feiert mit dem Torschützen Mario Götze. (Foto: Imago)

 

Bei den Länderspielen rund um das Oster-Fest stand der Weltmeister im Fokus. Die deutsche Mannschaft lieferte zwei spektakuläre Partien gegen die Erzrivalen England und Italien ab – überzeugte allerdings nur beim historischen 4:1 Erfolg gegen das Azzurri-Team in München, dem ersten Erfolg gegen den Erzrivalen seit 21 Jahren. „Deutschkurs für ein Italien ohne Stolz und Würde“, titelte „Corriere dello Sport“ und „Tuttosport“ bilanzierte: „Der Himmel von München scheint über Italien eingestürzt zu sein. 90 Alptraum-Minuten, Test gescheitert.“


Auf solche Schlagzeilen hatte aus deutscher Sicht nach dem vorangegangenen 2:3 gegen England nicht viel hingedeutet. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw hatte in Berlin trotz der zwischenzeitlichen 2:0-Führung ein ernüchterndes 2:3 gegen die Three Lions hinnehmen müssen und im Anschluss deutliche Kritik eingesteckt. In England hingegen herrschte Begeisterung, nachdem das beste Team der Qualifikation den Rückstand mitreißend in einen Sieg umgewandelt hatten. Die Zuversicht, nach dem schwachen Abschneiden bei der WM 2014 eine erfolgreiche Europameisterschaft 2016 zu bestreiten, wuchs nach den Treffern von Harry Kane (61.), dem neuen National-Liebling Jamie Vardy (74.) und Eric Dier (90.+1) schlagartig.

 

Hodgson: „Nahe an der besten Leistung meiner Amtszeit“

„Das war nahe dran sein an der besten Leistung meiner Amtszeit“, freute sich Trainer Roy Hodgson, der das Team seit Mai 2012 betreut. „Wir haben großartig gespielt, wir hatten viele Chancen und hätten noch mehr Tore erzielen können“, sagte Kane. „Roy‘s Löwen brüllen zurück“, titelte die Zeitung „The Sun“. Und „The Telegraph“ würdigte den wirklich starken Auftritt gegen eine deutsche Mannschaft, in der Löw einige personellen Experimente in der Abwehr vorgenommen hatte: „Eine glorreiche Nacht für ein mutiges, wiederauflebendes Team von Hodgson und zweifellos die größte Stunde in den vergangenen vier Jahren.“


Die Engländer bestätigten den guten Eindruck aus der EM-Qualifikation, in der sie zehn Siege in zehn Spielen errungen hatten. Im Gegensatz aber zu den Deutschen, die durch die Gala gegen Italien wieder zurück in die Spur fanden, gerieten die Engländer im Anschluss aus der Bahn: Im heimischen Wembleystadion setzte es gegen die nicht für das Turnier in Frankreich qualifizierte Niederlande nach einer 1:0-Führung noch eine 1:2-Pleite.

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Kunststück des Fan-Lieblings: Jamie Vardy (r.) trifft für England spektakulär per Hacke gegen Deutschland. (Foto: Imago)

 

Die Gruppengegner der beiden großen Fußballnationen bei der vom 10. Juni bis 10. Juli stattfindenden EM-Endrunde testeten ebenfalls – und zwar mehrfach gegeneinander: Wales, Kontrahent der Engländer in Gruppe B nahm es mit zwei Teams der deutschen Gruppe C auf: In der Ukraine unterlag das Team 0:1, gegen Nordirland erreichte Wales ein 1:1. Die Nordiren, dritter Vorrundengegner der Deutschen in Frankreich, freuten sich über einen gelungenen Testspiel-Doppelpack. Da am Ostermontag auch ein 1:0 gegen die Slowakei – ebenfalls aus Englands EM-Gruppe B – gelang, ist das Nationalteam mittlerweile seit zehn Spielen ungeschlagen und stellte so einen Rekord auf. Selbstvertrauen wird die Mannschaft von Trainer Michael O'Neill auch benötigen. Neben Deutschland und der Ukraine wird auch Polen ein harter Prüfstein: Das Team um Top-Stürmer Robert Lewandowski besiegte Serbien 1:0 und Finnland 5:0.

Frankreich bezwingt Niederlande und Russland

Zweieinhalb Monate vor dem Start in die EM zeigte sich auch Gastgeber Frankreich mit zwei Siegen in bestechender Form. Zunächst gelang gegen den WM-Dritten Niederlande in Amsterdam ein 3:2-Erfolg. Rund um das Spiel wurde der am Vortag verstorbenen niederländischen Fußball-Ikone Johan Cruyff gedacht. Mit Emotionen war auch die zweite Partie der Franzosen verbunden, da die Equipe Tricolore am Dienstag nach Ostern erstmals ein Heimspiel in St. Denis nach den furchtbaren Terroranschlägen in Paris am 13. November austrug. Der EURO-Gastgeber bezwang Englands Endrundengegner Russland 4:2. Die Schweiz, wie Frankreich in Gruppe A, blieb hingegen sieglos: Auf das 0:1 in Irland folgte ein 0:2 gegen Bosnien-Herzegowina.

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Glücklos im Abschluss: Die Schweiz um Frankfurts Stürmer Haris Seferovic (Mitte) geht in Irland leer aus und verliert 0:1. (Foto: Imago)

 

Auch der Titelverteidiger präsentierte sich noch nicht in EM-Form. Spanien, der Europameister der vergangenen beiden Turniere, erreichte in der Neuauflage des EM-Finals von 2012 bloß ein 1:1 in Italien. Auch beim Endrunden-Teilnehmer Rumänien lief es nicht besser, Spanien (Gruppe D) kam über ein 0:0 nicht hinaus.

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Gestürzt – aber wieder aufgestanden: Spaniens Trainer Vicente del Bosque im Spiel gegen Italien. (Foto: Imago)

 

Portugal siegt gegen Belgien

Die Top-Mannschaften der Gruppen E und F, Belgien und Portugal, trafen im direkten Duell aufeinander – mit dem besseren Ende für Portugal: Gegen den Weltranglistenersten gelang auch dank eines Treffers von Cristiano Ronaldo ein 2:1-Erfolg im aufgrund der Terroranschläge in Brüssel von der belgischen Hauptstadt nach Leiria verlegten Testspiels. Da es zuvor aber eine 0:1-Pleite gegen Bulgarien gesetzt hatte, konnten die Portugiesen nicht vollends zufrieden auf die beiden Tests zurückblicken. Ähnlich erging es dem EM-Gruppen-Rivalen Österreich: Dem 2:1 gegen Albanien folgte eine unglückliche 1:2-Niederlage gegen die Türkei. Angreifer Marko Arnautović von Stoke City blickt dennoch optimistisch auf das Turnier: „Unser Selbstvertrauen ist nicht kleiner geworden. Wenn eine Mannschaft hierherkommt und uns kaputt spielt, dann müssen wir uns etwas überlegen. Aber das hat noch keiner gemacht."