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10 kuriose EM-Spiele

UEFA Euro 2016

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20/04/2016
 

Ein ganz besonderer Hattrick, sintflutartige Regenfälle, Nervenflattern am Elfmeterpunkt – die Europameisterschaft schafft magische Fußballmomente. ContiSoccerWorld erinnert an zehn denkwürdige Spiele der EM-Geschichte.


14 verrückte "Nati"-Minuten

2015 – Schweiz vs. Slowenien 3:2

Die Ausgangslage vor dem EM-Qualifikationsspiel zwischen der Schweiz und Slowenien war klar: Gewinnen die Schweizer mit zwei Toren Abstand, sind sie bei der EURO 2016 dabei. Doch der Spielverlauf ließ zunächst alle Hoffnungen verblassen. Zwar erspielte sich die „Nati“, wie man in der Schweiz sagt, mehr Spielanteile, doch die Tore schossen die Slowenen. Nach 48 Minuten stand es 0:2. Dann aber kamen Breel Embolo, Josip Drmic und Valentin Stocker ins Spiel. In der 80. Minute sorgte eine sehenswerte Co-Produktion des Trios für den Anschlusstreffer durch Drmic. Stocker konnte nur vier Minuten später den Ausgleich erzielen und Sekunden vor dem Schlusspfiff war es dann wieder Drmic, der die Schweizer mit seinem Abstauber (94.) in den Freudentaumel stürzte. Die laut Schweizer Presse „vierzehn verrücktesten Minuten der Nati-Geschichte“ sicherten der Elf den zweiten Platz und später den direkten Einzug in die EM-Endrunde 2016.


Hattrick der besonderen Art

2014 – Italien vs. Aserbaidschan 2:1

Die zweite Qualifikations-Begegnung für Italien gegen Aserbaidschan zur EURO 2016 war das Spiel des Giorgio Chiellini. Stand er bei der WM 2014 noch als "Bissopfer" von Luiz Suarez aus Uruguay im Fokus, sollten es dieses Mal Tore sein, die für Gesprächsstoff sorgen. Die Italiener hatten nach dem WM-Vorrunden-Aus einiges gut zu machen. Es war jedoch ein zähes Spiel gegen die Mannschaft von Berti Vogts. Kurz vor der Pause erzielte Abwehrspieler Chiellini (44.) dann den Führungstreffer per Kopf. In der 76. musste Italien den Ausgleich hinnehmen – durch ein Eigentor Chiellinis. Doch dann war es abermals der Verteidiger, der den Ausgleich egalisierte und mit einem Kopfball zum 2:1-Siegtreffer traf (82.). Was für eine Show von Chiellini. Mehr Tore in einem Spiel erzielte der Italiener noch nie.

Der Italiener Giogio Chiellini jubelt über seinen Hattrick – beziehungsweise über zwei seiner drei Tore… Foto: dpa

 

Nasse Füße nach 257 Sekunden

2012 – Ukraine vs. Frankreich 0:2

Die Vorrunden-Partie der EURO 2012 zwischen Co-Gastgeber Ukraine und Frankreich wurde bereits nach 4 Minuten und 17 Sekunden wieder abgepfiffen. Der Grund war ein sintflutartiger Wolkenbruch, welcher kurz vor Spielbeginn eingesetzt hatte und in den ersten Minuten des Spiels stetig schlimmer wurde. Blitz und Donner ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten. Es war eine surreale Atmosphäre im Stadion in Donezk. Nachdem schon der Großteil der Fans Zuflucht unter den Dächern des Stadions gesucht hatte, entschied sich auch Schiedsrichter Björn Kuipers fürs Trockene. Lange war unklar, ob die Partie fortgesetzt werden kann. Erst eine Stunde später entschied sich Kuipers für den Wiederanpfiff und 90 Minuten später feierte Frankreich einen ungefährdeten 2:0-Sieg. Für das Team von Laurent Blanc war es der erste Erfolg bei einem Turnier nach 2172 Tagen.

Auch die Medienvertreter mussten vor den sintflutartigen Regenfällen beim Spiel Ukraine gegen Frankreich 2012 fliehen. Foto: dpa

 

Ein Foul fürs Lehrbuch

2004 – Portugal vs. England 8:7 (i.E.)

Eines der denkwürdigsten Spiele der EM-Geschichte war dieses Viertelfinale zwischen Gastgeber Portugal und England: 1:1 nach 90 Minuten, 2:2 nach 120 Minuten, dann Elfmeterschießen. Nachdem Portugals Keeper Ricardo in die Psycho-Trickkiste griff und sich seine Torwarthandschuhe auszog, verschoss Darius Vassel. Ricardo selbst verwandelte den nächsten Elfer und sicherte Portugal das Halbfinale. Nachhaltig in Erinnerung bleibt die 89. Minute: Nach einem Freistoß für England erzielte Sol Campbell das vermeintliche Siegtor für England, doch der Schiedsrichter Urs Meier sah ein Foul am Torwart durch John Terry und verweigerte den Engländern das Tor. Es folgten heftige Proteste der Spieler. Nach dem Spiel sah sich Meier einer Hetzjagd durch englische Medien ausgesetzt, auch wenn die Kamerabilder Meiers Entscheidung bekräftigten. Kurios: Heute steht die Szene im Lehrbuch für Schiedsrichter als Beispiel für versteckte Fouls.


Figos feiner Fuß

2000 – Portugal vs. England 3:2

Das Vorrunden-Spiel zwischen England und Portugal bei der EM in Belgien und den Niederlanden wurde zu einem Augenschmaus für den neutralen Zuschauer. Schon früh (3./17.) sicherten sich die Engländer eine 2:0-Führung und wähnten sich auf der Siegerstraße. So zogen sie sich weit in die eigene Hälfte zurück. Dann kam in der 22. Minute Luis Figo, Europas Fußballer des Jahres 2000 und im Jahr darauf Weltfußballer des Jahres, der mit einem wunderschönen Weitschuss-Hammer in den Winkel Portugals Aufholjagd einleitete. Noch vor der Pause gelang den Portugiesen durch Joao Pinto (37.) der Ausgleich. Ein schöner Pass von Rui Costa und die Direktabnahme von Nuno Gomez sorgten schließlich für den Siegtreffer. Eine grandiose Aufholjagd mit besonders schönen Toren.


Brügge sehen und siegen

2000 – Jugoslawien vs. Spanien 3:4

Aus der Kategorie „spektakuläre Aufholjagden“ stammt auch das EM-Vorrundenspiel in Brügge von Jugoslawien gegen Spanien. Die Spanier konnten schon fast alle Hoffnungen auf das Viertelfinale begraben, als Jugoslawien nach einem grandiosen offenen Schlagabtausch das 3:2 erzielte (75.). Bis zur 90. Minute gelang den Spaniern nichts Zählbares mehr, doch dann bekamen sie einen Foulelfmeter zugesprochen, den Gaizka Mendieta verwandelte und dem Team neuen Mut gab. Alfonso Pérez wurde nur drei Minuten später zum Held des Abends, als er mit seinem platzierten Volley-Schuss das Spiel entschied und Spanien ins Viertelfinale schoss. Mehr Aufholjagd geht nicht!


Perfekte Gastgeber

2000 – Italien vs. Niederlande 3:1 (i.E.)

Als der deutsche Schiedsrichter Markus Merk bei der EM in Belgien und denn Niederlanden in Amsterdam nach 120 Minuten zur Pfeife griff, gab es noch keine Tore im Halbfinale zwischen Italien und den Niederlanden zu sehen. Doch an Spannung hatte es nicht gefehlt. Schon in der 36. Minute wurde der Italiener Gianluca Zambrotta des Feldes verwiesen, Italien spielte nur noch zu zehnt. Die Niederländer drängten auf das Tor und hätten schon längst alles klar machen können, doch Frank de Boer und Patrick Kluivert scheiterten beide vom Punkt, nachdem Merk bereits zwei Mal im Spiel auf Foulelfmeter gepfiffen hatte. Auch zahlreiche Gastgeber-Großchancen reichten lediglich zu einem Pfostenschuss. Im Elfmeterschießen versagten dem Team in Orange dann komplett die Nerven, nur ein Elfer konnte verwandelt werden. Francesco Toldo parierte den entscheidenden Schuss von Paul Bosvelt – und der holländische Traum vom EM-Titel im eigenen Land war geplatzt.


Urlauber besiegen Weltmeister

1992 – Dänemark vs. Deutschland 2:0

„We are red, we are white, we are danish dynamite“ – der dänische Schlachtruf bestimmte das EM-Turnier 1992 in Schweden. Eigentlich hatte sich das Team nicht für die EM qualifiziert, doch da Jugoslawien aufgrund des Balkan-Krieges von der Uefa vom Turnier ausgeschlossen wurde, rückten sie als Gruppenzweiter nach. Die Spieler wurden von der Nachnominierung im Urlaub überrascht. Zwei Wochen Vorbereitungszeit mussten reichen. Und wie! Die Vorrunde wurde als Gruppenzweiter vor Frankreich und England überstanden, und im Halbfinale mussten dann die Niederlande dran glauben. Dann aber kam der Weltmeister. Im Finale. Doch hatte der Außenseiter Selbstvertrauen getankt. Deutschland spielte, scheiterte aber am Abwehrbollwerk rund um Torwart Peter Schmeichel. Die Dänen waren eiskalt, nutzten ihre wenigen Torchancen und gewannen 2:0. Sie sorgten somit für den bisher einzigen EM-Titel und die Deklassierung des amtierenden Weltmeisters.

Die dänischen Fans können es kaum glauben: Sie sind Europameister geworden. Obwohl sie eigentlich gar nicht qualifiziert waren. Foto: dpa / Sportreport

 

Mein Name ist Müller. Dieter Müller

1976 – Jugoslawien vs. Deutschland 2:4 (n.V)

Im Halbfinale zwischen Deutschland und Gastgeber Jugoslawien in Belgrad entwickelte sich unter dem Ansporn des frenetischen Publikums ein fulminantes Spiel. Die angriffsstarken Jugoslawen spielten befreit auf und führten schon nach 30 Minuten 2:0. Lange sah es danach aus, als würde Deutschland in diesem Spiel untergehen, doch nach der Halbzeit präsentierte sich die Elf deutlich aggressiver und kam in der 64. Minute zum Anschlusstreffer. In der 79. Minute kam Dieter Müller ins Spiel und zu seinem ersten Auftritt im Nationalmannschafts-Trikot. Er sprintete direkt in den Strafraum des Gegners und erwartete die folgende Ecke, die er mit seinem ersten Ballkontakt zum rettenden 2:2 verwertete. In der Verlängerung konnten die Jugoslawen nicht mehr dagegen halten und in der 115. wie auch der 119. Minute legte Dieter Müller nach und schoss Deutschland ins Finale. Was für ein Debüt!


Neun Tore für die Ewigkeit

1960 – Frankreich vs. Jugoslawien 4:5

Unter dem Titel "Europapokal der Nationen" fand 1960 die erste offizielle Europameisterschaft statt. Das Halbfinale zwischen Gastgeber Frankreich und Jugoslawien im Parc de Princes in Paris bot den knapp 26.000 Fans ein EM-Spiel der Extra-Klasse. Lange sahen die Franzosen wie der sichere Sieger aus. Nachdem Francois Heutte in der 62. Minute das 4:2 für die Hausherren erzielte, schien das Finale zum Greifen nahe. Wäre da nicht Drazan Jerkovic gewesen. Als Tomislav Knez in der 75. Minute auf 4:3 verkürzte, ging ein Ruck durch die Mannschaft. Jerkovic wurde der Held des Abends. Innerhalb von nur zwei Minuten (77./78.) schnürte der Stürmer einen Doppelpack und schoss Jugoslawien ins Finale. Neun Tore in einem Spiel – mehr Tore gab es bei einer Europameisterschaft bis heute nicht.