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Stoßgebet von Löw: Bitte keine Verletzungen

UEFA Euro 2016

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25/04/2016
 

Für den Trainer- und Mitarbeiterstab von Joachim Löw hat der Countdown auf die UEFA Europameisterschaft schon längst begonnen. Am 17. Mai wird der Bundestrainer seinen Kader für das Turnier in Frankreich bekanntgeben. Bis dahin sorgt sich der Weltmeister-Coach darum, dass nicht noch mehr wichtige Spieler verletzt werden. 

Im WM-Trainingslager 2014 in Südtirol schaffte es Sami Khedira (Mitte) mit Hilfe von Fitnesscoach Shad Forsythe (links) und Joachim Löw, eine Verletzung zu überwinden. (Foto: Imago)

 

Am 17. Mai will Löw in Berlin seinen vorläufigen EM-Kader bekanntgeben. Wahrscheinlich wird der Cheftrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wie zuletzt vor großen Turnieren mehr als die 23 Spieler nominieren. Dann würde er erst nach dem Beginn des EM-Trainingslagers am 23. Mai in Ascona in der Schweiz erst die Entscheidung treffen, wie das endgültige Aufgebot für Frankreich personell bestückt sein wird. Am 30. Mai muss die Meldung über Löws 23 Auserwählte bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vorliegen.


Der Bundestrainer blickt mit berechtigter Sorge auf den Endspurt der nationalen und internationalen Vereinssaison. Weitere Verletzte kann er nicht gebrauchen, denn es gehen schon etliche seiner Kandidaten, die für einen festen Platz vorgesehen waren, am Stock. „Im Moment sind die Nachrichten, die ich bekomme, nicht unbedingt erfreulich. Bastian Schweinsteiger, Julian Draxler, Emre Can, Jerome Boateng, Bennie Höwedes - das sind schon fünf Spieler, die eine wichtige Rolle spielen können bei der EM“, sagte Löw Mitte April. „Sie sind alle verletzt und spielen jetzt eine Zeit lang nicht. Das bereitet mir ein bisschen Sorgen“, erklärte der Bundestrainer. Am 23. April erhielt er dann wenigstens eine gute Nachricht. 

Drei Sorgenkinder von Joachim Löw: Die Hoffnungen bei Benedikt Höwedes (links) und Jerome Boateng auf einen EM-Start sind größer als bei Bastian Schweinsteiger (Mitte). (Foto: Imago)

 

Nach 127 Tagen war Benedikt Höwedes aufs Spielfeld zurückgekehrt, allerdings beim 2:3 seines FC Schalke 04 gegen Bayer Leverkusen zunächst nur für drei Minuten. „Es war eigentlich nicht mein Plan, schon gegen Leverkusen zu spielen“, sagte der 28-Jährige, der sich im Winter-Trainingslager der Gelsenkirchener einen Muskelfaserriss und eine Schädigung der Bizepssehne im Oberschenkel zugezogen hatte. Immerhin gibt der Kurzeinsatz ihm und auch Löw neue Hoffnung. Vor zwei Jahren hatte Höwedes ähnliches Verletzungspech, kehrte er nach einem Muskelbündelriss erst am letzten Bundesliga-Spieltag zurück und spielte dann beim WM-Triumph in Brasilien jede Minute. Der Schalker Kapitän könnte helfen, das noch bestehende Abwehrproblem der deutschen Mannschaft zu beheben.


Schweinsteiger und Draxler fraglich - Boateng vor Rückkehr

Bei anderen Spielern dauert es aber noch, dass sie fit werden. Die schlechtere Variante, dass es einige nicht schaffen, wird aber mit Sicherheit auch eintreten. Emre Can muss beim FC Liverpool mit einem Bänderriss im Sprunggelenk wohl noch bis tief in den Mai pausieren. Die EM-Teilnahme des Ex-Leverkuseners und Ex-Bayern-Profis ist ebenso gefährdet wie die von DFB-Kapitän Schweinsteiger und Draxler. Schweinsteiger wird in dieser Saison für Manchester United kaum noch zum Einsatz kommen. Sehr fraglich ist es auch, ob der talentierte Draxler vom VfL Wolfsburg nach einem Muskelbündelriss rechtzeitig einsatzbereit werden kann. Doch Löw hat Erfahrung damit, dass angeschlagene Spieler, die er in den Kader berief, im Trainingslager alle ihre Beschwerden in den Griff bekamen.

Im Champions-League-Rückspiel bei Real Madrid (0:3 nach 2:0 im Hinspiel) verletzte sich Julian Draxler schwer. Enttäuscht sitzt er auf dem Rasen (im Hintergrund  Karim Benzema). (Foto: Imago)

 

„Vor jedem Turnier gibt es verletzte Spieler. Basti Schweinsteiger und Sami Khedira waren auch vor der WM 2014 verletzt. Wir haben es doch noch irgendwie geschafft“, sprach Löw den Genesungsprozess seiner beiden Mittelfeldstrategen im Trainingscamp in St. Leonhard an. Damals kamen auch Philipp Lahm und Manuel Neuer nicht richtig fit nach Südtirol, wurden aber schließlich Stammkräfte in den sieben WM-Spielen. Aber der Bundestrainer schickt wahrscheinlich vor jedem Bundesliga-Spieltag und vor jedem Champions-League-Spiel der Bayern ein Stoßgebet gen Himmel. Passieren darf nichts mehr. Denn zu viele Verletzte können er und vor allem seine „medizinische Abteilung“ nicht verkraften. Denn ernsthaft angeschlagene Spieler müssen intensiv von den Ärzten und noch mehr von den DFB-Phyiotherapeuten behandelt werden. Aber die Behandlungszeiten sind begrenzt, es könnte ein Gedränge auf den Massagebänken entstehen.


Leverkusener Brandt Überraschungs-Kandidat?

Julian Brandt, der pfeilschnelle, torgefährliche Außenstürmer von Bayer Leverkusen, ist ein möglicher Überraschungskandidat für die EM-Nominierung von Joachim Löw. (Foto: Imago)

 

Es gibt auch „good news“. Jerome Boateng könnte beim FC Bayern bald wieder in das Team zurückkehren. Wenn nichts passiert, wird der Verteidiger am 12. Juni, wenn das erste EM-Gruppenspiel in Lille gegen die Ukraine angepfiffen wird, in der deutschen Mannschaft stehen. Falls wichtige Spieler ausfallen, hätte Löw aber die Möglichkeit, den Kader mit etlichen jungen Kräften nachzurüsten. Talente wie Joshua Kimmich (Bayern München), Leroy Sane (Schalke 04) oder Julian Weigl (Borussia Dortmund) wurden bereits als Kandidaten ins Spiel gebracht. Doch zuletzt war es vor allem einer, der sich nachhaltig in den Blickpunkt schob: der Leverkusener Julian Brandt, der am 2. Mai seinen erst 20. Geburtstag feiert. „Dieser Milchbubi muss Löws EM-Überraschung werden“, lautete eine Schlagzeile der Zeitung „Die Welt“, nachdem der offensive Mittelfeldspieler in fünf Bundesligaspielen hintereinander jeweils ein Tor zu den Bayer-Siegen erzielt hatte. Ein Spieler, der den Gegner überraschen kann wie David Odonkor bei der WM 2006, wäre gut zu gebrauchen. Und Löw wäre zu einer solchen Entscheidung fähig wie es vor zehn Jahren sein damaliger Chef Jürgen Klinsmann war.